Cingoli.
Eine windige von einer Stadtmauer umgebene Stadt auf
einem Hügel, die noch in der Abendsonne erstrahlt,
wenn ihre Umgebung schon im Dunkeln liegt. „Non
é ancor notte a Cingoli" ( Es ist noch
nicht Nacht in Cingoli) heißt ein bekannter
Spruch in den Marken, was soviel heißt wie „Man
soll den Tag nicht vor dem Abend loben."
Wegen seiner weiten Ausblicke ins Land nennt man
Cingoli auch den „Balkon der Marken". Den
besten Blick hat man hinter der Kirche San Francesco.
Steigen Sie den Corso Garibaldi hinauf zur Piazza
Vittorio Emanuele, einst das Forum des römischen
Cingulum, und auch heute noch das Herz dieser fast
ganz und gar aus demselben Gestein gebauten Stadt.
An einer Seite des Platzes befindet sich das schöne
Renaissance-Rathaus mit einem noch viel älteren
Uhrenturm
Es beherbergt das neue, schön angelegte Museo
Archeologico mit interessanten Fundstücken aus
der Bronzezeit. Wenn Sie sich die Sammlung anschauen
wollen, fragen Sie in der Stadtbücherei ( Biblioteca
Comunale) in der Via Mazzini,1.
Im Bibliotheksgebäude befindet sich auch die
städtische Pinakothek, wiederum eine dieser kleinen
feinen Sammlungen, die die Gegend erstaunlicherweise
aufzuweisen hat, mit Bildern von Lorenzo Lotto.Hier
sei besonders die wunderschöne Madonna mit dem
Rosenkranz genannt.
Im Jahre 1829 kam Cingoli zu kurzer Berühmtheit,
als nämlich ein Sohn der Stadt ein Jahr lang
als Papst Pius VIII regierte. Er war es auch, der
eine neue Fassade für die spätbarocke Kathedrale
an der Hauptpiazza in Auftrag gab, die jedoch wegen
seines frühen Todes nie vollendet wurde.
Hinter dem Rathaus verläuft die stille via del
Podestá, Cingolis Straße mit der schönsten
Atmosphäre.