Wandern.
Wer zu Fuß auf den vielen Wegen an der Küste
und im Hinterland wandert, dem offenbart sich bestimmt
das wahre Gesicht Liguriens. Gehen war in Ligurien
schon immer die wichtigste Art der Fortbewegung und
oft die einzige Möglichkeit um viele Orte zu
erreichen oder die Arbeit auszuüben wie die Weinlese
um die Orte der Cinque Terre und den Transport des
Schiefers von den Steinbrüchen um Cogorno zum
Hafen von Lavagna. Es gibt keinen Weg ohne die Spuren
und Hinterlassenschaften der Seeleute oder der Bauern,
denn jeder Weg wurde von den Einwohnern geschaffen
und diente als Verbindung zwischen dem Hinterland
und dem Meer, das schon immer eine wichtige Ressource
für die Einwohner Liguriens darstellt.
Abgesehen von der Geschichte dieser Wege wird die
Aufmerksamkeit des Wanderers aus vielen Gründen
angezogen wie von der unberührten Natur mit der
bäuerlichen Landschaft und dem naheliegenden
Meer, den Trockenmauern aus aufgeschichteten Steinen
sowie den Terrassen und den Fischerdörfern auf
den Klippen mit ihren Caruggi, den engen Gassen. Innerhalb
von wenigen Kilometern gelangt man durch eine vielfältige
Flora und Fauna von der Küste in die Hügel
und hinauf in die Berge, vorbei an den Hinterlassenschaften
aus der Vergangenheit. Dem Urlauber und Wanderer stehen
eine Vielzahl von Wegen mit allen Schwierigkeitsgraden
zur Verfügung. Man kann auf den Spuren der alten
Pilgerpfade und der Mönche des Mittelalters wandern,
oder entlang der Wege, auf denen die Küstenbevölkerung
vor der Flucht von den Piraten in das Landesinnere
geflohen ist, oder auch über die Pässe der
ehemaligen Strassen der Kaufleute. Für die Liebhaber
des Trekking stehen viele Rundwege in der Natur und
die zahlreichen Naturschutzgebiete Liguriens zur Verfügung.
Eine neue Entwicklung sind die sogenannten Kulturparkanlagen,
die verschiedene Orte mit dem Thema einer historischen
Persönlichkeit oder einem geschichtlichen Ereignis
verbinden, oder auch mit einem Dichter, Schriftsteller
oder einem Motiv aus der Sozialgeschichte Liguriens.