Nuoro.
Die Provinz Nuoro kann auf eine lange Geschichte
zurückblicken, die sich im Laufe der Zeit ein
wenig verliert. So kann beispielsweise nicht genau
beziffert werden, wann sich die Menschen hier in
der sanften Hügellandschaft zum ersten Mal
niederließen. Ein Besuch dieser Gegend gestaltet
sich ein wenig wie die Suche nach den eigenen Wurzeln,
und man wird von den Geschmackserlebnissen der heimischen
Küche, der Farbenpracht der Landschaft und
dem Rauschen des Windes auf seiner Reise begleitet.
Geschichtsträchtiges Land
Die Provinz Nuoro hat sich in einer vorwiegend von
Hügeln und Bergen durchzogenen Landschaft entwickelt.
Die gleichnamige Hauptstadt liegt auf einer Hochebene
aus Granitgestein und ist von Tälern und Bergen
umgeben. Der Ursprung der Stadt kann nicht mit Sicherheit
festgelegt werden, aber es kann davon ausgegangen
werden, dass die ersten Siedlungen auf die Nuraghenkultur
zurückgehen. Dies wird denn auch durch diverse
Turmbauten, Domus de Janas (Grabstätten) und
etliche heilige Quellen belegt. Das Vorherrschen
der Nuraghenkultur kann übrigens im gesamten
Gebiet der Provinz nachgewiesen werden. Unzählige
archäologische Stätten zeugen von dieser
Kultur. Bei den Nuraghen, die charakteristisch für
diese Gegend sind, handelt es sich um Turmbauten,
die aus ungehauenen Steinblöcken errichtet
wurden und rituellen Zwecken dienten. Diese Bauwerke
wurden früher mit Zyklopen in Verbindung gebracht
oder als Grabstätten für Riesen betrachtet.
Zu den bedeutendsten Bauwerken dieser Art gehören:
Arrubiu, Is Paras, Lo’, Orolo, Nunnale, Santa
Barbara und Toscono.
Faszinierendes Land
Die Provinz Nuoro liegt im Herzen von Sardinien
und erstreckt sich vom Meer im Osten der Insel,
bis zum Meer im Westen. Das Gebiet ist von Gebirgsketten
und tiefen Tälern geprägt. Hier hat die
Geschichte zahlreiche Spuren hinterlassen, die auch
heute noch in den Ortschaften und den Bräuchen
der Menschen zum Ausdruck kommen und von Generation
zu Generation weitergegeben werden. Zahlreiche Bauten
zeugen zudem vom punischen und römischen Zeitalter,
sowie vom Spätmittelalter, wie die zahlreichen
Kirchen und römischen Ruinen.
Geschmackserlebnisse
Die sardische Küche ist eng mit Produkten der
Landwirtschaft und Viehzucht verbunden und somit
von einfachen, jedoch gesunden und schmackhaften
Gerichten geprägt. Mit würzigen Kräutern
und Olivenöl wird nicht gespart, Saucen werden
hingegen nur selten verwendet. Die Speisen setzen
sich vor allem aus Fleischgerichten, Schafskäse
und hausgemachten Süßspeisen zusammen.
Die Vorspeisen bestehen vorwiegend aus verschiedenen
Käsesorten, Oliven und Wurstwaren, die mit
dem traditionellen Brot, dem „pane carasau“,
serviert werden. Wird dem „pane carasau“
Öl und Salz hinzugefügt, erhält man
die in Nuoro weit verbreitete Vorspeise „pane
gattiau“. Der erste Gang wird von Gerichten,
wie den „maccarrones cravaos“ –
einer Variante der sardischen „gnocchetti“
– und den „su filindeu“ –
feine Teigwaren, die in ein Tuch gewickelt in einer
Fleischbrühe mit frischem Käse gekocht
werden – bereichert. Nuoro kann zweifelsohne
als sardische Hochburg der Süßspeisen
bezeichnet werden. Zu den bekanntesten zählen
die „sebadas“ – mit frischem Käse
gefüllte Teigwaren, die frittiert und mit Honig
beträufelt werden.
In der Provinz Nuoro, vor allem in Oliena, wird
aber auch hervorragender Wein angebaut: so der Cannonau,
ein Roséwein mit vollem Bouquet. Zu erwähnen
ist natürlich auch der berühmteste Likör
Sardiniens: der Myrto, der auf zwei verschiedene
Arten hergestellt wird, was Auswirkungen auf Farbe
und Geschmack hat.