FontanabuonaCicagna.
Dies ist die bevölkerungsreichste Gemeinde
des Fontanabuonatals und seit jeher der natürliche
Mittelpunkt für das soziale Leben und den Handel
mit dem gesamten Umland. Der Ort befindet sich an
einer ebenen Landschaft am Flußlauf des Lavagna
mit der antiken Brücke der Fieschi. Dieses
Zentrum mit antikem Ursprung gewann im Jahre 1815,
nach der Eingliederung Liguriens in das Königreich
der Savoia, als Verwaltungszentrum an Bedeutung.
Im Jahre 1848 wurde Giuseppe Garibaldi von diesem
Wahlbezirk als Abgeordneter in das Parlamento Subalpino,
das damalige Voralpenparlament, gewählt.
Cicagna ist sehr bekannt für den Abbau und
die Bearbeitung von Schiefer. Die alte Fabrik im
Ort Chiapparino ist eine der Etappen des Ökomuseums
für Schiefer, ein Industriekomplex aus dem
Ende des neunzehnten Jahrhunderts, der heute als
Austellungsraum genutzt wird und alle Anwendungsbereiche
des schwarzen Schiefers umfaßt, von Schultafeln
über Billiardtische bis hin zu Fensterbänken,
Uhren und Geschirr. Im Rathaus (Ratssaal) kann man
ein Halbrelief aus Schiefer des italienisch-peruanischen
Bildhauers Vittorio Tollo Mazzola bewundern, der
hier mit wenigen Tafeln der Geschichte der Gemeinde
Ausdruck verleiht.
Das Palazzo Cavagnari, ein schönes Gebäude
aus dem 19. Jh., ist der Verwaltungssitz der Berggemeinde
Fontanabuona.
Die Wallfahrtskirche der Madonna dei Miracoli im
Herzen des Dorfes ist ein sehr bekannter Pilgerort
für die Nackommen der Emigranten (denen auch
ein Denkmal gewidmet ist, das im Jahre 1992 bei
den Feierlichkeiten zum Kolumbusjahr eingeweiht
wurde). Der Ursprung dieses Kultes geht auf eine
wundersame Blüte im Jahre 1537 zurück.
Um die Pilger aufzunehmen, mußte eine größere
Kirche gebaut werden. Vom ursprünglichen Gebäude
(aus dem 11. Jh.) ist noch der Glockenturm erhalten.
Seit 1987, dem 450. Jahrestag, wurden zehn Marienkapellen
errichtet, eine für jeden Ortsteil.
In Cicagna wurde 1850 Maria Rosa Blandina geboren,
die später als Klosterfrau unter dem Namen
"Sister Blandina" bekannt wurde. Im Jahre
1854 zog sie mit der Familie nach Cincinnati, dort
wurde sie gewählt und gründetet verschiedene
Missionsstationen im Westen der Vereinigten Staaten.
Sie wurde vor allem durch ihre Freundschaft mit
dem Banditen Billy the Kid bekannt, den sie nach
seiner Verletzung pflegte und auch im Gefängnis
besuchte.