Savonese
Varazzino und BeiguaAltare.
Altare liegt am Fuße des Colle di Cadibona,
oder auch Bocchetta di Altare genannt, dem Übergang
von den Alpen zum Apennin. Der im Mittelalter entstandene
Ort gehörte zuerst den Del Carretto und ab
1393 den Baronen von Monferrato, welche auch die
Herstellung von Glas einführten. Mit diesem
Handwerkszweig hatten die Benediktinermönche
von Bergeggi begonnen, und mit der Ausweitung dieses
Kunsthandwerks erlangten die Glasbläser von
Altare ein exzellentes künstlerischer und technisches
Niveau, das auch heute noch weltweit anerkannt ist.
Im Jahre 1495 wurde hier die Università del
Vetro, die Glasuniversität, gegründet
und es wurden damals Statuten für die Ausübung
dieser Kunst erlassen. Im Gegensatz zu den Glasbläsern
von Burano zogen die Meister von Altare die Transparenz
der farbigen Glases vor, und das ist auch die bestimmende
Charakteristik der historischen Sammlung des Glasmuseums,
die im Oratorium von San Sebastiano bewundert werden
kann. Diese Sammlung soll ihren endgültigen
Sitz in der schönen Jugendstilvilla Villa Rosa
erhalten. Die Villa Agar, sozusagen der "Zwilling"
der Villa Rosa, ist der Sitz eines Altenheimes.
Beide Villen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts
im Auftrag von Monsignor Bertolotti gebaut, der
die Gebäude seinen beiden Schwestern überließ.
Die Burg von Altare aus dem 12. Jahrhundert, von
der heute nur noch einige Ruinen zu sehen sind,
war Schauplatz eines jahrhundertelangen Streits
mit den Genuesen, welche die Burg im Jahre 1629
vollständig zerstörten. In Cadibona befindet
sich die Festung Tecci, die zum Schutz des Übergangs
erbaut wurde. Besichtigt werden sollte auch die
Kirche Nostra Signora dell'Annunziata mit dem Glockenturm
aus dem späten 14. Jahrhundert und die Pfarrkirche
von Sant'Eugenio aus dem Jahre 1651.
Mit dem Verlassen der Bauernhöfe erobert sich
der Wald diese Landschaft langsam wieder zurück,
es wachsen Buchen, verschiedene Eichenarten und
vor allem Kastanien, im Unterholz gedeihen Farne,
Wacholder, Stechpalmen, Mäusedorn und Ginster.
Mit etwas Glück kann man hier Füchse,
Hasen und Eichhörnchen beobachten.
Entlang des Bormida wurden auch schon Reiher gesichtet,
die von Frankreich her eingewandert sind. Diese
Landschaft eignet sich zum Trekking und für
Ausfahrten mit dem Mountain Bike. Ende Juli wird
hier das "Festival Bat" veranstaltet,
eine nächtliche Ausfahrt mit dem Mountain Bike
sowie ein spektakuläres Fest.
In Altare lebte seit seiner Kindheit der Dichter,
Schriftsteller, Literaturkritiker und Poet Aldo
Capasso, der zweimal für den Nobelpreis vorgeschlagen
wurde.