Bergamo.
Die faszinierendste der lombardischen Städte,
zeugt mit ihren Mauern und prachtvollen Monumenten
von einer aufregenden Vergangenheit mit einer blühenden
architektonischen, malerischen und kulturellen Aktivität.
Bergamo ist heute eine Stadt, in der Antike und
Moderne in perfekter Harmonie zusammenleben.
Das Land und seine Geschichte
Ursprünglich keltische Siedlung, war Bergomum
später unter römischer und dann unter
langobardischer Verwaltung. Anfang des 12. Jh. war
die Gemeinde ständigen Kämpfen zwischen
Welfen und Ghibellinen ausgesetzt. Später stand
es unter der Herrschaft der Visconti, der Torrioni,
der Malatesta und gehörte schließlich
von 1428 bis 1797 zum venezianischen Herrschaftsgebiet.
Bergamo liegt dort, wo die Täler Brembana und
Seriana aufeinandertreffen; sie unterscheidet sich
in ihrer Gestalt von den restlichen Städten
der lombardischen Ebene. Die Stadt besteht aus zwei
Teilen: die „Cittá Bassa“, der
neuere Teil, ist Sitz des Handelszentrums und zahlreicher
ansehnlicher Industrien; die „Cittá
Alta“ breitet sich auf einer Hügelkuppe
aus und ist vollständig von einem Mauer-Vorhang
umgeben. Dieser Teil zeugt von der Jahrhunderte
langen Zugehörigkeit zur Republik Venedig und
ist italienweit eines der best erhaltenen Viertel
aus der Zeit des Mittelalters und der Renaissance.
Bergamo ist das perfekte Reiseziel für Kunst-
und Kulturliebhaber; die Stadt ist reich an Monumenten,
Kunstwerken und historischen Zeugnissen und somit
eines der wichtigsten und glühendsten Kulturzentren
der Lombardei. Die Provinz Bergamo ist aber auch
ein Paradies für Wintersportler; die bergamaskischen
Voralpen sind ein Meer aus landschaftlichen Schönheiten,
wo Modernität und touristische Strukturen,
auf eine Vielzahl von faszinierenden, antiken Kunstwerken
treffen.
Die Reiseziele
Das bergamaskische Land ist ein Treffpunkt verschiedener
Kulturen, das seinen Besuchern unzählige Attraktionen
historischer, kultureller und architektonischer
Natur bietet. Auf keinen Fall auslassen dürfen
Sie die Pinakothek „Accademia Carrara“,
untergebracht im „Palazzo Carrara“ aus
dem 18. Jh., innerhalb der Mauern der „Cittá
Alta“. Sie ist eine der bedeutendsten Pinakotheken
in Italien und kann sich mit unzähligen Werken
italienischer und flämischer Künstler,
sowie Bildern der bergamaskischen, venezianischen
und lombardischen Schule, aus der Zeit zwischen
dem 14. und 19. Jh., rühmen. Architektonisch
wertvoll sind der „Palazzo della Ragione“
aus dem 12. Jh., der die „Piazza Vecchia“
dominiert, sowie die romanische Basilika „Santa
Maria Maggiore“, die die sterblichen Überreste
eines berühmten bergamaskischen Sohnes aufbewahrt:
die Reste des Musikers Gaetano Doninzetti. Ein architektonisches
Meisterwerk ist auch die Kapelle „Colleoni“
in prunkvollem Renaissance-Stil, die im 15. Jh.
von G.A. Amedeo, als Mausoleum für den berühmten
venezianischen Feldherrn Bartolomeo Colleoni, erbaut
wurde. Ein weiteres bedeutendes Ausflugsziel ist
das Städtchen Caravaggio im Herzen der Ebene,
das seine Bekanntheit dem wichtigen Marien-Wallfahrtsort
Pontida, aus dem Jahre 1451, zu verdanken hat. Im
Jahre 1167 soll im Benediktinerkloster eine Versammlung
der lombardischen Gemeinden stattgefunden haben,
bei der alle schworen, die eigene Freiheit gegen
Friedrich Barbarossa zu verteidigen.
Sport und Tourismus
Als Alternative zum Kultur-Tourismus, bietet die
Provinz auch zahlreiche Möglichkeiten zur Unterhaltung
und zum Relaxen. In den orobischen Voralpen entspringen
zahlreiche Flüsse und Bäche, die die Industrie-
und Touristengebiete charakterisieren. Ein empfehlenswertes
Ziel für Berg- und Wintersportfreunde ist Castiglione
della Presolana, ein Urlaubsort in einem großen
naturalistischem „Amphitheater“ im Seriana-Tal;
unvergesslich bleiben wird ein Besuch in Clusone,
der wichtigsten Stadt des Tales. Der Ort liegt auf
einem Bergsattel auf den Ausläufern des Presolana-Massivs.
Eine renommierte Touristenortschaft - im Winter
als auch im Sommer - ist auch Foppolo im hintersten
Brembana-Tal.
Gastronomie und Folklore
Respekt in jeder Hinsicht verdienen die typischen,
önogastronomischen Produkte Bergamos, die die
einfache, rustikale Küche mit vielen Köstlichkeiten
bereichern. Das Siegel „prodotto bergamasco“
schützt die lokalen Produkte und garantiert
Herkunft und Qualität. Charakteristisch für
Bergamo sind die „casonsèi“ (Ravioli
mit einer Füllung aus Schweine- und Rindfleisch,
Amaretto, Sultaninen und Birne), die „scarpinòcc
de Par" (mit Käse, Brotbrösel und
Gewürzen gefüllte Teigwaren), „polenta
e osèi“ (kleine Vögel mit Polenta),
„Formai de mut Dop“ (fein-würziger
Bergkäse) sowie der Käse „Taleggio
Dop“, der bereits im 10. Jh. hergestellt wurde
und hervorragend zu Polenta passt. Umrahmt werden
die Gerichte am besten von einem Wein aus dem Calepio-Tal.
Bergamo kann auf eine lange Käsetradition zurückblicken;
eine der bekanntesten Sorten ist der „Formagella“
aus dem Scalve-Tal; er war auch in alten Zeiten
schon für seine therapeutischen Wirkungen bekannt
und geschätzt. Ein köstlicher Schimmelkäse
aus dem Brembana-Tal ist der „Strachitund“,
eine Mischung aus „Stracchino“-Käse
und Gorgonzola; typisch für das Gebiet des
„Basso Sebino“ ist der „Stracchino
Bronzone“, eine Käsesorte, deren Herstellung
auf das Mittelalter zurückgeht.
Mit über 1200 Bienenzüchtern ist es nicht
verwunderlich, dass Bergamo auch einer der führenden
Honigproduzenten ist. Die „Associazione Provinciale
Apicoltori“ ist für die Herkunfts- und
Qualitätsgarantie der Honigprodukte zuständig.
Mit Bergamo verbindet man auch Tradition und Folklore;
religiösen Ursprungs sind die großen
Prozessionen von Gandino (an Fronleichnam) und von
Vertova (Karfreitag). Ein Volksfest ist die „Scassada
del Zenerú“, die Jagd auf den Januar.
Am 31. Januar wird, mit Unterstützung von Kuhglocken,
Böllern und jeglichem anderen lärmenden
Instrument, der Frost gejagt und der Frühling
herbeigerufen. Bemerkenswert ist der Maskenzug in
Dossena in der Faschingszeit und das Fest „Rasgamento
della Vecchia“ („Verbrennung der Alten“)
während der Fastenzeit, bei dem in verschiedenen
Ortschaften Scheiterhaufen angezündet werden,
in denen verbrannt werden soll, was man nicht mehr
haben will. Ein interessantes Folklorefest ist das
Festival der „Cori di Clusione“, bei
dem Chöre aus der ganzen Welt auftreten.