BormideRoccavignale.
Roccavignale ist der Ort Liguriens mit den meisten
Grünflächen, denn 75% des Gemeindegebietes
ist mit Vegetation bedeckt. Der Name des bäuerlichen
Ortes im oberen Bormidatal an der Grenze zum Piemont
wurde von den vielen Weinbergen abgeleitet, als
man "Vineale" im Mittelalter zu einem
kaiserlichen Lehen erhob. Spuren einer antiken menschlichen
Besiedelung dieses Gebietes werden aber auch durch
den Dolmen im Ortsteil Ghiare belegt. Das Lehen
blieb bis zum Jahre 1393 unter der Herrschaft der
Familie Del Carretto, auch als der Ort bden Markgrafen
von Monferrato überlassen wurde. Im Jahre 1735
wurde Roccavignale in die Besitztümer des Königreichs
Sardinien eingegliedert.
In Zemola sind noch die Überreste der Burg
mit dem trapezförmigen Grundriß der Familie
Del Carretto (12.-13. Jahrhundert) zu sehen, der
antiken Festung der Straße des Zemolatals.
Die ungewöhnliche Position der Burg, die sich
im Gegensatz zum Ort am Berg im Tal befindet, erklärt
sich aus einem Vorrechte des Lehens, nämlich
der Einnahme von Zöllen für die Durchfahrt
auf der Via del Sale, der Salzstraße.
Neben den Ruinen der alten Burgen (die zur Zeit
restauriert wird), befindet sich Sant'Eugenio, eine
im 17. Jahrhundert umgebaute romanische Kirche sowie
eine noch funktionierende Wassermühle aus dem
19. Jahrhundert. Unter den religiösen Gebäuden
ist vor allem die S. Martino und S.Anna geweihte
Kapelle in Strada sehenswert, die im 16. Jahrhundert
mit einem Grundriß in Form eines griechischen
Kreuzes erbaut wurde sowie die Kapelle der Madonna
degli Angeli aus dem 15. Jahrhundert mit einer Statue
aus dem 18. Jahrhundert von Briglia.
Eine Besonderheit dieses Gebietes ist der antike
lokale Dialekt der Einwohner, insbesondere in Strada
wurde die alte Mundart bewahrt, während in
der guten lokalen Küche deutliche Einflüsse
aus dem nahen Piemont spürbar sind.
An Weihnachten kommen für drei Tage jedes Jahr
über 4000 Besucher in den Ort, um sich die
große Krippe mit mehr als zweihundert lebenden
Darstellern anzuschauen, eine traditionelle Veranstaltung
in der Weinachtszeit, die seit über zwanzig
Jahren durchgeführt wird.