Medio Campidano.
Obwohl Medio Campidano eine junge Provinz ist, bietet
sie eine Atmosphäre, die an vergangene Zeiten
erinnert. Hier finden sich archäologische Zeugnisse
der Bergbauzeit, die in eine unberührte und
bezaubernde Natur eingebettet sind. Ruhe und Melancholie
bereiten hier unvergessliche Gefühle. Die Provinz
von Medio Campidano garantiert einen Urlaub im Zeichen
der Ruhe und des Friedens.
Die Küste der Stille
In dieser Gegend von Medio Campidano, wo ein außerordentliches
Ökosystem vorherrscht, finden sich unberührte
und dicht bewachsene Landschaften. Ein Spaziergang
entlang der weitläufigen und ruhigen Strandabschnitte,
die hin und wieder von dunklen Klippen durchbrochen
werden und mit archäologischen Funden durchsetzt
sind, ist mit einem unglaublich aufregenden Gefühl
verbunden. Auf den ersten Blick mag es sich nur
um einen weiteren der vielen, schönen Küstenstriche
von Sardinien handeln. Setzt man jedoch selbst Fuß
in diese Gegend, dann wird einem schnell klar, dass
von hier eine ganz besondere Faszination ausgeht.
Sowohl unter, als auch über der Erde finden
sich Spuren von beeindruckenden Orten, die über
Jahrzehnte hinweg Bergwerke und Gruben beherbergten.
Das prächtige Zeitalter der Minen und Gruben
begann hier mit den Phöniziern, wurde dann
von den Römern und den Spaniern fortgeführt
und reicht bis in die heutige Zeit. Was hier aber
am meisten fasziniert, ist die unglaubliche Stille,
die an den Stränden vorherrscht. Viele bezeichnen
den Küstenabschnitt dieser Provinz als „Costa
Verde“ („Grüne Küste“),
weil die Mastix- und Erdbeersträucher hier
bis ans Meer reichen. Doch diese Gegend könnte
auch als „Küste der Stille“ bezeichnet
werden, die von einer mysteriösen und fast
schon wehmütigen Atmosphäre geprägt
wird.
Entlang der „Costa Verde“
Die Schönheit der Provinz von Medio Campidano,
die im Süd-Westen von Sardinien gelegen ist,
kommt vor allem entlang der berühmten „Costa
Verde“ zum Ausdruck, die im Gebiet von Arbus
ihren Ausgang nimmt. Dieser ruhig gelegene Ort hat
sich um die Pfarrei von S. Sebastiano herum entwickelt.
Folgt man entlang der Küste, gelangt man nach
Montevecchio, in eine der interessantesten Gegenden
von Iglesiente, die bekannt für die reichhaltigen
Blei- und Zinkvorkommen ist. Hat man Ingurtosu,
ein weiteres Abbaugebiet, hinter sich gelassen,
erreicht man die Höhle von Su Mannau, die besichtigt
werden kann. Unweit von Su Mannau befindet sich
mit Piscinas einer der bemerkenswertesten Orte von
ganz Sardinien. Dieses noch heute intakte Paradies
weist eine faszinierende Wüstenlandschaft auf.
Hier finden sich auf einer Fläche von 3000
ha gold schimmernde Dünen, die sich bis zum
Horizont erstrecken. Viele haben diese Gegend bereits
passend als „Sahara von Italien“ bezeichnet.
Aber auch die kleinen Ortschaften Colonia Marina
di Funtanazza und Porto Palma sind einen Besuch
wert. Diese in einer Bucht gelegenen Orte sind v.
a. aufgrund des florierenden Thunfischfangs interessant.
Weiter nördlich liegt mit Torre dei Corsari
eine weitere renommierte Touristendestination. Die
Küste ist hier ebenfalls von einer Dünenlandschaft
gekennzeichnet, die bis nach Pistis reicht. Einladend
und faszinierend erweist sich aber auch die Landschaft,
die sich Richtung Süden ausbreitet und von
den Dünen von Scivu geprägt ist, sowie
der Badeort Porto Piccolo. Von hier gelangt man
nach Masua, wo man das Bergwerk von Porta Flavia
besichtigen kann.
Die Welt der Bergwerke und Gruben
Die Provinz von Medio Campidano ist aber nicht nur
für die wunderschönen Küsten bekannt.
Hier findet man auch Zeugnisse einer regen Bergwerkskultur,
die durch Werkstätten, Gruben, Schächte
und zahlreiche Tunnel, die schon zur Zeit der Phönizier
eine große Rolle spielten, zum Ausdruck kommt.
Das Gefühl, das sich bei einem Besuch in der
einstigen Bergwerksstadt Ingurtosu breitmacht, die
in den 60er Jahren den Abbau einstellte und heute
zu den weltweit bedeutendsten archäologischen
Stätten der Bergwerkstradition gehört,
lässt sich kaum in Worte fassen. Alte Wohnstätten,
Kirchen und Häuser der Grubenarbeiter sind
hier in eine traumhafte Kulisse eingebettet, die
von den Dünen von Piscinas noch zusätzlich
bereichert wird. Hier kann man aber auch auf den
Spuren so berühmter Persönlichkeiten wie
Honorè de Balzac oder der Familie von Amedeo
Modigliani wandeln. Man macht sich zudem mit den
Geschichten der Grubenarbeiter vertraut, die in
den dunklen Schächten unter menschenunwürdigen
Bedingungen ihre Arbeit verrichteten. Das bedeutendste
Bergwerk von Italien befand sich jedoch in Montevecchio.
Diese Ortschaft präsentiert sich als großes
Museum, wo die Besucher die Möglichkeit haben,
die Tunnel und Schächte unter Tag zu besichtigen
und einen Ausflug in die Wälder zu machen,
die den Berg Arcuentu umgeben. Das Werk, das durch
Menschenhand geschaffen wurde, und das Werk der
Natur vereinen sich hier zu einem einzigartigen
und unvergesslichen Schauplatz.
Folkloristische Traditionen
Unter den volkstümlichen Festen sticht besonders
der moderne Karneval von San Gavino Monreale hervor,
der zu den wichtigsten Veranstaltungen auf Sardinien
gehört. Zu den religiösen Feierlichkeiten
zählen u. a. das Fest zu Ehren des Schutzpatrons
von San Gaudino und die Feierlichkeiten von Santa
Chiara, Santa Teresa und Santa Lucia. Auch an folkloristischen
Tanzveranstaltungen herrscht hier kein Mangel.
Die klassische, sardische Küche
Die Küche der Provinz Medio Campidano ist von
den typischen, sardischen Produkten geprägt.
Zu den klassischen Gerichten und Speisen zählen
dicke Suppen, Fleisch, Gemüse, schmackhaftes
Brot und erlesene Süßspeisen. Auch Fischgerichte
und Meeresfrüchte kommen hier reichlich auf
den Tisch. Der Anbau von Safran, Oliven, Weinreben
und Zitrusfrüchten ist weit verbreitet und
von großer Bedeutung.