Bordighera
und VentimigliaVentimiglia.
Der Sitz des ligurischen Volksstammes der Intemeli
war schon immer der Mittelpunkt des westlichen Liguriens,
zuerst entstand hier ein römisches Municipium,
dann der Sitz einer sehr alten Diözese, der
Wohnsitz der Grafen von Ventimiglia befand sich
hier und eine "Magnifica Comunità"
des Herrschaftsbereiches der Genuesen. Heute ist
Ventimiglia eine Grenzstadt zwischen Ligurien und
Frankreich, die der Fluss Roja in zwei Teile spaltet,
die mittelalterliche Altstadt auf dem Hügel
von Cavo und die modernen Stadtteile in der Ebene.
Das Herz des alten Stadtkerns, das man über
die Promenade Colla erreicht, ist das Gebiet um
die Burg mit dem Kloster der Kanonissen, dem Bischofspalast
und der Stadtverwaltung sowie daneben die Taufkirche
und die Kathedrale Santa Maria Assunta, die in der
Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert erbaut wurde,
ein schönes Beispiel romanischer Architektur
in Ligurien. Von der tausendjährigen Kirche
San Michele blieb nach dem Erdbeben im Jahre 1564
nur die Apsis und die Krypta mit ihren schönen
romanischen Bauelementen erhalten.
In der Festung Annunziata befindet sich das Museum
"Girolamo Rossi" mit den Funden der Ausgrabungen
des römischen Albintimilium. Hier sind Gläser,
Gedenksteine aus der Zeit vom 1. bis zum 7. Jahrhundert
v.Chr. sowie Skulpturen aus der römischen Kaiserzeit
zu sehen.
Das ehemalige Kommunaltheater wurde zum Sitz der
Bibliothek Aprosiana, der ältesten in Ligurien.
In dieser vom Mönch Aprosio im Jahre 1649 gegründeten
Bibliothek werden seltene Bücher und Handschriften
aufbewahrt.
Es war Sir Thomas Hanbury, der im Jahre 1867 am
Vorgebirge der Mortola einen Park mit exotischen
Pflanzen aus aller Welt anlegte, und die Gärten
der Villa Hanbury sind mittlerweile weltberühmt
sowie die größte Parkanlage Italiens
mit exotischen Pflanzen.
Auf internationalem Niveau noch bedeutender sind
die Höhlen von Balzi Rossi, hier hat man bei
Ausgrabungen Fundstücke entdeckt, die ein Alter
von circa 240.000 Jahren besitzen und die man heute
im Museum besichtigen kann.
Die Festung San Paolo, das Castel d'Appio, das Tor
Canarda (entstanden beim Durchbruch eines Turms
aus dem 12. Jahrhundert) sowie der Bauernort Torri
sind das Ziel schöner Spazierwege, die von
der Stadt aus in das Umland führen.
In Ventimiglia gibt es zahlreiche historische Veranstaltungen
wie die Blumenschlacht, bei der die verschiedenen
Mannschaften schöne Wagen mit Blumen dekorieren
und die Statisten sich einen Schaukampf liefern,
wobei sie Blumen in das Publikum werfen. Die Parade
in mittelalterlicher Kleidung wird von Tamburinspielern
und Fahnenschwingern begleitet, es gibt ein Turnier
mit antiken Armbrüsten und die Regatta von
San Secondo. Nicht versäumen sollte man das
Castagnole-Fest, bei dem die lokale Küche neben
typischem Süßgebäck auch die ungewöhnlichen
Tortelli mit Seehecht und Pesto anbietet, zu denen
ein vorzüglicher Wein, der Rossese di Latte,
gereicht wird.