Val
NerviaCamporosso.
Camporosso ist ein bäuerlich geprägter
Ort im Nerviatal, der bereits von römischen
Geschichtsschreibern wegen der Oleanderbüsche
und der rotfarbenen Erde erwähnt wurde, worauf
wahrscheinlich auch die Entstehung des Ortsnamens
zurückzuführen ist.
Auf den umliegenden Bergen wurden verschiedenen
Befestigungsanlagen aus der Zeit vom 7.bis zum 6.
Jahrhundert v.Chr. gefunden.
Der Ort gehörte lange zu Ventimiglia und spaltete
sich dann im 17. Jahrhundert von der Stadt ab, um
gemeinsam mit anderen Orten nach dem Niedergang
der Republik von Genua die "Magnifica Comunità
degli Otto Luoghi" zu gründen. Nach der
Besetzung durch Napoleon erhielt der Ort die Unabhängigkeit.
Der ursprüngliche Ort entstand rund um die
romanische Kirche von San Pietro, heute befindet
sich hier der Friedhof. An der Kirche sind noch
der originale Glockenturm und Apsis mit Fresken
aus dem 15. bis zum 17. Jahrhundert erhalten.
In der Pfarrkirche San Marco Evangelista wird ein
Altarbild aus dem 16. Jahrhundert aufbewahrt, ein
Werk von Stefano Andrechi und eines der bedeutendsten
Kunstwerke in Ligurien aus dieser Epoche.
Sehr interessant sind auch die beiden Oratorien
der Brüderschaften Neri (17. Jahrhundert) mit
einem dreieckigen Glockenturm und der Bianchi (16.
Jahrhundert) mit zwei Uhren an der Fassade.
In der Bibliothek der Doria werden alte Werke aus
dem 15. bis zum 17. Jahrhundert konserviert.
In diesem Gebiet befinden sich alte Öl- und
Getreidemühlen (die Ölmühle Beudo
entstand um 1640), und es wurde ein Rundweg mit
dem Thema der bäuerlichen Kultur eingerichtet.
In der Nähe von Camporosso beginnt die erste
Etappe der Alta Via dei Monti Liguri, dem ligurischen
Höhenwanderweg, in einem der am reichsten bevölkerten
Naturschutzgebiete Liguriens im Nerviatal.
Während des Festes zu Ehren des Schutzpatrons
San Sebastiano wird ein Lorbeerbaum mit eingefärbten
Hostien, den sogenannten Papete, bei einer Prozession
getragen, eine Überlieferung, die noch auf
einen heidnischen Kult zurückgeht. Im Ort wurde
San Francesco Maria da Camporosso geboren, an den
jedes Jahr im September mit einem Fest erinnert
wird.
Die "Barbagiuai", Ravioli mit frittiertem
Kürbis, sind eine Spezialität, die man
unbedingt zusammen mit dem Rossese DOC oder dem
guten Vermentino probieren sollte.