Oristano.
Die Provinz Oristano wird vom Tirso-Fluss durchzogen
und weist charakteristische Landschaften auf. Dem
Besucher bieten sich hier bezaubernde Lagunen, eine
schmackhafte Küche, eine geschichtsträchtige
Vergangenheit und jahrhundertealte Kunst.
Die Hauptstadt, die sich entlang des Flussufers
erstreckt
Die antike Stadt „Aristanis“ (das heutige
Oristano) wurde auf den Ruinen der einstigen Küstensiedlung
Tharros errichtet. Die Geschichte von Oristano ist
eng mit dem Judikat von Arborea verbunden - einer
Zeit, die durch die Herrschaft eines Richters geprägt
ist. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Zeugnisse:
Auf der Piazza Roma trifft man beispielsweise auf
die mittelalterliche Ringmauer und den Turmbau Torre
di San Cristoforo, der einst Porta Manna genannt
und 1291 errichtet wurde. Bei einem Spaziergang
durch die engen Gässchen von Oristano gelangt
man zur wunderschönen Kathedrale der Hl. Jungfrau
Maria, die auf das 13. Jh. zurückgeht. Auch
dem Dom, der der Hl. Jungfrau geweiht ist, sollte
man einen Besuch abstatten. Zudem empfiehlt sich
ein Ausflug zum wichtigsten Museum der Provinz –
dem „Antiquarium Arborense“, wo sich
archäologische Funde der Nuraghenkultur, sowie
punischer und römischer Siedlungen, befinden.
Handwerkskunst
Die Provinz Oristano ist bekannt für ihre traditionellen
Handwerksläden. Hier finden sich wundervolle,
handverzierte Keramiken und edler, handgemachter
Schmuck. Die Bearbeitung des wertvollen sardischen
Filigranschmucks kann in einigen Werkstätten
bewundert werden, die für die Öffentlichkeit
zugänglich sind. Hier wird man Zeuge eines
jahrhundertealten Bearbeitungsverfahrens, das seit
Generationen weitergegeben wird.
Feierlichkeiten
Die Feste der Provinz Oristano sind von ländlichem
Charakter. Im Winter werden die Feierlichkeiten
zu Ehren des Hl. Antonius abgehalten. Hierfür
werden in nahezu allen Orten der Provinz Lagerfeuer
entzündet, die den Karneval einläuten.
Zur Karnevalszeit wird dann das mittelalterlich
angehauchte Fest „Sartiglia“ veranstaltet,
das mit einem Pferderennen einhergeht. Im Frühling
geht man dann zu den Osterfeierlichkeiten über
und es werden Prozessionen und religiöse Feiern
veranstaltet, die wahrscheinlich auf spanische Wurzeln
zurückgehen. Am Karfreitag feiert man das Fest
„Eiscravamentu“ – die Kreuzabnahme
Christi.
Am 24. Juni werden die Feierlichkeiten zu Ehren
Johannes des Täufers abgehalten. Die Sommersonnenwende
wird mit Riten begrüßt, die auf die Nuraghenkultur
zurückgehen. So zelebriert man beispielsweise
die Weihgabe der sog. „nenniris“ (Weizenkörner)
oder man sammelt Kräuter. Im Sommer feiert
man dann schließlich große Feste, die
im Zeichen des Weins, köstlicher Braten, Dichterwettbewerbe
und altertümlicher Tänze stehen, wie die
Tanzveranstaltung „ballu tundu“, die
von Akkordeonklängen begleitet wird.
Die Küche von Oristano
Die traditionelle Küche ist vor allem von Fischgerichten
geprägt. Dazu gehören vor allem Gerichte
mit Meeräsche und Fischrogen.
Unter den Fleischgerichten ist das „Bue Rosso“
hervorzuheben – ein Gericht mit Ochsenfleisch,
das seinen Geschmack der speziellen Fütterung
der Tiere zu verdanken hat. Unter den Käsesorten
sticht vor allem der schmackhafte „Casizòlu“
hervor, der in Montiferru hergestellt wird und von
seiner Form an eine Birne erinnert. Weinkenner werden
vom „Vernaccia“ begeistert sein –
einem Wein, der im Flusstal des Triso angebaut und
häufig zu Süßspeisen, wie „mustazzolus“
serviert wird.
Natur
Die Provinz Oristano weist mehr als 100 Kilometer
bezaubernde Küstenlandschaft, Lagunen und Wasserlandschaften,
sowie atemberaubende Berglandschaften auf. Im den
Seengebieten kann man die verschiedensten Vogelarten
in ihrem Lebensraum beobachten, darunter rosafarbene
Flamingos, Kormorane, Wanderfalken, Gänsegeier
und Sturmtaucher. Folglich wird im Gebiet von Sale
Porcus, einer Naturoase, die unter der Leitung der
Vogelschutzorganisation Lipu steht, auch die Möglichkeit
des Bird-Watchings geboten. Im nord-westlichen Teil
der Provinz erhebt sich der Montiferru, ein Vulkanmassiv.
Hier kann man inmitten von Stein- und Korkeichen
Trekkingtouren und Ausflüge unternehmen, und
man trifft mit etwas Glück auch auf Wildschweine,
Füchse, Wiesel und Wildkaninchen.