Valli
del genovesatoSerra
Riccò.
Der antike Ort, dessen Ursprünge sehr wahrscheinlich
auf die Römerzeit zurückgehen, befand
sich früher in einer strategisch wichtigen
Position an der Via del Sale (dem Salzweg) am Fuße
des Grates zwischen den Flüssen Riccò
und Serra. Durch dieses Gebiet zieht sich auch heute
noch ein dichtes Netz von Wegen. Die Gemeinde umfaßt
acht Orte in zwei Tälern und war ehemals der
Ausgangspunkt in Richtung der Via Postumia und dem
Oltregiovo. Kleine Weiler, die früher nur zeitweise
bewohnt waren, finden sich auch am Talgrund des
Secca.
Eine bronzerne Tafel, die Tavola Bronzea von Valpolcevera
aus dem Jahre 117 v.Chr. wurde im Jahre 1506 in
Isola di Pedemonte gefunden, und in Orero stieß
man in den zwanziger Jahren auf Münzen aus
dem 2. bis 3. Jahrhundert v.Chr.. In der alten Kirche
von San Martino in Valleregia erinnert ein Gedenkstein
an den Aufenthalt des heiligen Agostino und an die
Jahrhunderte später erfolgte Überführung
seiner Gebeine durch den König Liutprando nach
Tagaste bei Pavia. In der Pfarrkirche von Villaregia
aus dem 17. Jahrhundert, deren Glockenturm auf einer
antiken römischen Festung erbaut wurde, wird
eine Reliquie des Gründers San Claro aufbewahrt.
Nicht weit von der Kirche entfernt befinden sich
die Ruinen einer Burg der Genuesen aus dem 16. Jahrhundert.
Der Glockenturm der Kirche SS. Annunziata in Pedemonte
ist der älteste Turm des ganzen Tals.
Die kürzlich restaurierte Villa im Tudorstil
des Marchese Orso Serra am Ufer des Flusses Secca
in Comago wurde im Jahre 1850 erbaut. Die Sequoien,
Magnolien und die Liquidambar sind die schönsten
Pflanzenarten dieses außergewöhnlichen
Parks.
Der Paßübergang von Crocetta d'Orero,
der niedrigste des ligurischen Apennins, ein Etappenziel
der Alta Via dei Monti Liguri, des ligurischen Höhenweges,
kann mit der Schmalspurbahn von Casella erreicht
werden. Dies war die frühere Grenze der Republik
von Genua, denn hinter der Paßhöhe befanden
sich bereits die Lehen des Kaiserreiches. Um den
Ursprung der gastronomischen Spezialitäten
wie der Salami zankt man sich mit der Gemeinde von
Sant'Olcese, und um die Corzetti (eine Nudelart)
mit der Levante von Genua. Die hier hergestellten
Weine mit dem Prädikat DOC, der Bianchetta,
der Valpolcevera rosso und bianco sowie der Vermentino
gehören zu den feinsten Weinen Liguriens.