Valli
Argentina und ArmeaCeriana.
Der typisch mittelalterliche Ort wurde auf der römischen
Siedlung "Castrum Coelianae" gegründet
und befindet sich am rechten Ufer des Armea im Hinterland
von San Remo. Die konzentrische Struktur der Ortschaft
ist von engen Gassen durchzogen. Eine Betrachtung
der architektonischen Details der damaligen öffentlichen
Gebäude ist sehr interessant, es gibt schöne
Eingangstüren, Portale, die Dekorationen und
Inschriften, die Wappen der Adelsfamilien, Werkstätten
der Handwerker aus dem 16. Jahrhundert, Wasserzisternen
und steinernen Tröge.
Überraschend ist auch die Vielfalt der religiösen
Architektur, die auf einem gedrängten Raum
eine Vielzahl von Beispielen aus den unterschiedlichsten
Epochen und Stilrichtungen versammelt wie die vier
Oratorien, die auch Sitz der vier Brüderschaften
der Stadt sind (mit den unterschiedlichen Farben
rot, blau, grün und schwarz). Diese religiösen
und sozialen Institutionen veranstalten im Jubiläumsjahr
eine Ausstellung mit antiken Kleidungsstücken
und Einrichtungsgegenständen. In der Pfarrkirche
von Sankt Peter und Paul aus dem 17. Jahrhundert
befindet sich ein Polyptychon aus dem Jahre 1526
von einem unbekannten Künstler, der Chor und
die Orgel stammen von Lorenzo Paoli. Die Kirche
Santo Spirito aus dem 12. bis 13. Jahrhundert wurde
im 16. Jahrhundert fertiggestellt und besitzt sehr
schöne Portale mit Dekorationen von Bildhauern.
In der Kirche von Sant'Andrea, die sehr wahrscheinlich
auf einem heidnischen Tempel erbaut wurde, befindet
sich ein hölzernes Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert.
An den Säulengängen des Palazzo dei Conti
Roverizio aus dem 17. Jahrhundert sind eigentümliche
steinerne Masken aus der Barockzeit zu sehen.
Die lokale Gastronomie bietet vor allem Fleischspezialitäten
wie Kaninchen, Wildschwein, Cima und Fleisch und
Sülze. Von den Süßspeisen sollte
man die ortstypischen Crustoli probieren.
Rund um den Ort gibt es Olivenhaine und Weinberge,
die weiter oben in Kastanien und Nadelwald übergehen.
Auf der Straße zum Ghimbegnapaß kommt
man an der Wallfahrtskirche der Madonna della Villa
vorbei.
In Ceriana ist Giulio Natta geboren, der den Nobelpreis
für Chemie erhalten hat.