In den Ossola-Tälern gibt es vieles, was das Herz eines jeden Feinschmeckers höher schlagen lässt. Duftende Weidenkräuter, Wild - z.B. Hirsche - aber auch milchgebende Ziegen und junge Zicklein gehören zum Repertoire der Ossola-Küche. Pilze, Kastanien und Schnecken runden dieses kulinarische Profil ab ... Die älteste Küche der gesamten Region - die des Bergvolkes der Walser - ist ebenfalls hier angesiedelt. Zwei Herbergsbetriebe, Formont di Druogno und Rosmini di Domodossola, bieten typische Walser-Gerichte an. Die regionaltypischen Gerichte, die hier angeboten werden, aber von Tal zu Tal leicht variieren, fallen in der Regel würzig und reell aus.
Die einzigen weicheren Produkte, die hier verzehrt werden, sind die Käse Mozzarella und Ricotta, die hier allerdings immer ein wenig nach Alpenwiese schmecken. Auch alles andere - etwa Fleischgerichte oder Wurstsorten - bis hin zum Wein haben hier ganz eigene Geschmacksrichtungen ausgebildet. Ossola, un Mondo speciale (Ossola, eine besondere Welt), ist hier nicht nur ein Slogan, sondern gelebte Wirklichkeit. Zu den typischsten Produkten der Ossola-Täler zählen natürlich die Käse. Ob halbfett oder fett, halbreif oder ganz durchgereift sind es vor allem die Käse, die hier gerne verzehrt werden. Die ossolanische Milch, die fast ausschließlich von den hier typischen braunen Kühen stammt, eignet sich ganz besonders gut für die Herstellung qualitativ hochwertiger, lokaler Käsesorten.
Aber auch die Pasta, die hier charakteristischerweise in einer Farbskala von Weiß bis strohgelb angeboten wird, hat einen ganz eigenen, feinen, fast süßlichen Geschmack und geht eine harmonische Verbindung mit den hier vorkommenden Weidenkräutern des Ossola-Gebietes ein. Auch alle hier zubereiteten Wurst- und Schinkensorten, wie z. B. Pancetta con cotenna, Prosciutto montano, Bresaola delle Valli dell’Ossola, Lardo, Mocetta ossolana, Violino di agnello Mortadella ossolana , haben hier alle einen charakteristischen Geschmack und sollten einmal versucht werden. Besonders bekannt geworden sind die Ossola-Täler auch durch ihre verschiedenen, schmackhaften Honigsorten. Ob es der dunkle, intensiv schmeckende und sehr nahrhafte Kastanien-Honig, der Honig „Millefiori“ ist, der aus tausend verschiedenen Wiesen- und Bergkräutern gewonnen wird, oder aber der Rhododendron-Honig, der zu den raffiniertesten Honigsorten zält: hier gibt es viele wohlschmeckenden Honigarten, für die die Region bekannt geworden ist.
Freunde von süßen Nachspeisen müssen in der Ossola-Tälern ebenfalls nicht darben: Ob es das süße Brot cradenzin ist, das auch crescenza genannt wird, das mit Äpfeln oder Erbeeren, Nüssen zubereitet und anschließend mit Zucker bestäubt wird: alles schmeckt hier würzig und gut. Oder ob es eine andere Süßspeise sein soll, die gerne Kindern gegeben wird, die Crescenz, die im Valle Vigezzo lokalisiert ist und in Form kleiner Törtchen gereicht wird, entscheidet der individuelle Geschmack. Das Dolce di Masera von Masera, die Fügascina, oder Focaccia dolce aus Mergozzo, die Frittelle di carnevale aus Pallanzeno, die Krussli aus den Valli Antigorio e Formazza, das Magiarin aus der Val Bognanco, das Pane con le mele aus dem unteren Ossola-Tal, oder das Stinchett aus der Stadt Santa Maria Maggiore im Valle Vigezzo - die Aufzählung an Süßspeisen, die ein gelungenes Essen abschießen, ließe sich um viele weitere Süßspeisen erweitern ...
Auch die ossolanischen Weine sind über die Täler hinaus bekannt geworden; allen voran sind hier die Weine aus der Nebbiolo-Traube zu nennen, und noch vor den anderen Cabernet und Cabernet-Sauvignon-Trauben sowie Merlotrauben bilden die Grundlage für viele wohlschmeckende Weine. Der Barbera, auch wenn er usrpünglich aus dem Monferrato kommt, wird auch in dieser Region wieder kultiviert. Mit dem Malvasia werden ebenfalls Versuche der Kultivierung unternommen. Allen voran ist aber der Nebbiolo zu nennen, und, noch vor den anderen, der Prunént, der schon im Mittelalter bekannt und sehr beliebt war. Aber auch ein Barolo, Barbaresco oder Gattinara wird hier in der Gegend gerne verkostet. Unter den Weissweinen sind es die eingeführten Weine Grechetto dell‘Umbria, Chardonnay bianco und Erbaluce del Piemonte, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.