AstiAsti.
Aber ist Asti immer noch auf dem „tiefsten
Lande“ wie der über die Grenzen hinaus
berühmte und gefeierte Rechtsanwalt und Liedermacher
Paolo Conte, einer der berühmtesten Sänger
des Astigebietes der letzten Jahrzehnte einst sang?
Mittelalterlicher Stadtkern, Provinzhauptstadt einer
der wichtigsten “Weinprovinzen” der
Welt, ist Asti heute Sitz fortschrittlicher Forschung
im Landwirtschaftssektor und Bezugspunkt für
die Entwicklung eines neuen landwirtschaftlichen
Konzepts in Italien und Europa.
In einer mit Fahnen geschmückten
szenographischen Stadt begeistern mehr als 1200
mittelalterlich gekleidete auf den Straßen
vorüberziehende Figuranten ein dicht gedrängtes
Publikum. 21 Jockeys reiten ohne Sattel auf ebenso
vielen Pferden um ein Samttuch mit dem Wappen der
Stadt und der Abbildung des Schutzheiligen San Secondo
zu gewinnen. Das sind nur einige der „szenischen
Elemente“, die aus dem Palio von Asti ein
in der Region ersehntes Herbstereignis machen. Dabei
ist es nicht nur das Besinnen auf Traditionen, was
die Stadt bewegt, sondern eine echte Leidenschaft,
die von den Bewohnern der 14 Stadtteile, die am
Palio teilnehmen, gepflegt wird. Eine Leidenschaft,
die von Jahr zu Jahr wächst und das Fest immer
spezieller werden lässt. Es beginnt am Donnerstag
mit einer Parade der Fahnenschwinger, die in den
Farben der Stadtteile, denen sie zugehören,
gekleidet sind. Es folgt der Markt des Palio, Gelegenheit
für die Vertreter der Stadtteile sich zu treffen,
auszutauschen und kurios und originell in den Farben
der Stadtteile verpackte Souvenirs anzubieten.
Beim Abendessen, das die Spannung in der Nacht
des Vorabends lockert, versammeln sich auf den Straßen
Neugierige und Mitwirkende und wünschen sich
Glück. Örtliche Produkte, Gesänge,
Tänze und Aufführungen für eine unvergessliche
Nacht.
Asti ist eine gastfreundliche und vielseitige kleine
Stadt, bekannt vor allem für seine Weine und
seine Lebensmittelprodukte, beliebt aber auch wegen
seiner Kunstschönheiten, seiner lebhaften Handelstätigkeiten
und besonders wegen seiner zahlreichen kulturellen
und weingastronomischen Ereignisse, die jedes Jahr
Tausende von Touristen anlocken.
Die Stadt liegt inmitten einer Hügellandschaft,
die vom Fluss Tanaro und einigen wichtigen schon
zu Römerzeiten angelegten Kommunikationswegen
durchzogen werden. Ihre strategisch günstige
Lage machte sie im Mittelalter reich und mächtig,
so dass zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert die
freie Stadt, eine der reichsten und mächtigsten
Norditaliens, oft in Konflikt mit dem Marquisat
des Monferrato geriet. Den mittelalterlichen Stadtkern,
mit elliptischem Grundriss, durchziehen enge Gassen
in denen Spuren von Festungen und Turmruinen offensichtlich
sind. Bemerkenswert sind auch die aus dem 19. Jahrhundert
und dem Barock stammenden städtebaulichen Veränderungen.
Zeugen einer großen Vergangenheit findet man
in Monumenten wie: die Kollegiatskirche San Secondo,
die dem Schutzpatron der Stadt geweiht und im 14.
und 15. Jahrhundert errichtet wurde; das Rathaus
(Palazzo di Città), seit 1558 Sitz der Stadtverwaltung;
die Maria Assunta geweihte Kathedrale, eine der
bedeutendsten gotischen Kirchen aus dem vierzehnten
Jahrhundert in Piemont; Palazzo Alfieri, in dem
sich das Museo Alferiano befindet, das Erinnerungen
an den bekannten Schriftsteller Vittorio Alfieri
aus Asti sammelt; die Krypta San Anastasio; die
Rotunde von San Pietro in Consavia; der trojanische
Turm, „Uhrenturm“ genannt, weil er als
Stadtuhr die Uhrzeit für öffentliche Dokumente
angab. In Via dell’Arazzeria steht die Certosa
di Valmera, die die Werkstatt für Gobelinmanufaktur
von Ugo Scassa beherbergt. Die ausgestellten Werke
umfassen auf Skizzen von Bildern gewebte Wandteppiche
von italienischen und internationalen Künstlern
wie Casorati, De Chirico, Guttuso, Mastroianni,
Kandinskj, Klee, Matisse und Miro. Die Ausstellung
wird durch eine angrenzende Webereiwerkstatt bereichert.
Heute ist Asti nicht nur eine Stadt der Geschichte
und der Kunst, sondern auch ein Bezugspunkt für
nationale und internationale Weingastronomie. Es
genügt daran zu erinnern, dass die Stadt jedes
Jahr im September zahlreiche Veranstaltungen organisiert:
Die Douja d’Or, eine nationale Messe ausgewählter
Weine, mit Weinproben und –verkauf hunderter
Sorten aus ganz Italien und das Festival delle Sagre,
Huldigung an die Weingastronomischen Traditionen
in der Region.