Sassari.
Die Provinz Sassari bietet weiße Sandstrände,
seltene Vogelarten, steile Klippen und eine traditionelle,
schmackhafte Küche. Dieser Teil von Sardinien
ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert: Hier
kann man sich auf Entdeckungsreise der zahlreichen
Schätze von Sassari machen, einen erholsamen
Aufenthalt an einem der unzähligen Orte genießen,
die am Meer gelegen sind, archäologische Stätten
erkunden und in die einzigartige Natur eintauchen.
Geschichtlicher Überblick
Sassari, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz,
wurde im Mittelalter gegründet. Die Umgebung
der Stadt weist jedoch Spuren auf, die um einiges
älter sind und sogar bis in die Jungsteinzeit
zurückreichen. Davon zeugen die unzähligen
archäologischen Stätten, die über
ganz Sardinien verstreut sind, sowie die Funde,
die im ethnografischen Nationalmuseum „G.A.
Sanna“ ausgestellt werden.
Imposant erhebt sich der mächtige jungsteinzeitliche
Zikkurat – ein pyramidenartiger Stufentempel
– auf dem Berg Accodi. Dieses mysteriöse
Bauwerk ist 11 Kilometer von Sassari entfernt und
wurde wahrscheinlich um das Jahr 2400 v. Chr. als
eine Art „Himmelsaltar“ errichtet.
Beeindruckend gestalten sich auch die sog. „Feenhäuser“
oder die Domus De Janas – charakteristische,
unterirdische Grabstätten, die aus der Jungsteinzeit
stammen. Doch auch Spuren aus der Römerzeit
lassen sich hier vernehmen. Davon zeugen Funde aus
dem 2. Jh. n. Chr..
Im Mittelalter entstand die erste Siedlung, die
die „Statuti Sassaresi“ verkündete.
Dies war der Versuch eine Stadt nach juridischen,
politischen und administrativen Strukturen zu leiten.
Es folgte eine turbulente Zeit, die von Rebellionen,
Plagen und Hungersnöten geprägt war. Zu
dieser Zeit stand Sassari unter der Herrschaft von
Aragonien. Diese Epoche schlägt sich künstlerisch
auch in unzähligen Bauwerken von Sassari nieder,
wie dem „Palazzo Comunale“ - das Rathaus
der Stadt. Im 17. Jh. wurde die Stadt von den Jesuiten
geprägt, die das Kollegium von San Giuseppe
gründeten, welches 1634 zur Universität
von Sassari wurde – der ersten Universität
von Sardinien.
Die Schätze der Provinz
Jede einzelne Ortschaft wäre hier einen Besuch
wert. Alghero sollte aber auf jeden Fall auf dem
Reiseplan stehen. Diese Ortschaft hat vermutlich
arabische Wurzeln und verdankt ihren Namen höchstwahrscheinlich
der Meeresalgen, die hier an der Küste vorherrschen.
Alghero war der Ausgangspunkt für die Entwicklung
des sardischen Tourismus. In der Nachkriegszeit
konnte sich der spanisch geprägte Ort einen
Namen im ganzen Land machen und lockte scharenweise
Besucher an. Charakteristisches Merkmal der Kleinstadt
ist der Sprachgebrauch. Hier spricht man nach wie
vor Katalanisch. Eine weitere unglaublich schöne
und künstlerisch anspruchsvolle Ortschaft ist
Porto Torres. Hier kann man auf den Spuren des Mittelalters
wandeln und in eine Atmosphäre längst
vergangener Zeiten eintauchen. Ein Besuch empfiehlt
sich im „Antiquarium Turritano“. Die
bezaubernde Ortschaft Stintino liegt an der Meerenge
„Bocche di Bonifacio“. Die Winde, die
hier an der Küste vorherrschen, sind für
ein unglaublich klares Panorama verantwortlich.
Schließlich ist auch noch die Ortschaft Maddalena
erwähnenswert. In dieser Perle des Mittelmeers
finden sich herrliche Landschaften.
Essen und Trinken
In Sassari und Umgebung ist die Küche von traditionellen
Rezepten gekennzeichnet, die häufig im Dialekt
verfasst sind. Die Küche wird von landwirtschaftlichen
Produkten geprägt. So gibt es Gerichte wie
die „fabadda“ – eine Gemüsesuppe
mit Saubohnen und Kohl, die mit Fenchel verfeinert
und mit Speck und Wurstwaren abgerundet wird. Zur
Karnevalszeit ist das Gericht „mirinanza in
furru“ beliebt – gebackene Auberginen,
die in einer Soße aus Knoblauch, Petersilie
und Chilischoten geröstet werden. Typisch sind
auch die Fleischgerichte „cabaddu“ und
„d’ainu“ – Pferde- und Eselfleisch,
das auf dem Rost gegrillt wird. In dieser kargen
Landschaft gedeiht auch ein Brombeerstrauch –
die Myrte -, aus dessen Früchten der berühmte
sardische Likör gewonnen wird. Der „Mirto
di Sardegna“ ist ein vorzüglicher Verdauungsschnaps
und kann auch zu lokalen Süßspeisen serviert
werden.
Unberührte Natur
Die Landschaft gestaltet sich hier sehr abwechslungsreich.
Man trifft auf feinste Sandstrände und auf
Klippen und Felsvorsprünge. Die Weiher sind
Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, die vom
Aussterben bedroht sind, wie dem Purpurhuhn, das
in Italien nur mehr sehr selten vorkommt. In der
Provinz befindet sich zudem der einzige Natursee
der Insel – der wunderschöne Lago di
Baraz.
Entlang der Küste trifft man immer wieder auf
Zeugnisse und Spuren der Vergangenheit. So befinden
sich in der Nähe von Argentiera und Canaglia
antike, römische Gruben.