AgrigentoFavara.
Der Name des Ortes ist arabischen Ursprungs (Fawwara
heißt Wasserquelle). Der Ort entstand etwa im
13. Jh. rings um das von Friedrich II. Chiaromonte
in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erbaute
Kastell.
Wegen seiner strategisch günstigen Lage, der
vielen hier zusammentreffenden Handels und Verkehrswege
und durch das immer reichlich vorhandene Wasser erlebte
Favara unter der Herrschaft der Chiaromonte seine
Blütezeit, die etwa ein Jahrhundert andauerte.
Am Ende des 14. Jhs. ging der Ort in den Besitz der
Parapertusa, anschließend in den der De Marinis
und dann in den der Aragona Pignatelli e Cortes über.
Sehenswertes.
Wenn man von Agrigent her nach Favara kommt, trifft
man am Ortseingang auf die in der Mitte eines Treppenaufgangs
gelegene kleine Madonna dell'Itria-Kirche aus dem
14. Jh., die bis 1950 San Filippo Fuori le Mura hieß.
Die Piazza Garibaldi erreicht man über die Hauptstraße,
den Corso Vittorio Emanuele.
An ihr liegt die Carmine-Kirche mit szenographischer
Bauweise und einer Fassade aus dem 19. Jh. An der
Piazza dei Vespri steht die Pfarrkirche Maria Vergine
Assunta aus dem 18. Jh., die im darauffolgenden Jahrhundert
mehrere Male umgebaut wurde.
Sie hat einen zentrischen Grundriß. Die Innenausschmückung
stammt von 1830, ist aber künstlerisch nicht
besonders wertvoll. Sehenswert ist ein hölzernes
Kruzifix aus dem 16. Jh.
Besonders interessant ist die von Friedrich II. von
Chiaromonte im 13. Jh. erbaute Burg. Sie hat einen
viereckigen Grundriß; ihr unterer Teil ist massiv,
während der zweite Stock durch hübsche Biphorenfenster
etwas freundlicher wirkt.
Durch ein schönes Eingangstor mit Spitzbogen
und reich verziertem Bogenrücken kommt man in
den Innenhof, von dem aus man Zugang zum ersten Stock
hat.
Die zum Kastell gehörige Kapelle hat ebenfalls
ein schönes Eingangsportal. In der Nähe
des Städtchens wurde eine Ende des I. Jhs. v.
Chr. erbaute römische Villa mit mosaikverzierten
Thermalanlangen gefunden.
In der Contrada Stefano gibt es eine Nekropole aus
der Bronzezeit mit etwa 280 Grabnischen.