Valle
ArrosciaPornassio.
Pornassio ist eine Gemeinde im Arrosciatal mit verstreut
liegenden Orten an der Grenze zum Piemont. Die Landschaft
steigt von 350 Metern ü.d.M. im Ort Ponti bis
auf 930 m am Colle di Nava an. Dieser wichtige Übergang
führte im Mittelalter zu langwierigen Auseinandersetzungen
zwischen den Ligurern und den Piemontesen um die
Kontrolle dieses Gebiets, zuerst zwischen den Clavesana
und den Adligen von Ceva, dann zwischen der Republik
von Genua und den Savoia bis zur napoleonischen
Invasion. Die Burg von Villa aus dem 13. Jahrhundert,
die im Jahre 1405 zerstört und anschließend
wieder aufgebaut wurde, ist in einem hervorragendem
Zustand und ein Teil des Gebäudes ist auch
heute noch von den Nachkommen der Markgrafen Scarella
bewohnt, die Pornassio im Jahre 1385 als Lehen vom
Dogen von Genua erhielten. Sehr interessant ist
die schöne romanische Kirche von San Dalmazzo
mit dem Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, die
Fassade, das Portal und die Fresken stammen dagegen
aus dem 15. Jahrhundert. Das Polyptychon von San
Biagio und San Giovanni Battista wird zum Teil (die
mittlere Altartafel) Canavesio zugeschrieben. Im
Ortsteil Ponti, der ältesten Ansiedlung der
Gemeinde, die im Mittelalter gegründet wurde,
veranstaltet man jedes Jahr am Sonntag vor dem 20
August den historischen Markt von San Bernardo mit
Kaufleuten und Handwerkern. In der Nähe von
Pian d'Isola wurde eine Grabstätte aus dem
7. Jh. V. Chr. gefunden, die bedeutenden Grabfunde
werden heute in Genua aufbewahrt. Ein weiteres wichtiges
(und mysteriöses) Fundstück ist die Pietra
delle Croci, ein großer fünfeckiger Stein
mit kleinen Felszeichnungen.
Pornassio ist vor allem als Ferienort bekannt, umgeben
von Kastanienwäldern, Lärchen, Tannen
und Pinien, den Festungen aus dem 19. Jahrhundert
am Col di Nava und zahlreichen, auch mit dem Maountain-Bike
befahrbaren Wanderwegen. Zahlreiche Touristen machen
hier jedes Jahr gerne Urlaub, denn es gibt viele
gut ausgestattete und moderne Pensionen und Hotels
sowie viele Sportanlagen mit sehr gutem Niveau und
sogar, eine Rarität für Ligurien, eine
Langlaufloipe.
Früher wurde hier einmal Hanf angebaut, mittlerweile
wurde jedoch der Lavendel zur wichtigsten Anbaupflanze.
Der Wein aus dem Ormeatal erhielt erst kürzlich
das Gütesiegel DOP.