TurinExilles.
Die kleine Gemeinde Exilles inmitten des Susatals
wurde aufgrund ihrer geografischen Lage stets als
strategisch wichtiger Ort angesehen, vor allem unter
militärischem Gesichtspunkt, und stand immer
schon im Mittelpunkt wichtiger Verkehrswege. Damit
ist auch die Rolle der Festung erklärt, einem
imposanten Befestigungskomplex, der von der Höhe
eines Felsvorsprungs aus nicht nur den Wohnort,
sondern das ganze Tal beherrscht. Der Ursprung der
Festung reicht weit zurück: Sie existierte
bereits im 12. Jahrhundert; nachdem sie 1796 von
den Franzosen zerstört worden war, wurde sie
zwischen 1820 und 1829 wieder aufgebaut, 1874 folgten
weitere Änderungen. Die Festung in ihrer heutigen
Form zeichnet die formale Struktur mit Verteidigungscharakter
des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert nach, wobei
militärtechnologische Aspekte aus dem 19. Jahrhundert
mit einfließen. Nach dem 8. September 1943
wird die Festung endgültig vom Militär
verlassen und es beginnt sein allmählicher
Verfall, der bis 1978 andauert. In diesem Jahr erwirbt
die Region Piemont die Festung und plant zahlreiche
Renovierungsarbeiten, die die Möglichkeit der
Besichtigung der Festung und die Einrichtung eines
Museums einschließen. Die monumentale architektonische
Struktur, die zum Museum ihrer selbst geworden ist,
bietet dem Besucher eine umfangreiche Besichtigungsstrecke,
die bei der königlichen Rampe beginnt, um schließlich
beim Ritterhof anzukommen, dem Kern der ganzen Struktur.
In den Räumen mit den Schießscharten
sind Teile der Militärsammlung des Nationalen
Bergmuseums untergebracht: Uniformen von der Entstehung
der Alpenjägertruppen an bis heute. In der
Diamantenbastion, "Bastione del Diamante",
kann man hingegen die spektakuläre Inszenierung
bewundern, die die Geschichte der Festungen der
Westalpen erzählt.