Bordighera
und VentimigliaSeborga.
Seborga ist berühmt für die Extravaganzen
seines "Fürsten" Giorgio I, der 1963
von den Einwohnern gekrönt wurde. Dieser Titel,
obwohl er von der italienischen Republik nicht anerkannt
wird, besitzt eine lange und berühmte Geschichte.
Seborga war ein Lehen der Grafen von Ventimiglia,
die den Ort im Jahre 954 zusammen mit der Burg den
Benediktinermönchen von Lerino überließen,
ebenso wie die Kirche S. Michele und einen Großteil
des umliegenden Gebietes. Das Fürstentum von
Seborga wurde vom heiligen römischen Reich
im Jahre 1079 geschaffen und blieb bis zum Jahre
1729, als der Ort von den Savoia erworben wurde,
der einzige von den Zisterziensern errichtete eigenständige
Staat. Seborga war niemals weder ein Teil der Republik
von Genua noch des Königreichs Sardinien und
verfügte nach dem Kongreß von Wien (1815)
das Recht des "Nullius diocesis" bis zum
Jahre 1946.
Laut einigen Stimmen schmückten sich die Äbte
zu Unrecht mit dem Fürstentitel, englische
Historiker sind sich jedoch darüber einig,
daß Seborga die erste konstitutionelle Monarchie
der Geschichte darstellte.
Die Schönheit des Ortes auf einem Hügel
zwischen den Tälern von Vallebona und Borghetto
S. Nicolò mit dem Rio Sasso, umgeben von
gepflegten Hügeln mit Blumenplantagen, Weinbergen
und Olivenhainen ist aber in jedem Fall unbestreitbar,
und der Rundblick reicht bis nach Menton und Marseille.
Vor dem Besuch des Fürstentums darf man den
Umtausch der Währung nicht vergessen, um die
Lire in Luigini, der Währung von Seborga, umzutauschen,
wobei ein Luigino 6 US Dollar entspricht. Der Besuch
beginnt mit der Pfarrkirche S. Martino mit ihrer
spanischen Holzstatue aus dem 17. Jahrhundert und
einem getriebenem Silberkelch. Im Anschluß
daran kann man die aus Stein gebaute Kirche S. Bernardo,
dem Schutzpatron des Ortes geweiht,die im 12.-13.
Jahrhundert erbaut wurde, besichtigen. Während
der Mimosenblüte (mit der berühmten Sorte
aus Seborga) und der Ginsterblüte, der Ginster
wird von hier weltweit exportiert, sollte man unbedingt
einen Spaziergang durch die umliegenden Hügel
machen. Der Weg, der sich auch für eine Fahrt
mit dem Mountain Bike eignet, führt weiter
bis zum Passo del Bandito.