Die lombardische Küche zeigt sich selbst in ihren
üppigsten Gerichten einfach und bodenständig.
Sehr beliebt sind die vielfältigen Eintöpfe
wie beispielsweise die zuppa pavese, ein Allerlei aus
Brot, Ei und Brühe aus Pavia. Eine cassoeula kocht
man aus Würstchen, Wirsing und Schweinerippchen.
Den Österreichern schauten die Lombarden einst deren
Vorliebe für Paniertes ab. So ist es bis heute eine
Streitfrage, ob die bistecca milanese, ein in Ei und Semmelbrösel
gewälztes und in Butter gebackenes Kalbsschnitzel,
lombardischen oder doch österreichischen Ursprungs
ist. Unbestritten lombardisch ist hingegen der deftige
ossobuco, eine Kalbshaxe, die in einem Ragout geschmort
und mit Reis und grünen Erbsen serviert wird. Gelegentlich
wird auch eine polenta, ein Maisbrei, der traditionell
wie der Risotto im Kupferkessel über dem offenen
Feuer zubereitet wird, dazu gereicht. Weine aus den sanft
gewellten Hügelketten der Franciacorta, dem renommiertesten
Anbaugebiet in der Lombardei, fehlen bei Tisch nur selten.
Die Küche der Lombardei ist vor allem deftig und
rustikal. Zu den Spezialitäten der Region gehören
vor allem Käsesorten; der berühmteste ist der
Mascarpone, der aus frischer Sahne hergestellt wird, gefolgt
vom Pannerone, dem Grana Lodigiano, Gorgonzola, Stracchino,
Formai de Mut DOP, ein buchstäblicher "Bergkäse"
von delikatem Geschmack, sowie dem Taleggio DOP, ein namhafter
Käse, der bereits im 12. Jahrhundert hergestellt
wurde, und hervorragend zu Polenta sowie zu Weinen aus
dem Val Calepio schmeckt. Köstlich und besonders
schmackhaft sind auch Vorspeisen wie die Casonsèi
(mit einer Mischung aus Schweine- und Rindfleisch, Amaretto,
Sultaninen und Birnen gefüllte Ravioli), die Scarpinòcc
de Par (mit Käse, Semmelbrösel und Kräutern
gefüllte Pasta), sowie die berühmte Polenta
mit Osèi de la Bergamasca und Tortelli Cremaschi
mit einem leicht süßlichen Geschmack. Zu den
typischen Gerichten gehört Reis mit Würstchen,
gelber Risotto, gebratene Polenta, Zunge sowie Hasen-
und Taubenleber. Reis ist der unbestrittene König
der lombardischen Küche. Es werden fünf Reisarten
angebaut, die jeweils in Größe und Form der
Körner unterteilt sind, und nicht nur für Risotto
oder Timballi (herzhafte Reiskuchen), sondern auch als
Beilage zu Fischfilets oder Froschschenkeln serviert oder
als Basis für Süßspeisen verwendet werden.
In der Region des Oltrepò dahingegen, finden sich
besonders viele Pilze, vor allem Trüffel. Zu den
berühmtesten Gerichten der Lombardei gehören
das Risotto alla Milanese aus Fleischbrühe und Saffran,
Cotolette alla Milanese, sowie panierte Schnitzel. Unbedingt
probieren sollte man auch die schmackhafte Gänsesalami,
die bereits im Mittelalter serviert wurde, und den so
genannten Bisson, ein Kuchen mit Gänsefett. Die regionale
Küche weist auch besonders viele Nachspeisen auf.
Am berühmtesten sind die Biskuitkekse aus Codogno,
Tortionata (Mandeltorte), Torta di Casale, Amaretti und
die Bertolina, eine süße Focaccia aus Trauben.
Die Krönung der Kuchen ist unbestritten der Panettone,
traditioneller Weihnachtskuchen, der ganzjährig in Mailand nach einem uralten Rezept hergestellt wird. Natürlich
hat die Region auch hervorragende Weine aufzuweisen, wie
den roten Bonaria und Barbera sowie weißen Riesling
und Pinot. Auch der berühmte Torrone und die Mostarda
(süß-saurer Kompott aus kandierten Früchten,
Fruchtsirup und Senf) werden in der Lombardei hergestellt.