Die Grotten von Toirano.
Ein Netz von 50 Grotten in den Hängen eines Kalkmassivs
im Varatela-Tal, das bereits in alter Zeit von Menschen
und Tieren bewohnt war.
Der Steig, der von den Besuchern in den Grotten von
Toirano begangen wird, verläuft in einer Länge
von circa 1300 m von der Grotte der Bàsura
("Hexe" im Dialekt Liguriens) bis zur Grotte
Santa Lucia Inferiore. Vorbei am Stalagmiten mit der
Bezeichnung "Turm von Pisa", vorbei am Wohnzimmer
der Hexen, am Saal des Bundes und dem Durchgang mit
den Abdrücken, um zu einem unterirdischen See
zu gelangen, in dem blinde Krustentiere leben. Nach
den pfeifenförmigen Alabaster-Tropfsteinen, genannt
"die Orgel" besucht man den Bärenfriedhof
und den Saal der Geheimnisse. Der letzte Teil der
Grotte wird von runden, kugelförmigen Konkretionen
gekennzeichnet, daher der Name Höhle der Kybele,
der Göttin der Fruchtbarkeit. Ein 110 m langer
Durchstich verbindet die Grotte der Bàsura
mit der Grotte Santa Lucia Inferiore, reich an Sälen
mit Kristallen, eindrucksvollen Stalagmiten- und Stalaktitenformationen,
wie der Saal des Pantheon, der Alabastergang, der
Saal der Kapitelle. Der Tanone, das letzte Stück
der Grotte war früher einmal Luftschutzkeller
und wird heute für Veranstaltungen und kulturelle
Events genutzt. Eine Folge von Höhlen, unterirdischen
Gängen und Sälen kommt auf der entgegengesetzten
Seite, unter der Grotte Santa Lucia Superiore ans
Licht, kann aber nur an wenigen Tagen besichtigt werden.
Dort befindet sich ein spätmittelalterlicher
Wallfahrtsort im Fels, der zum Teil direkt in den
Stein gehauen wurde und bei dem eine wundertätige
Quelle entspringt, deren heilende Wirkung bei Augenkrankheiten
der Heiligen Luzia zugesprochen wird und mit der Gründung
des Wallfahrtsortes (15./16. Jahrhundert) in Zusammenhang
steht. Von hier aus genießt man eine herrliche
Aussicht über das Varatela-Tal und die Ebene
von Toirano. Jedes Jahr feiert man hier das Weihnachtsfest
der Höhlenforscher mit einem Fackellauf und einer
Messfeier, auf die ein Besuch in der Grotte folgt.
30 ' 40 m weiter oben öffnet sich die Grotte
der Taube, in der wissenschaftliche Forschungen durchgeführt
werden und die daher nicht für das Publikum geöffnet
ist.