Sardinien ist in jeder Hinsicht eine interessante Insel.
Weit vom Festland entfernt, hat sich hier eine ganz eigene,
bodenständige Kultur entwickelt. Den Besucher überraschen
vor allem die Gegensätze der Landschaft: zerklüftete
Felsküsten und sanft gewellte Hochebenen im Inselinneren.
Überraschend ist auch die Tatsache, dass auf Sardinien zahlreiche prahistorische Zeugnisse besonders gut erhalten
sind. Erst mit der Entdeckung der Insel fur den Fremdenverkehr
hat sich das moderne Leben in der weitgehend patriarchalischen
Gesellschaft etabliert. Sardiniens prähistorische
Kultur, von der uns Nuraghen und die Bronzefiguren erhalten
sind, war so stark, dass die Insel von der griechischen
Welt fast unbeeinflusst blieb. Bei der grossen Verteilung
der Einflussgebiete im Mittelmeerraum fiel Sardinien den
Phöniziern, und zwar den Karthagern zu. Es folgt
die Zeit der römischen Herrschaft. Im Mittelalter
wurde die Insel von Richtern regiert und, nachdem Genua
und Pisa lange Zeit um ihren Besitz gestritten hatten,
geriet sie unter dem Hause Aragon in den spanischen Machtbereich,
aus dem Sardinien sich erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts
dadurch zu lösen vermochte, dass die Fürsten
aus dem Hause Savoyen Könige von Sardinien wurden.
Wer gerne ans Meer reist, kann hier aus unzähligen
faszinierenden Buchten auswählen, die von Felsen
eingeschlossen sind; die Badestrände und das saubere
Meer Sardiniens garantieren einen Urlaub im Zeichen der
Erholung und der Zerstreuung. Entdecken Sie San Teodoro,
Santa Teresa di Gallura, Poltu Quatu, Baia Sardinia und
die Bucht Cala Liberotto in Orosei, mit ihrem unvergleichlich
weißen Strand. Von Alghero aus können Sie mit
Segelbooten auf eine Entdeckungsreise des Nationalparks
von Asinara gehen und dort an den faszinierendsten Stellen
der Insel vor Anker gehen, wie beispielsweise an der Bucht
von Cala Reale und Fornelli, und Ihren Ausflug mit einem
ruhigen und abgeschiedenen "Abstecher" auf Wanderpfaden
fortsetzen, die Sie an weißen Eselherden vorbeiführen,
die hier noch ungestört herumziehen. Die Costa Smeralda
dahingegen, Etappe des internationalen Jetset, ist all
denjenigen zu empfehlen, die sich abwechselnd in das kühle
Nass und in das Nachtleben stürzen möchten,
und gerne bis zum Morgengrauen durchtanzen. Wer lieber
in die Berge statt an das Meer fährt, kann das malerische
Panorama vom Gennargentu-Gebirge aus bewundern. Liebhaber
der Geschichte, Sagenwelt und kurioser Begebenheiten können
die mysteriösen Gräber der Riesen und das Domus
de Janas (antike, in Fels gehauene Grabstätten, die
typisch für die Region sind) sowie die Nuragen (Türme
aus Stein, Symbol Sardiniens) erforschen. Eine Zeitreise
in die ferne Vergangenheit könnte in Cagliari enden,
wo man unter anderem viele Ausgrabungsstätten aus
römischer Zeit besichtigen kann, prunkvolle Häuser
und Tempel, insbesondere auch das Amphitheater aus dem
zweiten Jahrhundert nach Christus, das in die Felsen des
Hügels gehauen ist, der diese Stadt umgibt.