Cagliari.
Hier kann man sich auf Entdeckungsreise des einstigen
Karalis begeben - der ehemaligen Phönizischen
Kolonie. Cagliari ist eine wahre Perle des Mittelmeeres
und beeindruckt das ganze Jahr über durch landschaftliche
Schönheiten, wie perlweiße Strände
und kristallklares Meer. Cagliari wird mit Geschichte,
unvergesslichen Düften, Kunst, köstlichen
Geschmackserlebnissen und Legenden in Verbindung
gebracht.
Die Ursprünge des antiken Namens
Die rauen Formen des Landes, das bereits in der
Antike von unwegsamen Gelände und felsigen
Gestein geprägt war, haben sich auf den Namen
der Hauptstadt ausgewirkt. Die Wurzeln des Namens
gehen entweder auf das Suffix „Kar“
(Gestein) oder auf „Kal“ (Bucht) zurück.
Somit nannten die Römer diesen „Schutzwall“
im Mittelmeer Karalis. Im Laufe der Zeit, und vor
allem aufgrund der langen Herrschaft durch die Spanier,
veränderte sich der Klang der Bezeichnung und
aus Karalis wurde Cagliari. Die Sarden selbst verwenden
für die gesamte Provinz den Namen „Casteddu“,
der sich von Castello – der Altstadt von Cagliari
– ableitet.
Geschichte und Legende
Die gesamte Provinz Cagliari kann eine uralte Geschichte
aufweisen. Obwohl zahlreiche Zeugnisse, wie die
Höhle von Sant’Elia belegen, dass die
Insel bereits seit der Urgeschichte bevölkert
wurde, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden,
welches Volk hier die erste Siedlung gegründet
hat. Der geographische Standort von Cagliari hat
sicherlich dazu beigetragen, dass sich die Phönizier
um das 6. Jahrhundert v. Chr. hier niedergelassen
haben. Diese siedelten sich sowohl am Kap von S.
Elia, als auch in der Lagune von San Gilla an. Die
Karthager führten dann eine Stadtordnung ein
und erweiterten diese erste städtische Siedlung
bis zu den Hängen des Bonaria-Hügels.
Es gibt unzählige historische Zeugnisse dieser
punischen Stadt, wie die Tongefäße von
S. Gilla oder die Totenstadt von Tuvixeddu. Dieser
mysteriöse Ort, an dem man die Ausgrabungsstätte
und die Zisternen bewundern kann, ist auf jeden
Fall einen Besuch wert. Nach den Karthagern dominierten
die Römer über gut 700 Jahre die Insel.
In dieser Zeit nahmen Cagliari und Umgebung an wirtschaftlicher
Bedeutung für das Römische Reich zu und
konnten sich zu einem wichtigen Kreuzungspunkt für
die Mittelmehrschifffahrt etablieren. Die Spuren,
die die Römer hinterließen, sind auch
heute noch ersichtlich, wie die Villa Tigello, das
Amphitheater und das Forum, das auf der heutigen
Piazza del Carmine steht. Nach dem Fall des Römischen
Reiches fiel das Land in die Hände von Barbaren.
Vandalen, Goten und Byzantiner folgten.
Ein weiterer wichtiger Zeitpunkt in der Geschichte
Cagliaris war das Jahr 1258, als die Stadt unter
die Herrschaft von Pisa fiel und somit seine Rechtskraft
einbüßte. Unter der Regierung von Pisa
kam es zu radikalen Änderungen der urbanen
Struktur von Cagliari. Der Stadtkern wurde vom Lagunengebiet
zur Anhöhe von Castello hin verlagert und mit
Stadtmauern und Türmen versehen, die noch heute
zu den architektonischen Schmuckstücken der
Stadt gehören (so zum Beispiel der Turm „Torre
dell’ Elefante“). Zudem wurden zur Verteidigung
des Hafens die Stadtviertel Marina, Stampace und
Villanova befestigt. Unter Bonifatius VII. wurde
der Vormachtstellung von Pisa ein Ende bereitet.
Dieser unterstellte Sardinien und Korsika der Obhut
von Jakob II., König von Aragonien. Aus dieser
Zeit stammt auch der bezaubernde Palazzo Viceregio.
Schließlich wurde die Geschichte der Stadt
und Provinz von Cagliari auch von den Savoyern geprägt.
Diese hinterließen zahlreiche Spuren, wie
den botanischen Garten und das Waffenlager, das
heute ein Museum beherbergt.
Zauberhaftes Land
Cagliari, mit seinen wunderschönen Sonnenaufgängen
und Sonnenuntergängen, ist eine wahre Perle
im Mittelmeer. Zu den beeindruckendsten Plätzen
der Stadt zählt die Strandpromenade Poetto,
die sich in der „Engelsbucht“ befindet.
Hier trifft man auf schneeweiße Sandstrände
und kristallklares Meer und kann die wunderschöne
Landschaft genießen. Cagliari liegt an den
Ufern eines weitläufigen Golfs und wird von
Hügeln umgeben. Unweit der Stadt befindet sich
die wunderschöne Lagune S. Gilla, wo man nicht
selten auf rosafarbene Flamingos trifft. Nicht zu
vergessen sind selbstverständlich die Ruinen
von Nora, die zu den ältesten der Insel zählen.
Darunter befinden sich ein phönizischer Tempel,
ein römisches Theater und ein gepflastertes
Forum. All jene, die sich gerne am Meer aufhalten,
werden von den Felsformationen und den schneeweißen
Sandstränden, die in den Vorgebirgen von Spartivento,
Teulada und Malfatano zu finden sind, begeistert
sein. Auch in Villasimius gibt es herrliche Strände,
wo Sanddünen auf das kristallklare Meer treffen.
Ein Besuch lohnt sich auch auf den Inseln Cavoli
und Serpentara, die artenreiche und spektakuläre
Meerestiefen aufweisen.
Ein Wohlfühlort für Naturliebhaber ist
Gestori. Diese Hochebene wird von Wäldern bedeckt
und von kleinen Pferden besiedelt. Am Fuße
der Hochebene von Gestori befindet sich mit Barumini
eine der bedeutendsten, archäologischen Stätten
von Sardinien. Man trifft hier auf so genannte Nuragen
– prähistorische und frühgeschichtliche
Turmbauten.
Die sardische Küche
Die sardische Küche ist reich an Traditionen
und bietet vielfältige Geschmackserlebnisse.
Zu den typischsten und bekanntesten Produkten zählt
das Brot, welches je nach Region auf die unterschiedlichsten
Arten hergestellt wird. Darunter findet man das
so genannte „su cifraxu“, in Form eines
großen Laibes, oder das „su coccoi“,
ein knuspriges, goldfarbenes Brot, das aus Grieß
hergestellt wird. Dann gibt es noch die Brotsorte
„su pani carasau“, ein knuspriger, runder
Fladen, der mit Öl und Salz hervorragend schmeckt.
Unter den lokalen Antipasti sticht das Gericht „burrida“
hervor – Katzenhai mit Petersilie und Nüssen.
Charakteristische Hauptspeisen sind die „malloreddus“,
Grießklößchen mit Safran auf Tomaten
und Käse, und die „panadas“, Nudeln,
gefüllt mit Gemüse, Fleisch oder Aal.
Ebenso schmackhaft ist das Gericht „porceddu“,
Lamm- oder Ziegenfleisch, das am Spieß zubereitet
und mit Myrtheblättern und Lorbeeren gewürzt
wird. Unter den Nachspeisen heben sich die „sebadas“,
Honigkrapfen, gefüllt mit frischem Schafskäse,
hervor.
Feste und Traditionen
Zu den bekanntesten Feierlichkeiten und Traditionen
gehören der Karneval, der im Februar stattfindet,
die Zeremonien der Karwoche Ende März und Anfang
April, faszinierende Pozessionen durch die altertümlichen
Straßen der Stadt, das Volksfest des Heiligen
Efisio am 1. Mai, das aus einem Umzug von Repräsentanten
der verschiedenen Dörfer und dem Wagen mit
der Statue des Schutzpatrons besteht, und schließlich
der „Tag von Sardinien“ („Sa Die
de sa Sardigna“) im April, an dem man sich
an den Aufstand der Bewohner von Cagliari gegen
die piemontesische Regierung erinnert, der am 28.
April 1794 stattgefunden hat. Des Weiteren feiert
man am dritten Sonntag im Juli in Villasimius das
„Fest zu Ehren der Madonna del Naufrago“.
Hierbei erinnert ein Umzug mit Booten an die Madonnenstatue,
die bei einem Schiffsbruch am Meeresboden versunken
ist. In Muravera wird Ende März bzw. Anfang
April das „Volksfest der Zitrusfrüchte“
ausgetragen. Hierzu kommen Volkstanzgruppen aus
ganz Sardinien zusammen und altertümliche Wägen
erinnern an die einstige Weide- und Ackerbaukultur.