BiellaBiella.
Wie zu den Zeiten des Goldrausches am Klondike an
der Grenze zwischen Kanada und Yukon gibt es heute
an den Ufern des Flusses Elvo, im Gebiet von Biella
Hobbygoldwäscher, die nach dem Vorbild der
Pioniere das Kiesbett des Flusses auf der Suche
nach Gold durchsieben. Dieses Abenteuer lockt in
die Umgebung der Stadt Carisio, die eine der wichtigsten
Reisanbaugegenden Piemonts darstellt, Dutzende von
Menschen aus In- und Ausland. Für die Liebhaber
von Kulturtourismus bietet das Gebiet von Biella
Wallfahrtsorte und Wege des "Glaubens"
voller Ex Voto und Fresken, die die Schwarze Madonna
darstellen, sowie Burgen und Baudenkmäler von
großem historischen Wert.
Man sagt, dass die Menschen in
Biella immer einen Koffer gepackt haben, immer startklar,
um in den Anden oder den Hochebenen Kaschmirs die
beste Wolle zu ergattern um dann vom besten Fachpersonal
mit hochmodernen Maschinen verarbeitet zu werden.
Reich an Wasser in sonniger Lage ist in der Region
die Luftfeuchtigkeit ideal für die Verarbeitung
von Wolle. Einzigartige Bedingungen, die für
viele Unternehmer in Biella – Zegna, Barbera,
Piacenza -, die auf Qualität mit hochwertiger
Ware für große Textilkreationen gesetzt
haben, Gold wert war.
Als Zeugen für die Lebhaftigkeit des Textilsektors
sei an die Vielfalt an Industriestätten und
der damit verbundenen Infrastruktur, die auf ein
Schaffen aus 20 Jahrhunderten zurückblicken,
erinnert. Die Kunst der Wolle war schon im Mittelalter
so verbreitet, dass die Stadt Biella sie mit klaren
Richtlinien in ihren Statuten erwähnte. Aus
dieser handwerklichen Arbeit wird 1817 Industrieproduktion,
als Pietro Sella die ersten Maschinen in den Webereien
der Familie Vallemosso einführt. In den darauf
folgenden Jahren haben verschiedene Unternehmen
der Stadt Biella und der Region Piemont Anlass gegeben,
stolz zu sein.
Am Rande der Täler Elvo, Oropa und Cervo gelegen
besteht Biella aus drei Stadtteilen: Biella Piazzo,
der höhergelegene Teil, Biella Piano, rechts
des Flusses Cervo, und Biella Chiavazza links des
Cervo. Antiken Ursprungs war Biella Schauplatz historischer
Ereignisse: zwei seiner Söhne, Alfonso La Marmora
und Quintino Sella, haben sich im Risorgimento hervorgetan.
1927 wird Biella unter die Verwaltung Vercellis
gestellt und erst 1996 wird es Hauptort einer eigenen
Provinz.
Zu den historischen Kunstschätzen der Stadt
zählen: der Dom, 1402 erbaut; der Kreuzgang
des ehemaligen Klosters S.Sebastiano aus dem Rinascimento,
heute Sitz des Stadtmuseums; das Battistero, die
Taufkirche, eines der charakteristischsten Gebäude
der lombardisch-romanischen Kunst, gebaut im 10.
Jahrhundert auf den Resten einer römischen
Begräbnisstätte; Palazzo Scaglia, Wohnhaus
aus dem 16. Jahrhundert; Palazzo della Cisterna
und Palazzo Ferrero della Marmora, Wohnhäuser
gleichnamiger Familien, aus denen religöse,
politische und militärische Größen
Italiens stammen.
Biella ist auch eine moderne Stadt der Jugend,
die sich um deren berufliche und universitäre
Ausbildung kümmert. Eine entscheidende Rolle
spielen die Città Studi, eines der wichtigsten
kulturellen und industriellen Zentren Italiens,
und die Fondazione Pistoletto – Kunsthochburg
in einer ehemaligen Weberei, das ein Panorama über
neue Tendenzen in der Kunst zeigt.