Pavia.
Die Kartause, antike Schlösser, Berge und Ebenen
mit den Flüssen Ticino und Po, charakterisieren
die Landschaft der Provinz Pavia.
Die Kartause von Pavia
Zwischen Pavia und Mailand steht die mächtige
Klosteranlage der Kartäusermönche aus
dem 14. Jh., die auf Anordnung von Gian Galeazzo
Visconti errichtet wurde. Etwa hundert Jahre lang
brauchte es bis, mit dem Bau der Kirche, die Anlage
fertig war. Heute birgt der Ort eine einladende
Atmosphäre und wunderschöne Kunstwerke.
Schon am Eingang, mit dem aus Marmor gehauenem Tor,
wird der Besucher auf den Prunk der Anlage vorbereitet.
Im „Palazzo Ducale“, im Inneren der
Klosteranlage, werden die Ehrengäste untergebracht.
Der Palast grenzt an einen großen Hof, der
ein weiteres Schmuckstück beherbergt: die Kirchenfassade
aus Marmor aus dem 16. Jh.; Der Reichtum spiegelt
sich hier in der Dekoration dar: 60 Medaillons mit
den Abbildungen der Herrscher und alte romanische
Münzen schmücken den unteren Teil der
Kirche, auf dem Portal sind die Geschichten der
Madonna und der Kartause dargestellt. Den oberen
Teil der Fassade verzieren weitere Medaillons und
hohe Fenster, die das Innere erhellen. Gewölbekreuze
schützen die zahlreichen Kunstwerke in der
Kirche. Zu den Kunstwerken gehören wertvolle
Fresken aus dem 15. Jh., der Hauptaltar und der
Chorraum aus Holz. Von der Kirche aus gelangt man
in den kleinen Kreuzgang mit der Kapelle und von
dort aus in den großen, der zum Refektorium
führt. Den großen Kreuzgang säumen
die 24 Schlafzellen der Mönche.
Die Gebiete „Oltrepo“ und „Lomellina“
Das Oltrepo-Gebiet befindet sich südlich von
Pavia und weist unterschiedliche Landschaften auf:
Hügel, auf denen Wein angebaut wird, Berge
mit antiken Orten und Schlössern und die Ebene
mit dem Po. Das wichtigste Zentrum ist Voghera,
dessen Altstadt von schönen Alleen, die einstigen
Befestigungsmauern, eingekreist ist. In der Altstadt
befindet sich das Schloss der Visconti und die,
von Lauben umgebene, Kollegiatskirche „San
Lorenzo“. Sehenswert ist auch ein anderes
religiöses Kunstwerk, die Abtei „Sant’Alberto
di Butrio“, die heute an jener Stelle steht,
wo einst der Priester eine kleine Kapelle bauen
ließ. Die einstige Einsiedlerkirche in den
Bergen ist heute ein Komplex aus drei Kirchen: Die
ursprüngliche ist dem Heiligen Alberto gewidmet,
die zweite der Heiligen Maria und die dritte und
größte dem Heiligen Antonius. In deren
Inneren stützt ein zentraler Pfeiler die vier
Bögen, die das Gewölbe unterteilen; schöne
Fresken verzieren die Wände, den Pfeiler und
die Decke. Von der Sakristei aus gelangt man in
den Garten des Pfarrhauses, der früher den
Kreuzgang bildete und dessen alter Brunnen noch
steht. Zur Abtei gelangt man von Varzi aus; im mittelalterlichen
Viertel von Varzi steht der Malaspina-Palast mit
viereckigem Turm und die Kapuziner-Kirche aus Sandstein
in gotisch-romanischem Stil. Den Eingang zum Mittelalter-Viertel
bilden die zwei antiken Türme „Mangini“
und „Orologio“; letzterer wurde im 18.
dazugebaut.
Eine weitere mittelalterliche Stadt des Oltrepo-Gebietes
ist Viguzzolo mit der Pfarrkirche „Santa Maria“.
Ein wichtiges Zentrum der Lomellina-Zone ist Vigevano
mit der wunderschönen „Piazza Ducale“
im Renaissance-Stil: An drei Seiten des Platzes
erheben sich Lauben und elegant bemalte Paläste,
die vierte Seite bildet die barocke Fassade des
Doms. Hinter dem Platz thront der Turm des Visconti-Schlosses
aus dem 14. Jh., das im Laufe der Jahrhunderte immer
wieder verändert wurde. Neben dem 70 Meter
hohen Turm beherbergt die Ortschaft auch den mit
Tonfliesen verzierten Ducale-Palast und die Falknerei.
Das Lomellina-Gebiet ist aber nicht nur für
die Schlösser und antiken Dörfer - Sartirana,
Lomello und Scalasole z.B. - bekannt, sondern auch
für den Reisanbau: in der Ticino-Ebene liegen
weitflächige Felder, die die Geschichte und
Kultur der Zone mitprägten. Das Pavese-Gebiet
umfasst einen Teil der Ticino-Ebene und ist mit
seinen 25 Ausflugsruten vom sanften Tourismus gekennzeichnet.
Das vom Fluss und von Kanälen durchzogene Tal,
reich an Flora und Fauna und vielen Vogelarten,
kann zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad
erkundet werden.
Tradition und Gastronomie
Eine Reise in die Geschichte bieten alle Dörfer
der Provinz Pavia an. In Vigevano zum Beispiel findet
im Mai und Oktober der „Palio delle Contrade“
statt: An die 400 verkleidete Personen fordern sich
in einer Reihe von Wettkämpfen heraus. Eine
ganze Woche lang gespielt und gefeiert wird beim
„Palio dell’Olmo“, Anfang September,
in Robbio. Religiösen Hintergrund hat hingegen
die Verbrennung des Teufels in Vigano. Am letzten
Sonntag im August wird eine den Teufel darstellende
Puppe, in Gedenken an den Schutzpatron San Bernardo,
verbrannt. In der Faschingswoche, 40 Tage vor Ostern,
tanzen in Cegni, zwischen den Verkleideten, junge
und alte Paare zu den Klängen des Dudelsacks
den Tanz der „armen Frau“.
König der Küche Pavias ist der Reis.
Fünf verschiedene Reisarten werden in der Zone
angebaut; Risotti oder Reisaufläufe, Beilagen
für Fisch- oder Froschfilets, oder auch Reis-Süßspeisen
– jedes Reisgericht bedarf einer bestimmten
Reissorte. Das Oltrepo-Gebiet bildet den Boden für
viele Pilze und vor allem für den Trüffel.
Typisch ist der weiße Trüffel, der an
den Ufern des Pos wächst. Die köstliche
Gänsewurst erinnert an die mittelalterliche
Küche; der „bisson“ ist eine Süßspeise
die mit Gansfett zubereitet wird.
Nennenswerte DOC-Weine (mit Gütesiegel ausgezeichnet)
sind der berühmte Barbera, Pinot grigio und
Pinot nero, der Malvasia und der Moscato.