Einer der bekanntesten Fischerorte der Riviera di
Levante im Golfo Paradiso westlich des Vorgebirges
von Portofino. Der Besucher ist vor allem von den
kräftigen Farben und den Dekorationen der Häuser
entlang der antiken Mole beeindruckt, die im 18.
Jahrhundert von der Republik Genua erbaut wurde.
Diese imposanten und Häuser erzählen von
einem alten und wesentlich blühenderem Reichtum
als der aktuellen Haupterwerbsquelle, dem Tourismus.
Camogli war bis in das vorige Jahrhundert hinein
nicht nur ein Fischerort, sondern der Sitz von Reedern,
die weltweite Geschäftsverbindungen hatten.
Von dieser glorreichen Vergangenheit blieb ein kleines
Überbleibsel, die handwerkliche Produktion
von Schiffsmodellen. Fischer gibt es noch viele.
Man kann sie zum Beispiel bei der Arbeit beobachten,
wenn man mit dem Schiff zur Tonnara (Netzsystem
für den Thunfischfang) vor der Punta Chiappa
hinausfährt. Jeweils am zweiten Sonntag im
Mai wird die größte Pfanne der Welt aufgebaut
und jeder kann frittierten Fisch genießen
aus Anlaß des Festes San Fortunato, zusammen
mit San Prospero der Schutzheilige des Ortes. Das
Fest ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, um die
Camogliesi zu probieren, ein Gebäck aus Mürbeteig,
gefüllt mit Rumcreme. Der Leichnam des Heiligen
Fortunato und andere Reliquien des Heiligen Prospero
werden in der Pfarrkirche von Santa Maria Assunta
aufbewahrt, die im 12. Jahrhundert auf der kleinen
Halbinsel erbaut wurde, auf der sich auch der historische
Kern von Camogli befindet. Gleich daneben steht
die Burg della Dragonara aus derselben Epoche, die
im Laufe der Zeit mehrmals zerstört und wieder
aufgebaut wurde.
Der Naturpark von Portofino bietet eine einzigartige
Landschaft, die man bei einer langen Wanderung zur
Abtei von San Fruttuoso genießen kann. Ebenfalls
über einen Weg vorbei an der Kirche von San
Rocco, oder auch mit dem kleinen Linienschiff kann
man die Landspitze der Punta Chiappa erreichen und
über die Cala dell'Oro auch zu dieser Abtei
aus dem 8. Jahrhundert wandern, die gemäß
der Legende erbaut wurde, um den Leichnam der Märtyrers
San Fruttoso aufzunehmen. Der kleine Fischerort
ist dagegen wesentlich älter und geht wahrscheinlich
auf das 2. oder 3. Jahrhundert zurück. Im 13.
Jahrhundert ließ die Familie Doria die Abtei
erbauen, in der verschiedene Familienangehörige
bestattet dieses Adelsgeschlechts bestattet wurden.
Auf dem Meeresgrund kann man den berühmten
il {250}Christus degli Abissi (den Christus des
Meeresgrundes) bewundern, der vom Bildhauer Guido
Galletti im Jahre 1954 in das Meer gesetzt wurde
und den Seefahrern geweiht ist.