Viterbo.
Viele Grünzonen und reizende, mittelalterliche Dörfchen prägen das Gebiet Tuszien (Tuscia). Genießen Sie die Vorzüge der lokalen Küche und folgen Sie den Spuren der Etrusker auf dem antiken Pilgerweg Via Francigena!
Die Landschaft
Viterbo und das Gebiet „Alto Lazio“ liegt zwischen der südlichen Maremma Toscana und Rom. Das Gebiet ist vulkanischen Ursprungs; die erloschenen Krater bilden heute die Seen „Lago di Bolsena“ und „Lago di Vico“. Im Norden ist das Gebiet noch eben, wird dann immer hügeliger bis zum Berg „Monte Cimino“ und dann, in Richtung Tiber, wieder flach. Die höher gelegenen Zonen sind von Buchen bedeckt, in den niedereren wachsen uralte Eichen und Kastanienbäume. Von der Vergangenheit als Vulkangebiet zeugen außerdem austretende, vulkanische Gase und die Thermalquellen, wie jene von Bullicame zum Beispiel. Sandstrände und die typische mediterrane Macchia charakterisieren die Küste.
Ausflugsziele
Viterbo, die Hauptstadt von Tuszien, war im Mittelalter Sitz des Papstes und beherbergt noch heute eine reizende, mittelalterliche Altstadt. In der Umgebung befinden sich unzählige sehenswerte Stätten von archäologischem und historischem Interesse, vor allem entlang der alten Pilgerstraße nach Rom, der Via Francigena: Proceno und Acquapendente (in der Krypta der Kathedrale wird eine Reliquie aus dem Heiligen Land aufbewahrt), Bolsena und Montefiascone sind nur ein paar Beispiele. Nach dem Gebirge „Monti Cimini“ führte die Pilgerstraße weiter nach Vetralla, Capranica, Sutri und Monterosi. Zeugen der alten Etrusker sind die Nekropolen von Norchia und Castel d’Asso sowie die archäologischen Stätten von Ferento und Acquarossa. Unbedingt besichtigen müssen Sie auch den Park von Bomarzo mit seinen beeindruckenden Skulpturen sowie die mittelalterlichen Ortschaften Bagnaia und Montecavallo. Hier lebte über 30 Jahre lang der berühmte Maler Balthus.
Die Küche
Auf den Hängen rund um den Bolseno-See und in der Gegend von Montefiascone wird einer der bekanntesten Weine des Latium angebaut: der „Est!Est!Est!“. Andere Spezialitäten der Provinz sind der Spargel von Canino, die Linsen von Onano und die köstliche Blaufelche aus dem Bolsena-See. Typische Gerichte sind „acquacotta“ (Knoblauch-Olivenölsuppe), die „Bruschetta“ (getoastetes Weißbrot mit Tomaten), „coda alla vaccinara“ (geschmorter Ochsenschwanz), „crostini di lepre“ (Brötchen mit Hasenpastete), „panzanella“ (Brotsalat), Polenta, verschiedene Wurstsorten, Kalbskopf mit Bohnen und Kalbshaxe;
Feste und Brauchtümer
Die bekannteste Veranstaltung ist das Patronatsfest zu Ehren der Heiligen Rosa, das jedes Jahr am 3. September in Viterbo stattfindet. Zu diesem Anlass tragen etwa 100 starke „facchini“ (Träger) ein etwa 5 Tonnen schweres und 30 Meter hohes, mit Fackeln und Licht beleuchtetes, Bauwerk auf den Schultern durch die engen und steilen Gassen des Stadtzentrums. Nach der Prozession kann man die sogen. „macchina“ der Heiligen Rosa noch ein paar Tage bewundern; das Gewand der Heiligen wird im Dom aufbewahrt.
Sport und Freizeit
Das Gebiet ist ideal für Wanderausflüge und andere Unternehmungen im Freien. Eines der Aushängeschilder der Provinz sind jedoch die antiken Thermen, deren Vorzüge bereits die Etrusker erkannt hatten. Die Thermen von Viterbo wurden später von den Römern vergrößert; die Reste dieser Anlage sind heute auf einer etwa 11 km langen Fläche verstreut. Die drei wichtigsten Quellen sind jene von Aquae Passeris, Paliano und Bullicame. Letztere wird sogar in der Hölle von Dantes „Göttlicher Komödie“ erwähnt und ist auf einem Gemälde von Michelangelo abgebildet.