Biella.
Die Pracht der blühenden Pfingstrosen Anfang
Mai gibt den Lauf der Zeit im Botanischen Garten
von Oropa wieder. Tannen, Rhododendren und Hortensien
beleben mit ihren Farben die Oase Zegna, die den
Liebhabern des Freiluft-Tourismus zwischen Mitte
August bis Ende September lange Mountainbikefahrten
und Wanderungen auf der Suche nach Pilzen ermöglicht.
Der Zauber der Gegend um Biella entfaltet sich entlang
natürlicher Wegstrecken durch Parks, Täler,
Kastanienwälder und entlang historisch-künstlerischer
Wanderwege. Zu den Touren, die man nicht versäumen
darf, gehört die “Baumwollstraße”,
die Biella mit Borgosesia verbindet. Auf fünfzig
Kilometern kann man noch einmal die Geschichte der
Entstehung der Textilindustrie in einem Gebiet nachvollziehen,
die früher einmal reich an Wollwebereien war,
in denen arbeitsame Hände die Fäden der
Geschichte der Gegend um Biella webten. Die Familie
Sella, eine reiche Familie von Wollwarenfabrikanten
und Pioniere in diesem Gebiet, waren die Protagonisten
des Textilindustriebooms zu Beginn des 19. Jahrhunderts
und die ersten, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts
Werkshallen zur industriellen Bearbeitung von Wolle
bauen ließen. Viele dieser Wollwarenfabriken
erfüllen heute nicht mehr ihre ehemalige Funktion,
aber dank eines neuerwachten Interesses an den “Orten”
der Industriearchäologie seitens der Gemeinden
wurden sie umstrukturiert. So wurde die frühere
Wollwarenfabrik Trombetta zum Sitz der Cittadellarte-
Stiftung Pistoletto, ein Zentrum, das sich der zeitgenössischen
Kunst widmet und wo Konferenzen, Ausstellungen,
Veranstaltungen und Konzerte durchgeführt werden.
Ein Zeichen dafür, wie die Industrialisierung
das umliegende Gebiet nicht hat verkommen lassen,
sondern, wie Fortschritt und die landschaftlichen
Erfordernisse in Einklang gebracht werden können
und dabei der historische Wert und die Schönheit
beibehalten werden.