Costa Smeralda. Hinweise für die Anfahrt
Befindet sich am nordöstlichen Küstenstreifen
(la Gallura) Sardiniens, und ist auf dem Meeresweg
von Olbia zu erreichen (etwa 35 km). Ein Flugplatz
ist ebenfalls vorhanden. Eine weitere nahegelegene
Anlaufstelle ist Alghero (170 km). Die 55 km lange
Küste hat ihren Namen von der speziellen Farbe
des Meeres.
Geomorphologische Charakteristika
Es ist das Reich des Granits, einem jungen Gestein,
„gerade erst“ 300 Millionen Jahre alt,
in das der Wind bizarre Formen geschnitten hat.
Dabei handelt es sich um das Phänomen der Hydrolyse,
der Auflösung des Gesteins unter der Einwirkung
von Wasser. Beispiele in der Nachbarschaft? Der
Pilz von Arzachena. An der ununterbrochen dem Wind
ausgesetzten Küste ist es niemals schwül.
Berühmte Persönlichkeiten
Er sah es von oben, aus einem überfliegenden
Flugzeug, und hat sich dabei verliebt. Es war Liebe
auf den ersten Blick zwischen Sardinien und dem
saudischen Prinz Karim Aga Khan. Dies war 1960.
Ein Jahr später gehörten ihm 5000 Hektar
Land, auf denen er ein Konsortium mit der Idee gründete,
die Küste in ein exklusives Zentrum für
den internationalen Jet-Set zu verwandeln. Das von
zwei enormen Gebirgsmassiven begrenzte Küstengebiet
wurde zur Costa Smeralda, ein reiner Fantasiename,
allerdings ein wirkungsvoller, und das Symbol für
eine vergoldete Welt. Die VIPS reisen an und die
Schlagzeilen verbreiten Bilder und Exklusivberichte.
Wirtschaftsmagnaten, Schauspieler und Regisseure,
Sportler, Politiker, Top-Manager: Im Sommer sind
sie alle hier.
Was gibt es Sehenswertes
Die Costa Smeralda ist ein gewaltiger Tourismuskomplex,
dessen Wachstum, das in den sechziger Jahren begann,
nie ein Ende fand. Die Schönheit – und
das ist das Besondere – blieb dennoch unangetastet.
Villen und Wohnanlagen imitieren den Stazzo, den
antiken Wohnstil der galluresischen Schäfer:
Niedrige Häuser, die zwischen den Granitfelsen
und dem mediterranem Buschwerk eintauchen. Sogar
die Siedlungen, die Golfplätze und die kleinen
Häfen passen sich perfekt der Natur an. Es
ist der Golf von Arzachena, einer uralten Stadt,
(viele Gräber und Nekropolen auf seinen Feldern
sind Zeugen des antiken nuragischen Volkes) und
der „Pilz“ aus Gestein, der den Ort
überragt, die den Anfang der Costa Smeralda
kennzeichnen. Nimmt man auf der Straße nach
Olbia die erste Abbiegung links, kommt man nach
Baja Sardinia, den nördlichsten Punkt der kleinen
Küstenalbinsel. Der Ort gehört nicht zu
dem von Aga Khan gegründeten Konsortium. Trotzdem
hat er sich zu einem bekannten Badeort entwickelt,
und verfügt über die größte
touristische Aufnahmekapazität in der Gegend.
Cala Battistone mit sehr feinem Sand, befindet sich
am Rande des Ortes. Es lohnt sich einen Ausflug
auf die Halbinsel Capo Ferro zu unternehmen, die
sich gegenüber den kleinen Inseln Cappuccini
und Biscie befindet, wobei die letztgenannte zum
Parco Nazionale des Archipels von La Maddalena zählt.
Zurück auf der Küstenstraße gelangt
man in Richtung Osten zum wunderschönen Fjord
von Poltu Quatu, und kurz danach erscheint auf der
rechten Seite, der Granitfelsblock mit der Aufschrift
„Costa Smeralda“: Hier ist die Nordgrenze.
Liscia di Vacca befindet sich hier, ein kleines
Juwel, und erneut sehr viele Strände, feiner
Sand und blaues Meer bis zur „Hauptstadt“:
Porto Cervo. Fröhlich, bunt und mondän,
elegant und vornehm, kommt der Ort nie zur Ruhe:
Am Tag ist er das Paradies für den der Sonne
und Meer liebt. Der Abend ist voll sprudelndem mondänem
Vergnügen: Die modischen Lokale, kleinen Restaurants,
die Boutiquen machen aus dem Ort das glamouröseste
und exklusivste sommerliche Königreich Italiens,
garniert mit dem „anstrengensten“ Nachtleben.
Das „Herz“ von Porto Cervo ist das
Gebiet nah bei Porto Vecchio, und seine Piazzetta
ist seine „Seele“. Im Porto Nuovo (dem
neuen Hafen) hingegen ist dies die Azzurra, jenes
italienische Boot, das in der Werft des Yachtclubs
Costa Smeralda di Porto Cervo hergestellt wurde
und 1983 bis ins Halbfinale des America’s
Cup gelangte. Der nächste atemberaubende Küstenstreifen
ist Cala di Volpe. Groß, mit smaragdfarbenem
Meer und den schönsten Stränden: La Celvia,
mit Sand aus Bruchstücken vielfarbiger Muscheln,
Capriccioli (feinster weißer Sand, und davor
die Inseln Mortorio und Soffi, die auch Teil des
Parco von La Maddalena sind), die exotische Cala
Liscia Ruja (gleichzeitig auch der größte
Strand), der Strand del Principe, Marinella, der
Lieblingsstrand von Aga Khan, (ideal für Kinder),
Rena Bianca, Piccolo und Grande Pevero, inmitten
der Natur, und Romazzino. Zu guter Letzt, Cala Razza
di Giunco am Golf von Cugnana: Hier ist die südliche
Grenze, das Ende der Costa Smeralda. Nach Süden
gelangt man nach Porto Rotondo. Porto Rotondo ist
mit der Costa Smeralda assoziiert, obwohl es sich
nicht in dem Gebiet befindet. Es war als rein italienisches
Gegengewicht zu Porto Cervo gedacht, und wurde zwischen
1965 und 1967 gegründet – quasi aus dem
Nichts erschaffen. Durch eine halbrunde Bucht geschützt
(daher der Name „Rotondo“), ist es elegant
und vornehm wie Porto Cervo, und ist ebenfalls mit
seiner Piazzetta und einem Amphitheater aus Granit
ausgestattet.
Was gibt es zu unternehmen
Man kann zum Beispiel ein Boot mieten und damit
die Inseln des Archipels von La Maddalena besuchen.
Man kann ins Wasser springen, windsurfen, Kanu,
Wasserski oder Schlauchboot fahren, Trekkingtouren
unternehmenen oder Tennis spielen. Der Pevero Golf
Club ist renommiert, eine weltberühmte 18-Loch-Runde.
Nach Einbruch der Dämmerung leuchten die Lichter
und Farben, das mondäne Leben entflammt: Es
gibt unzählige Lokale in denen man den Abend
verbringen kann. Für Segelbegeisterte ist Porto
Cervo ein Muss: Man kann seinen Aufenthalt auf die
Austragung der Segelwettkämpfe abstimmen. Um
nicht die Rally della Costa Smeralda zu vergessen,
die jedes Jahr im Oktober abgehalten wird. Und dazu
noch der Einkaufsbummel: Im kleinen Ort San Pantaleo
findet man Töpfer, die ihre Werke in die ganze
Welt verkaufen, Schmiede und Intarsiatoren. Zudem
wird auch die Korkeiche bearbeitet, ein Symbol der
gallurischen Landschaft.
Empfangs-und Aufenthaltsempfehlungen
Die Costa Smeralda wurde für einen elitären
Tourismus geschaffen. Daran hat sich bis heute nichts
geändert. Erschwingliche Preise sind hier nicht
zu erwarten. Für einen Urlaub „auf dem
Lande“ findet man in der Gallura unzählige
Möglichkeiten.
Die Gastronomie
Traditionelle Gerichte sind Teil der gallurischen
Küche: Die Zuppa Gallurese (ein Auflauf mit
altbackenem Brot mit Kuhmilchkäse, Brodo di
Pecora und Pecorino), die Zuppa di Mare oder Zuppa
di Arselle (Muschelsuppe). Auch Spaghetti werden
mit Muscheln angerichtet, nicht übersehen darf
man die ebenfalls schmackhaften Spaghetti ai Ricci
di Mare und Spaghetti alle Cozze (Miesmuscheln).
Zu guter Letzt dürfen die Spaghetti „Costa
Smeralda“ nicht unerwähnt bleiben. Beim
Hauptgericht mit Fisch finden die Miesmuscheln wieder
Verwendung: Paniert, frittiert, im Ofen überbacken,
oder – am besten – roh, mit Zitrone
bespritzt. Fleisch: Das klassische gebratene Spanferkel,
Lamminnereien, geschmortes Wildschwein, Wurst. Und
wer nicht wenigstens einmal den alten Schafskäse
probiert, ist selbst schuld. Im Allgemeinen wird
Käse oft mit Ravioli und Süßspeisen
verwendet, wie bei den Seadas. Typische Weine der
Region: Vermentino di Gallura e Cannonau.