Val
NerviaApricale.
Apricale (vom lateinischen "Apricus",
ausgerichtet nach Süden) ist ein im Mittelalter
entstandener und auf einem Felsen im Nerviatal erbauter
Ort, der von Kastanien- und Tannenwäldern umgeben
ist. Gegründet um das Jahr 1000 erhielt der
Ort im Jahre 1267 eine autonome Verfassung (die
älteste in Ligurien), die nach der Herrschaft
der Grafen von Ventimiglia und noch vor dem Einfluß
durch die Doria entstand.
Bei Pian del Re wurde eine Grabstätte (kann
nicht besichtigt werden) gefunden die als Beweis
dafür gilt, daß dieses Gebiet bereits
in der Bronzezeit bewohnt war. Die um das Jahr 1000
entstandene Burg befindet sich heute in Privatbesitz,
und von der Stadtmauer sind noch einige Ruinen sowie
die drei Stadttore erhalten.
Der Altstadtkern ist von verwinkelten Gassen und
Treppen rund um die übereinander gewürfelten
Häuser mit den Werkstätten der Handwerker
und kleinen Ladengeschäften durchzogen, die
schönen Wandmalereien sind ein Werk von vielen
Künstlern aus Anlaß des "Giornata
dell'Affresco", einer Veranstaltung für
Freskenmalerei.
Die Pfarrkirche della Purificazione di Maria (Lichtmeß)
aus dem späten Mittelalter wurde im 19. Jahrhundert
umgebaut. Der Glockenturm und ein Turm aus dem 13.
Jahrhundert bilden zusammen mit den alten Palazzi
der Piazza Cavour eine elegante Szenerie. Im Oratorium
San Bartolomeo wird ein Polyptychon aus dem Jahre
1544 aufbewahrt. Neben dem Friedhof befindet sich
die Kirche S. Antonio aus dem 13. Jahrhundert mit
einer Fassade aus dem Barock und Fresken aus dem
16. Jahrhundert. In der kleinen Kirche von S. Maria
in Alba befinden sich sehr schöne Fresken von
Cambiaso, weitere Fresken entstanden im 15. und
im 19. Jahrhundert mit Darstellungen der Kirche
der Madonna degli Angeli am Ortseingang. Die Keramikschule
des Ortes ist sehr bekannt und besitzt eine über
hundertjährige Tradition. Der jährliche
Veranstaltungskalender von Apricale ist jeden Sommer
sehr reichhaltig, angefangen bei einem Theaterfestival
unter freiem Himmel, einem Turnier mit dem Elastikball
auf der Piazza bis hin im September zum Fest der
Pansarole ,einem typischen Gebäck des Ortes
und vielen anderen Veranstaltungen. Typische lokale
Produkte sind der vorzügliche Rotwein Rossese
mit dem Qualitätssiegel DOC und das Olivenöl.
Unter den vielen Wanderungen bieten sich vor allem
die Panoramstraßen nach Isolabona und Baiardo
an sowie die Wanderwege auf den Monti Semoigo (609
m) und den Bignone (1299 m) sowie ein Spaziergang
und eine Besichtigung der Ruinen der romanischen
Kirche von San Pietro in Ento.