Äolische Inseln.
Die Äolischen Inseln oder die Inseln Lipari sind eine Inselgruppe im Tyrrhenischen Meer, in der Provinz von Messina, Sizilien. Diese besteht aus den Inseln Lipari, Vulcano, Stromboli, Salina, Filicudi, Alicudi und Panarea. Sämtliche Inseln wurden von der UNESCO zum Welterbe erklärt, denn sie sind nicht nur aus archäologischen Gründen sehr interessant, sondern auch aufgrund ihrer bezaubernden Naturlandschaft. Man erreicht sie von Milazzo, Messina, Reggio Calabria und Neapel.
Das Gebiet
Sämtliche Inseln sind vulkanischen Ursprungs, wobei Stromboli und Vulcano noch aktiv sind. Auch der Vulkan auf Lipari, der Monte Pilato gilt als noch aktiv, obwohl seine letzten Ausbrüche im vierten und fünften Jahrhundert stattfanden. Vom vulkanischen Ursprung haben die Inseln ihre charakteristische dunkle Farbe, die den spektakulären Kontrast mit den Farben des Meeres noch verstärkt.
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In der Antike glaubte man, die Inseln seien von Äolus, dem Windgott, bewohnt. Jetzt machen hier die Prominenten aus aller Welt Urlaub, denn sie lieben die zauberhafte Landschaft, das glasklare Meer, den Frieden und die Intimität, die sie hier noch finden können. Panarea ist die mondänste der Inseln.
Was man sehen muss
Die meist bevölkerte der sieben Inseln hingegen ist Lipari. Zudem gibt es außer unzähligen Buchten und einer üppigen Vegetation einige unerwartete Kunstschätze. Der älteste Teil der Insel besteht aus dem Schloss, einer natürlichen, auf einem Felsen errichteten und von spanischen Bollwerken umringten Festung aus dem sechzehnten Jahrhundert. Hier lag einst eine primitiver Wohnort, wie durch den griechischen Turm aus dem vierten Jahrhundert vor Christus erkennbar ist. Die normannische Kathedrale, die im 16. Jh. wieder aufgebaut wurde, beherrscht zusammen mit dem Schloss das lebhafte und charakteristische Dorf, das sich mit seinem Ratshaus und seinem schönen Strand von Marina Lunga rundherum entwickelt hat. Man sollte das archäologische Museum besuchen, in welchem griechische und römische Fundstücke auf eindrucksvolle Weise zur Schau gestellt werden; aber auch den archäologischen Park des Schlosses mit Hüttenresten aus der Bronzezeit und Bauwerken aus der römischen Kaiserzeit sowie die getreu wieder aufgebauten römischen und griechischen Steinsarkophage und Gräber, die ursprünglich in der Nekropole von Contrada Diana gefunden wurden. Lipari ist außerdem für seine Bimssteinbrüche und für die Forgia Vecchia (alte Schmiede), einen von dichter Vegetation bedeckten Obsidianstrom, berühmt: In Canneto beeindruckt insbesondere der extreme Kontrast des schwarzen Lavasands mit dem pulverisierten, weißen Bimsstein.
Auf Vulcano, der alten Heimat des Windgotts Äolus, mischt sich der scharfe Schwefelgeruch der Fumarolen mit dem Duft der blühenden Ginsterbüsche: Schwarze Lavasandstrände und der große Krater sind ein Teil der Ausflüge, die den Besuchern geboten werden. An der Bucht Baia di Levante trifft man auf Fango undunterirdische Thermalquellen.
Salina ist die zweitgrößte Insel der Gruppe: Der Name spricht für sich, auch wenn die alte Saline heute längst stillgelegt ist. Mittlerweile ist sie für ihre typischen Produkte wie Kapern und Malvasier berühmt. Drei kleine Dörfer gibt es hier: Santa Marina, Leni und Malfa. Es ist dank der vielen Quellen die grünste Insel der Gruppe, deshalb kann hier auch Wein angebaut werden, von dem der berühmte Malvasier gekeltert wird. Punta Perciatu, Pollara und der kleine Brackwassersee Laghetto di Lingua, der durch einen schmalen Streifen Land vom Meer getrennt ist, sind drei sehenswerte Orte.
Stromboli ist mit großer Wahrscheinlichkeit die bezauberndste Insel der Äolien: Dies wohl auch, weil der noch immer aktive Vulkan ab und zu seine Besucher mit glühender Lava und Lapilli empfängt. Besonders faszinierend ist es, dieses Schauspiel abends vom Meer aus zu beobachten, wenn die glutroten Lapilli in den Himmel steigen. Auch hier charakterisiert die schwarze Farbe die Insel: Schwarz sind die Felsen und schwarz ihre Strände. Um den bezaubernden Ort Ginostra zu erreichen, fährt man mit einem Boot bis zum Anlegeplatz von Pertuso, um dann eine Treppe hinaufzusteigen. Alicudi und Filicudi sind zwei kleine Inseln, die fast nur aus Felsen bestehen, an welche sich charakteristische kleine, weiße Häuser mit blau gestrichenen Fensterläden klammern und die einen herrlichen Blick auf enzückende kleine Strände haben. Panarea ist die mondänste, vom Jetset besuchte Insel, welcher mit seinen Luxusjachten vor der Insel Anker werfen. Trotz allem, herrscht hier nach wie vor die friedliche Atmosphäre der typischen Fischerdörfer.
Bei Tag und bei Nacht
Besonders interessant ist ein Besuch im Äolien-Museum von Lipari, das in verschiedene Sektoren gegliedert ist und in welchem Fundstücke der gesamten Inselgruppe ausgestellt sind, die von der Urgeschichte bis zur Klassik reichen. Außerdem gibt es eine den vulkanischen Phänomenen gewidmete Abteilung, die das geologische Leben der Inseln beeinflusst und bestimmt haben. Die Inseln sind aufgrund der besonderen Windverhältnisse ein echtes Paradies für Segler. Das Boot ist das ideale Verkehrsmittel, um diese herrlichen Inseln zu genießen. Es ist nicht schwer und vor allen Dingen sehr unterhaltsam, ein kleines Boot zu mieten, sei es auch nur für einen Tagesausflug. Ein Aufenthalt auf diesen Inseln ist die ideale Gelegenheit zum Tauchen, denn hier findet man zwischen Felswänden aus Lavagestein, Bimssteinbrüchen und Unterwasserschluchten, welche Langusten und Kraken verbergen, ein echtes Taucherparadies.
Zimmer mit Ausblick
Hotels, Ferienwohnanlagen, Mietwohnungen und Mietzimmer: Auf den Äolischen Inseln wird Gastfreundlichkeit groß geschrieben und besteht aus einer harmonischen Mischung von rustikaler Schlichtheit und einfacher Raffinesse.
Zu Tisch
In den typischen Gerichten der Inseln finden außer den auf einfache Weise gekochten Fischen und Krustentieren auch die typischen Kräuter wie Kapern und Minze Platz, die hier überall wachsen, aber auch Rosmarin, Origano und Basilikum. Besonders schmackhaft sind außerdem auch die unter der warmen Sonne der Äolischen Inseln gereiften kleinen Tomaten. Das Dessert sieht Rosinen und Mandeln als Hauptzutaten für die „Vastidduzze“(Mandelgebäck) und den gekochten Wein für den Teig der “Spicchiteddi”(Mandelgebäck mit Zimt und Nelken ) vor, die sehr gut zum köstlichen Malvasier passen, dem süßen Nektar der Götter.
Routen-Bezeichnung
Um am besten in den Genuß dieser zauberhaften Plätze zu kommen, ist es empfehlenswert, ein Boot zu mieten, um die Buchten, die Grotten und die Schönheit der Küste vom Meer aus zu bewundern. Besonders auf Vulcano muss man sich unbedingt die Grotta del Cavallo ansehen und zwar am besten im Licht des Nachmittags. Auf Stromboli kann man die Krateröffnung des Vulkans besichtigen, allerdings nur unter Begleitung eines Führers. Findet hingegen ein Vulkanausbruch statt, dann sollte man sich dieses Ereignis, bei dem durch den Kontakt der Lava mit dem Wasser hohe Dampfsäulen emporsteigen, und welches „Sciara di fuoco“ genannt wird, von einem Boot aus ansehen. Auch Filicudi bietet herrliche Bootsausflüge: Zu diesen gehören der Ausflug zur Grotta del Bue Marino ( Mönchsrobbe) und zu den Klippen La Canna.