TurinMoncalieri.
Seit 1649 trägt Moncalieri den Titel Stadt
und seit jener Zeit begann seine Ausdehnung und
Weiterentwicklung und es wurden Traditionen ins
Leben gerufen, die teilweise noch heute existieren
wie der Rindermarkt "Fiera del Bue Grasso"
und die "Fiera dij subijet", der große
Freitagsmarkt, der 1286 von Amadeo V. eingerichtet
wurde. Die Stadt bereichert sich mit Monumenten,
Kirchen und spektakulären Villen in den Hügeln.
Im Laufe der Jahrhunderte entdeckt Moncalieri immer
mehr seine Neigung hin zur Industrie: im 19. Jahrhundert
entstehen Zündholz- und Fahrradfabriken und
die Gießerei Limone nahe beim Fluss Sangone.
Eben diese Gießerei, die Ende der Siebzigerjahre
ihre Tätigkeit aufgab, wurde zum Mittelpunkt
wichtiger Sanierungsarbeiten, durch die sie, mit
der Unterstützung der Stiftung des Teatro Stabile
von Turin in eine Kunst-Fabrik und eine Schmiede
von Events verwandelt wurde. Im vergangenen Jahrhundert
hat Moncalieri eine bemerkenswerte Ausdehnung erreicht,
und heute umfasst sie eine ausgedehnte Fläche,
die zahlreiche Ortsteile wie Revigliasco und Testona
einschließt, wo wichtige Firmen im Bereich
des Prototypenbaus von Autos, des Industriedesigns,
des Verlags- und Grafikwesens tätig sind. Trotz
dieser Entwicklung bewahrt die Stadt in ihrem historischen
Zentrum die Zeugnisse ihrer Geschichte, beim Mittelalter
beginnend, weiterhin auf: die alte Piazza Maggiore,
die auf drei Seiten mit Arkadengängen versehen
ist, die Stiftskirche Santa Maria della Scala, die
Kirche San Francesco, das königliche Internat
Carlo Alberto, das Stadttor Porta Navina und das
die ganze Stadt überragende königliche
Schloss, das 1997 von der Unesco zum Kulturgut der
Menschheit erklärt wurde. Die Grundstruktur
dieses beeindruckenden Bauwerks stammt aus dem 13.
Jahrhundert, aber seine gegenwärtige Form ist
aus dem 17. Jahrhundert. Es war Wohnsitz und Lustschloss
der Herrschenden. Hier verkündete Vittorio
Emanuele II. 1849 den Appell von Moncalieri, ein
historischer Akt, durch den die Abgeordnetenkammer
aufgelöst wurde.