AgrigentoSambuca di Sicilia.
In seiner ursprünglichen Form war das Dorf ein
arabischer Weiler mit dem Namen Rahl Zabut, der dann
1185 in den Besitz des Klosters von Monreale überging.
Anschließend gehörte er zu dem Feudalbesitz
der Barberini und der Beccadelli von Bologna. Bis
in die zwanziger Jahre des 20. Jhs. hieß er
Sambuca Lahut.
Sehenswertes. Im alten Ortskern ist die typisch islamische
Struktur mit verwinkelten Straßen und Gäßchen
und geschlossenen Höfen erhalten geblieben. Die
im Laufe des 16. und 17. Jhs. vorgenommenen Veränderungen
haben die Struktur des gesamten Ortes jedoch erheblich
beeinflußt. In dieser Zeit entstanden auch die
wichtigsten und schönsten Bauwerke.
Vom Corso Umberto I. kommt man über die Via Marconi
zu der Empfängnis-Kirche. Sie hat ein wunderschönes
Portal aus dem 14. Jh., das mit kleinen Säulen
und unterbrochenen Linien attraktiv geschmückt
ist.
An der Piazza della Vittoria steht die Carmine-Kirche
aus dem 16. Jh.; seit 1615 sind an ihr erhebliche
Umbauten und Veränderungen vorgenommen worden.
Im 19. Jh. ist das Innere der Kirche mit Stuckarbeiten
geschmückt worden. Zu den bis heute erhaltenen
Werken gehört eine Marmorstatue der Madonna dell'Udienza,
die Antonello Gagini zugeschrieben wird. Sie wird
von den Gläubigen ganz besonders verehrt.
Direkt neben der Kirche steht das Rathaus.
Wenn man weitergeht, kommt man zu der Piazza Navarro
im Viertel der sarazenischen Gäßchen. Hier
steht auch der Panitteri-Palast, ein massives Gebäude
aus dem 16. Jh., der auch einige Elemente aus der
Spätrenaissance aufweist. Heute ist hier das
Ethno-Anthroplogische Museum untergebracht.
Am höchsten Punkt dieses Viertels befindet sich
die Pfarrkirche Maria SS. Assunta, die im späten
Mittelalter gegründet und im 17. Jh. erheblich
umgebaut und verändert wurde.
Die Fassade ist durch einen mächtigen, viereckigen
Turm gekennzeichnet. Der Grundriß des Inneren
ist der einer Basilika, die Ausschmückung stammt
aus dem letzten Jahrhundert.
Bei der im 18. Jh. erbauten Collegio-Kirche sind das
Portal und das an der Fassade angebrachte, kunstvoll
behauene Fenster besonders auffällig. Die Gewölbe-Fresken
sind von Fra Felice die Sambuca.
Das Städtische Theater wurde nach dem Erdbeben
von 1968 mit modernsten Sicherheitsvorkehrungen wieder
aufgebaut. Ursprünglich war es um 1850 durch
die Initiave einiger Privatleute im selben klassizistischen
Stil und derselben Struktur wie das Politeama-Theater
von Palermo, das Regina Margherita-Theater (heute:
Pirandello-Theater) in Agrigent und das Bellini-Theater
in Catania errichtet worden.
Nördlich des Ortes liegt die alte moslemische
Ortschaft Adrano. Hier befindet sich die San Vito-Kirche
aus dem 15. Jh. Im 18. Jh. wurde sie umgebaut und
vor allem im Inneren renoviert, wobei man die ursprünglichen
byzantinischen Fresken aus dem 15. Jh. mit einer dicken
Schicht Verputz zudeckte.
Von Adragna aus steigt die Straße zu dem Ausgrabungsgebiet
des Monte Adranone, wo bei Ausgrabungsarbeiten ein
antiker, griechischer Ort gefunden wurde, der wohl
im 6. Jh. von Selinunt auf einer bereits bestehenden
Siedlung der Ureinwohner gegründet wurde.