TigullioChiavari.
Eine der bedeutendsten Städte Liguriens ist
das antike Clavarium ("Schlüssel der Täler")
in der Mitte des Tigulliogolfes an der Schwemmebene
des Flusses Entella, das mit seiner guten Lage zu
den Verbindungsstraßen in Richtung der Poebene.
An der Mündung des Flusses Rupinaro wurden
die Reste einer Grabstätte des ligurischen
Volksstammes der Tigulli gefunden, die auf die Zeit
zwischen dem 8. und dem 7. Jahrhundert v.Chr. datiert
werden. Diese Funde sind heute im Archäologischen
Museum im Palazzo Costaguta Rocca ausgestellt.
Die Gründung des befestigten Ortes Chiavari erfolgte im Jahre 1178, als sich die Genuesen für
eine Expansionpolitik nach Osten entschieden, um
sich gegen die mächtige Familie der Fieschi
zu verteidigen. Die Ruinen der Burg aus dem Jahre
1147 sind noch erhalten. An der Stelle der ehemaligen
Genueser Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert, von
der noch ein mit Zinnen bewehrter Turm aus dem Jahre
1537 erhalten ist, befindet sich heute der Justizpalast,
der im Jahre 1886 erbaut wurde.
In der Nähe des historischen Rathauses und
des Bischofspalastes, dem Sitz des Diozösanmuseums,
befindet sich die Wallfahrtskirche Nostra Signora
dell'Orto, eine Kathedrale aus dem 17. Jahrhundert
mit vielen Kunstwerken der Mönchsorden aus
der Zeit der Französischen Revolution.
Die Pfarrkirche San Giovanni Battista aus dem Jahre
1182 wurde im Jahre 1624 restauriert und birgt schöne
Kunstwerke wie Gemälde von Piola, von Carlone,
von Fiasella und De Ferrari, Fresken im Altarraum
sowie einen hölzernen Chor aus dem Jahre 1631
und ein Kruzifix von Maragliano.
Die alte Kirche von San Francesco aus dem 13. Jahrhundert
wurde im Jahre 1630 von der Familie Costaguta nach
einem Entwurf von Bartolomeo Bianco restauriert
und dient heute für kulturelle Veranstaltungen.
Die Kirche von San Giacomo di Rupinaro stammt aus
dem 17. Jahrhundert.
Sehr schön ist das bedeutende Palazzo dei Portici
Neri und das Palazzo Maschio Torriglia, beide aus
dem 14. Jahrhundert, mit einer Gemäldegalerie
italienischer Meister vom 16. Jahrhundert bis zum
17. Jahrhundert, darunter auch das Opfer von Moses
von Grechetto und weitere Gemälde der Genueser
Schule.
Im Zentrum der Altstadt, im Laubengang der Via Martiri
della Liberazione, hat sich der Handelscharakter
des alten Chiavari erhalten. Dies ist der antike
"Caruggio dritto", die gerade Gasse, die
Mitte des 14. Jahrhunderts dem reichen Bürgertum
zur Repräsentation diente.
In Chiavari haben noch die alten Handwerksberufe
überlebt, hier werden Stühle nach alten
Entwürfen gefertigt, die sogenannten "Sedie
campanino", sowie geklöppelte Spitzen,
und jeden Monat wird in den Gassen der Altstadt
ein großer Markt veranstaltet.
In der Via Raveschieri, bereits im Mittelalter eine
renommierte Wohnstraße, befindet sich der
Hauptsitz der im Jahre 1791 gegründeten Società
Economica mit einer großen Bibliothek (55.000
Bände), einem historischen Museum und einer
Gemäldegalerie.
Im Sportboothafen stehen 450 Anlegeplätze zur
Verfügung.
Von der Wallfahrtkirche Madonna delle Grazie di
Bacezza aus dem fünfzehnten Jahrhundert hat
man einen herrlichen Rundblick von Portofino bis
nach Sestri Levante. In dieser Kirche befindet sich
ein Zyklus schöner Freskenmalereien von Teramo
Piaggio und Luca Cambiaso sowie die Statue der Madonna
delle Grazie, das Werk eines flämischen Meisters.