Varese.
Land des Wassers, der Täler und der Schlösser
– das ist Varese, Grenzland am Fuße
der Voralpen; In der Provinz Varese leben Natur
und Mensch seit jeher in perfekter Harmonie nebeneinander;
die Jahrhunderte lange Besiedlung der Provinz hat
keinerlei Schäden an der Natur hinterlassen,
eher stellt sie eine Bereicherung für sie dar.
Das Gebiet
Vom 1226 m hohen Berg „Campo de’ Fiori“
(lombardische Voralpen) aus, erscheint die Provinz
wie ein bunter Malkasten. Berge, Täler, Wälder
und Flüsse schmücken das Land, und mit
den Jahreszeiten wechseln auch die Farben. Zehn
Seen, alle eiszeitlichen Ursprungs, werden von einer
Unmenge von Flüssen und Bächen gespeist.
Die wichtigsten Seen sind der „Lago di Varese“,
„Lago Maggiore“, „Lago Ceresio“
und „Lago Verbanio“, die wichtigsten
Flüsse der Tresa und der Ticino. Die Berglandschaft
im Norden geht langsam in Hügel und Täler
über und endet im Süden schließlich
in einer blühenden Ebene. Gärten „all’italiana“
oder „all’inglese“ (in italienischem
oder englischem Stil), Parks, Türme und idyllische
Dörfchen bringen Abwechslung in die grüne
Landschaft. Durch die Täler (Valceresio, Valcuvia,
Valle Olona, Valganna-Valmarchirolo, Valli Del Luinese)
schlängeln sich antike Wege, die zu Fuß,
zu Pferd oder mit dem Rad erkundschaftet werden
können, am besten in den Übergangsjahreszeiten.
Die Reiseziele
Sehenswerte Kunstwerke in Varese sind die Basilika
„San Vittore“ mit dem berühmten
Glockenturm und das Baptisterium „San Giovanni“.
Herrlich sind auch die Villen und Gärten: „Villa
Menafoglio Litta Panza di Biumo“, Kulturerbe
der Fai („Fondo per l’ambiente italiano“
– italienische Umweltorganisation), beherbergt
Sammlungen zeitgenössischer, afrikanischer
und präkolumbischer Kunstwerke; im Park der
„Villa Ponti“ liegt ein kleiner Quellsee,
zum Palazzo Estense gehört einer der schönsten
Gärten der Lombardei; nicht verpassen sollten
Sie außerdem das Schloss „Castiglioni
Mantegazza“ und den Turm von Velate. Im Norden
liegt der Sacro Monte (Heiliger Berg); vierzehn
Kapellen säumen die Via Sacra (Heiliger Weg),
die sich den Berg hinaufschlängelt und im Wallfahrtsort
Santa Maria del Monte endet.
In Bisuschio, im Inneren der Provinz, kann man die
„Villa Cicogna Mozzoni“ aus dem 15.
Jh., mit dahinterliegendem Park aus dem 19. Jh.,
besichtigen. Ein weiteres Schmuckstück der
Fai befindet sich in Casalzungo, die „Villa
della Porta Bozzolo“. Auch eine Unzahl von
Schlössern liegt über das Land verteilt:
„Rocca Borromeo“ in Angera, die Visconti-Schlösser
in Cislago, Fagnano Olona und in Jerago con Orago.
Andere wunderschöne Bauwerke sind die Eremitage
„Santa Caterina del Sasso“ in der Ortschaft
Leggiuno, auf einem Felvorsprung über dem Lago
Maggiore gelegen sowie das Kloster „Voltorre“
in Gavirate, das heute Sitz des Museums für
moderne Kunst der Provinz ist. In Busto Arsizio
sollten Sie die Kirche „Santa Maria in Piazza“
aus der Renaissance-Zeit und die Basilika „San
Giovanni“ besuchen, in Saronno die Wallfahrtskirche
„Santuario della Beata Vergine dei Miracoli“,
eine romanische Basilika aus dem Jahre 1498. Noch
zu erwähnen sind die Ortschaften Castelseprio
mit der kleinen Kirche „Santa Maria Foris
Portas“ und nicht weit entfernt, Castiglione
Olona, ein Schmuckstück mittelalterlicher Kunst.
Sport und Relax
Genauso wie die Kunst, gehört auch der Sport
zu Varese. Alle möglichen Sportarten, u.a.
Tennis, Sportschießen und Tontaubenschießen,
können ausgeübt werden, der beliebteste
Sport ist aber Basketball. Flüsse und Seen
bieten ideale Voraussetzungen für Rudersportarten,
Kanu und Kayak sowie Sportfischen, Segeln, Wasserschifahren
und Surfen. Gut ausgestattete Strände laden
außerdem zum Baden ein; Täler und Wälder
bieten schöne Trekking- und Reitgebiete; aber
auch Drachenflieger, Paraglider und Sportkletterer
sowie Wintersportler (Schi fahren, Eis laufen u.a.)
können hier ihrer Leidenschaft nachgehen.
Essen und Trinken
Reis, Seefisch, Wild und Polenta sind die Protagonisten
der Küche Vareses. Typische Produkte sind der
Gorgonzola Dop, der in Varese produziert wird, sowie
die Formaggella, ein Weichkäse aus Ziegenmilch
aus den Luinesi-Tälern. Drei Honigtypen sind
vom „Consorzio qualitá miele varesino“
(Genossenschaft zum Schutz der lokalen Honigproduktion)
geschützt: Blüten-, Akazien- und Kastanienhonig;
Akazien- und Kastanienhonig eignen sich sehr gut
als Beilage zu ausgezeichnetem, reifen Ziegenkäse.
Aus den Bergen des Veddaca-Tales kommt der „Violino“,
ein Schinken aus den Schlegeln von Ziegen oder Schafen
hergestellt. Die „Brutti e buoni“ sind
kleine, hausgemachte Eiweißkekse aus süßen
Mandeln, Nüssen und Vanille.
In der Zone von Angera werden die „Ronchi
Varesini“ – Weißweine, Rotweine
und Roséweine – angbaut. Mit „Ronchi“
werden die charakteristischen, terrassenartigen
Weinanbauflächen bezeichnet. Unbedingt probieren
sollten Sie den Kräuterlikör „Borduca“
aus dem Sacro Monte und natürlich den weltweit
bekannten Amaretto-Likör sowie die Amarettokekse
aus Saronno.
Feste und Traditionen
Zum Jahrestag des Heiligen Antonio Abate wird in
Varese am 17. Jänner ein großes Kirchenfest,
mit Segnung von Brautleuten und Tieren, Verkauf
der „pessitt de S. Antoni“ (frittierte
Fischchen) und einem großen Feuer auf dem
Hauptplatz, abgehalten.
Für die Aufrechterhaltung des lokalen Dialektes,
der „Bosino“, und der Traditionen sorgt
die folkloristische Bosino-Vereinigung.
In Busto Arsizio, in Varese, Gavirate und vielen
anderen Zentren wird noch der „Gioeubia“-Brauch
gepflegt: am letzten Donnerstag im Januar, wird
die „vecchia“ (die Alte), das Symbol
der trockenen Jahreszeit, verbrannt und der Frühling
herbeigerufen. Das traditionelle Gericht an diesem
Tag ist der „Risotto con la luganiga“
(Reis mit Luganiga-Wurst) als Zeichen der Fruchtbarkeit.
Der bekannteste Markt der Lombardei wird jeden Mittwoch
in Saronno abgehalten; in Castigione Olana hingegen,
findet jeden ersten Sonntag des Monats die „Fiera
del Cardinale“ statt, ein Gebrauchtwaren-
und Antiquitätenmarkt.
Die Legende um die Abtei „San Gemolo in Valganna“
erzählt, dass San Gemolo als junger Soldat
aufgrund seines Glaubens enthauptet wurde und sich
mit dem Kopf in der Hand an die Stelle der heutigen
Abtei begab, um dort begraben zu werden.