BormideMillesimo.
Bereits in römischer Epoche bewohnt, es gibt
eine Votivtafel aus dem 1./2. Jahrhundert n.Chr.,
ist das ehemals antike Melesino an der Via Aemilia
Scauri heute der wichtigste Ort und der Verwaltungssitz
der Berggemeinden des oberen Bormidatals. Von den
Sarazenen geplündert kam das Gebiet unter die
Herrschaft von Aleramo, und der Rest ist die Geschichte
des Tals mit der Herrschaft der Del Carretto, unter
deren Verwaltung Millesimo zum Hauptsitz der Berggemeinden
wurde. Anschließend herrschten die Spanier,
das Königreich von Sardinien und die Franzosen.
Aus dem Mittelalter sind noch die Ruinen der Burg
und viele Details an den Häusern erhalten.
Die Pfarrkirche dell'Annunziata stammt aus dem 15.
Jahrhundert, sie wurde im Jahre 1467 auf einem bereits
bestehendem Gebäude erbaut, aus dieser Epoche
stammt auch das Wahrzeichen von Millesimo, die Brücke
über den Gaietta mit dem Wachturm auf dem Brückenbogen.
In der antiken Residenz der Del Carretto aus dem
16. Jahrhundert mit ihren Türmen befindet sich
heute das Rathaus. Die romanische Formgebung der
mittelalterlichen Pfarrei von Santa Maria Extra
Muros mit den Ziegel- und Sandsteindekorationen
erinnert an San Lorenzo in Murialdo. Auf der Straße
nach Cengio kommt man am Zisterzienserkloster von
Santo Stefano vorbei, das im Jahre 1211 erbaut und
Anfang dieses Jahrhunderts in eine Privatresidenz
zusammen mit dem Turm von Coppedè umgebaut
wurde. In der Villa Scarzella, die zu Anfang dieses
Jahrhunderts an einem Felsen erbaut und mit dem
Burgturm verbunden ist, befindet sich ein Museum
mit Grafiken aus der napoleonischen Zeit.
Neben den Wanderwegen zur Wallfahrtskirche der Madonna
del Deserto aus dem 18. Jahrhundert führt ein
weiterer Weg durch das Tal der drei Könige
(Valle dei Tre Re), das zusammen mit dem Bric Tana
zum regionalen Naturpark gehört, in dem sich
viele Karsterscheinungen (Höhlen und Dolinen)
befinden.
Bei den kürzlich durchgeführten Ausgrabungen
in der Höhle "Tana dell'Orpe" wurde
eine Siedlung aus der Bronzezeit gefunden, von denen
es nur sehr wenige in Ligurien gibt. Gleich in der
Nähe dieser Siedlung wurde auch ein Menhir
mit Felszeichnungen gefunden.
In Millesimo gibt es immer noch eine überlieferte
Tradition des Kunsthandwerks, man kann den Kunstschmieden
bei der Bearbeitung von Eisen und Kupfer zuschauen,
oder den Steinmetzen bei der Herstellung von Statuen
aus Sandstein.
Seit einigen Jahren wird in Millesimo auch ein nationales
Fest rund um den Trüffel veranstaltet. Probieren
sollte man die rohe Salami und die Fazzini, eine
ortstypische Focaccia mit Basilikum und Tomaten.