Cremona.
Ein Gewirr aus Flüssen, Seen und grünen
Hügeln im Herzen der Poebene – das ist
die Provinz Cremona.
Die Reisewege
Die Geschichten von Tacito erzählen, dass Cremona
als Schutzwall gegen die Gallier und später
gegen die Alpenvölker diente. „Cremonium“
wurde im Jahre 218 v.Chr. von den Römern erbaut,
seine Ursprünge sind jedoch keltisch. Im Jahre
89 v.Chr. wurde die Stadt „Municipium“
(autonome römische Stadt).
Einer der bekanntesten Studenten Cremonas war der
bedeutende italienische Dichter Virgilio. Im 8.
Jh. bestand die Stadt aus zwei Teilen: Cremona „infra
muras“ unter der Verwaltung des Bischofs und
Cremona „extra muras“. Im Jahre 1098,
als Cremona Stadtstaat wurde, wurde die „Piazza
del Comune“ gebaut und, 100 Jahre später,
bekam die Stadt das Münzprägungsrecht.
Die „Piazza Grande“, mit der „Loggia
dei Militi“ und dem „Palazzo del Comune“,
ist das beste Beispiel in Italien für mittelalterliche
Architektur. Beeindruckende Bauten sind auch das
Baptisterium und das Emblem der Stadt, der „Torrazzo“,
ein Turm aus dem 13. Jh., der über die Arkaden
von Bertazzola mit dem Dom verbunden ist. Cremona
hat auch eine lange Musiktradition vorzuweisen;
besonders verbreitet ist die Tradition der Geigenbauer,
deren wichtigster Exponent der berühmte Geigenbauer
Antonio Stradivari ist, dem die Stadt sogar ein
eigenen Museum gewidmet hat, das „Museo Stradivariano“.
Die wichtigste Kleinstadt der Provinz ist Crema,
einst Grenzstadt zwischen der Republik Venedig und
dem Herzogtum von Mailand. Sehenswert sind die zwei
mächtigen neoklassischen Tore, die historischen
Häuser, die edlen Paläste und grünen
Parks, die „Piazza Duomo“ sowie die
Kathedrale und ihr Glockenturm. All das macht Crema
so faszinierend. Auch die Stadt Casalmaggiore mit
dem Dom und dem Monasterium „Santa Chiara“
aus dem 15. Jh. ist einen Besuch wert. Gleich neben
Casalmaggiore steht die Kirche „Santa Maria
dell’Argine“, in Richtung Sabbioneta
befindet sich die Wallfahrtskirche „Beata
Vergine della Fontana“.
Die Schönheit dieser alten Orte unterstreichen
die Flüsse Po, Oglio, Serio und Adda mit ihren
reizenden Pappelwäldchen. Naturschutzgebiete
sind der „Parco del Serio“, der „Parco
dell’Oglio“, die „Tenuta del Boscone“
und die “Oasi le Bine“. Mit Kreuzfahrtschiffen
und Pontons kann die Po-Landschaft erkundet werden.
Eine andere Möglichkeit die Schönheit
der grünen Ebene kennen zu lernen, bieten die
vielen Radwege.
Die Küche
Typische Gerichte sind die „tortellini cremaschi“
mit ihrem leicht süßlichen Geschmack,
der „Salva“-Käse, die „Bertolina“
(ein süßer Fladen mit Trauben), und die
„Spingarda“, eine weitere typische Süßspeise.
Bekannt ist die Küche Cremonas auch für
seine „Torroni“ (süße, italienische
Mandelspezialität) und für die „mostarda“,
ein typisches Gericht aus kandierten Früchten,
Sirup und Senf. Probieren müssen Sie auch unbedingt
den „marubino“, ein typisches, lokales
Teigwarengericht.
Die Traditionen
Unzählige Traditionen verbinden die verschiedenen
Dörfer der Provinz, die bekanntesten sind die
Karneval-Feiern mit den bunten Wagenumzügen
und die „Festa del Torrone“ (Torrone-Fest).
Verbreitet ist auch die Tradition der Verbrennung
der „vecchia“ um den Frühling einzuleiten.
In einigen Ortschaften sollen mit versöhnenden
Chorgesängen die „giorni della merla“,
die drei letzten Januartage, die als die kältesten
Tage des Jahres bekannt sind, gütig gestimmt
werden. Ende Juni wird die „Fiera di San Pietro“
abgehalten, im September hingegen die „Fiera
Internazionale del Bovino da Latte“ (internationale
Messe der Milchkühe). In Crema werden zu Ehren
von „San Rocco“ Zentner von Tortellini
auf dem Hauptplatz gekocht. In Casteldidone wird
im Sommer das Volksfest „Sagra del melone“,
in Soncino im Herbst die „Sagra delle Radici”
abgehalten. Einem renommierten „Palio“
(mittelalterliches Turnier) kann man im September
in Isola Dovarese beiwohnen. Die Wettkämpfe
zwischen den Stadtvierteln und die prächtigen
Kostüme versetzen den Zuseher in die Zeit,
als das Land noch von den Familien der Dovara und
der Gonzaga regiert wurde. Ähnliches erreicht
der historische Umzug von Pizzighettone, der die
Gefangennahme von Franziskus I von Valois, König
von Frankreich, in Erinnerung ruft. Eine Attraktion
ist auch die Kostümregatta auf dem Fluss Adda.
In Brancere di Stagno Lombardo, wird an Mariä
Himmelfahrt, zur Segnung des Flusses und zur Bewahrung
vor Hochwasser, die Statue der Madonna in einer
Prozession an den Ufern des Po mitgetragen.