FinaleseBorgio
Verezzi.
Borgio (Burgus Albingaunum) und Verezzi (Veretium)
bilden eine Gemeinde, die sich von der Küste
bis zu einer Höhe von circa 300 Metern über
die Hügel zwischen dem Kap von Caprazoppa und
Pietra Ligure ausdehnt. Von Borgio aus an der Küste
erreicht man über eine zwei Kilometer lange
Panoramastraße den Ort Verezzi. Die alte Ansiedlung
aus den vier Ortsteilen Poggio, Piazza, Roccaro
und Crosa ist unverändert erhalten geblieben.
In der Höhle von Valdemino wurden Fossilien
aus dem Quartär entdeckt, hier wird auch ein
interessanter Rundgang mit Führung durch die
Höhle angeboten. Das Gebiet war früher
vom ligurischen Volksstamm der Sabazi bewohnt, der
181 v.Chr. in der Ebene von Borgio vom römischen
Konsul Lucio Emilio Paolo besiegt wurde. Der Militärstützpunkt
von Pollupice befand sich an der Kreuzung der Via
Aurelia mit der in das Landesinnere verlaufenden
Straße der Via Julia Augusta. An diesem Ort
wurde später, um das Jahr 800, die Kirche San
Pietro von Benediktinermönchen im gotisch-romanischen
Stil erbaut. Der Glockenturm stammt aus dem Jahre
1076, und die Gemälde sowie die Fresken im
Innenraum der Kirche entstanden zwischen dem 15.
und dem 16. Jahrhundert. Seit 1960 trägt die
Kirche den Namen "Insigne Santuario della Madonna
del Buon Consiglio".
Damals an der Ostgrenze der arduinischen Lehensgüter
gelegen, wurde das Gebiet dem Bischof von Albenga
zuerkannt, der es im Jahre 1385 auf Wunsch des Papstes
Urban VI an die Republik von Genua abtrat. Das Palazzo
dei Consoli war der Sitz der Repräsentanten
des Bürgermeisteramtes von Pietra.
Die Aussichtstürme und die Burg von Borgio
entstanden im 16. Jahrhundert auf Grund der Bedrohung
durch die Sarazenen. Die Pfarrkirche von San Martino
in Verezzi stammt aus dem Jahr 1625. Der Dom San
Pietro Apostolo in Borgio wurde in den Jahren von
1789 bis 1808 auf den Resten einer alten Befestigung
erbaut, von der noch die Grundmauern erhalten sind.
Die mit orientalischer Konstruktionstechnik erbaute
phönizische Mühle ist das einzige Exemplar
in Italien. Ein weiteres Zeichen für den arabischen
Einfluss ist das Johnannisbrot, das auch vom Poeten
Camillo Sbarbaro erwähnt wird.
Der Meeresgrund eignet sich mit einer Untiefe vor
der Küste hervorragend für Tauchgänge,
bei denen man viele Meerespflanzen und Fische bewundern
kann.
Das seit 1967 veranstaltete Theaterfestival ist
eine der schönsten kulturellen Sommerveranstaltungen
in Ligurien. Die Aufführungen finden im Freien
inmitten der schönen und natürlichen Szenographie
der Piazzetta Sant'Agostino in Verezzi statt.
Die Schnecken nach Verezziner Art werden mit Thymian,
Rosmarin, Petersilie, Knoblauch und Öl zubereitet
und zusammen mit lokalem Wein aufgetischt.