Calice, ein mittelalterliches Dorf mit einer Burg
über dem Ort, liegt mit seinen eng beeinander
liegenden Häusern auf einer Anhöhe mit
Blick auf den Monte Cornoviglio (1162 m). Die Fieschi
übernahmen das Lehen im 13. Jahrhundert von
den Bischöfen von Luni. Im Jahre 1547 ging
der Ort an die Doria über, und dann an die
Malaspina, die auch die in der Nähe liegende
Burg von Madrignano besaßen. Diese beiden
Burgen wurden 1772 an den Großherzog von Toscana
verkauft, und noch im 19. Jahrhundert war Madrignano
eine Festung an der Grenze zum Königreich Sardinien.
Die Straße nach Calice führt durch den
Wald, vorbei an der Abzweigung nach Madrignano auf
der rechte Seite und erreicht den auf einer Höhe
von 600 m liegenden Ort. Beim Anblick der zentral
liegenden Burg in dieser Waldlandschaft fühlt
man sich in die Vergangenheit zurück versetzt.
Einige der in dieser Gegend gefundenen Hügelgräber
stammen aus der Bronzezeit. Viele der volkstümlichen
Gebräuche mit magischer Atmosphäre aus
einer vorchristlichen Zeit erhielten sich hier noch
bis zum Ende des letzten Jahrhunderts, so gibt es
noch das Eselsfest von Bolseda, oder das Fest von
San Sebastiano, dem von Hexen beeinflußten
Schutzpatron, oder auch die Versöhnungsriten
des Karnevalsfestes für die Fruchtbarkeit der
Felder. Die Casa Maghelli ist die antike Residenz
eines Alchimisten und wird zur Zeit restauriert.
Diese magische Atmosphäre hat wahrscheinlich
auch Umberto Bonini inspiriert, ein ekletischer
Künstler, der hier seit über dreißig
Jahren am außergewöhnlichen "Museo
della Galassia" arbeitet, eine Sammlung von
Kunstwerken unter freiem Himmel in Valdonica.
In der Burg von Calice befindet sich dagegen die
Pinakothek von Davide Beghé, einem Maler,
der 1854 in Calice geboren wurde sowie ein Naturkundemuseum.
Die Kirche von Santa Maria stammt aus dem 17. Jahrhundert,
das Oratorium mit dem steinernen Eingangsportal
wurde im nachfolgenden Jahrhundert erbaut.
Der Rundweg um den Monte Grande, die Straße
der Mühlen und die Straße der Glockentürme
sind alte Maultierpfade. Ein Etappenziel der Alta
Via dei Monti Liguri, des ligurischen Höhenwanderweges
befindet sich am Paß von Alpicella, einem
antiken Grenzübergang. Am Waldrand stehen Sennhäuser
und hier liegt auch der "Bandita", ein
Wald mit Zwergbirken, eine botanische Rarität
in Ligurien. Bei Terrugiara befindet sich ein Wald
mit versteinerten Eichen.