Ventotene.
Die Insel Ventotene liegt zirka 30 Kilometer südlich von Ponza, genau auf halber Strecke zwischen dieser und Ischia und gehört zu den östlichen pontinischen Inseln. Die Insel ist Teil der Provinz Latium in der gleichnamigen Region in Mittelitalien. Mit dem Boot kann man Ponza, Formia, Neapel und Anzio in 2 Stunden erreichen.
Die Insel ist zirka 2,7 Kilometer lang und 800 Meter breit. Die höchste Erhebung ist Punta dell’Arco mit 139 Metern im Südosten der Insel. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, worauf die rote und braune Erde hinweist. Dank des milden Klimas und des spärlichen Niederschlags gibt es hier eine für die Mittelmeerregion typische Vegetation. Auf der Insel findet man einige von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen interessante Spezies von Blumen, zum Beispiel die Flockenblume (Centaurea cineraria) und der Flieder von Ventotene (Limonium multiforme).
Sehenswertes
Das Meer, eine intakte Natur, Geschichte zum Anfassen und ein einzigartiges kleines Dorf. Die Insel Ventotene, deren Gewässer in einem Meeresschutzgebiet liegen, verfügt über eine faszinierende Landschaft. Ihre Strände sind einfach bezaubernd: Piane del Monaco, ein großer freier Platz mit Klippen aus Tuffstein, wo man noch heute die von den alten Römern zur Meersalzgewinnung genutzen Terrassen sehen kann; Cala Rossano im Bassin des Porto Nuovo mit seinem schwarzen Sand und Cala Nave. Alle Strände können ohne Probleme zu Fuß von der Siedlung aus erreicht werden. Navi di Sotto und Nave di Fuori sind zwei Felsen am Cala Nave Strand. Von hier aus kann man bis zur Insel Santo Stefano schauen. Cala Nave bietet neben einer Bar und Restaurants auch die Möglichkeit, Sonnenschirme, Liegen, Kanus und Tretboote zu mieten. Andere Strände wie die von Parata Grande und Moggio di Terra im Nordwesten, und Punta dell’Arco auf der Westseite der Insel, sind etwas schwieriger zu erreichen. Hier entdeckt man die in den Basaltfelsen gegrabenen natürlichen Schwimmbecken. Punta Eolo verfügt zwar nicht über einen erschlossenen Strand, bietet aber über den flachen Tuffstein Zugang zum Meer.
In Ventotene gibt es aber nicht nur Strand. Die historische Bedeutung der Insel reicht weiter als ihre geografische Ausdehnung. Ventotene, wo Odysseus den Gesang der Sirenen vernommen haben soll, war schon zu antiker Zeit besiedelt. Davon zeugen der aus dem Tuffstein gewonnene römische Hafen, die Fischfarmen rund um den Hafen, die mit einem hydraulischen System für den Austausch des Wassers ausgestattet sind, und die Zisternen. Die Insel ist reich an Basalt und Tuffstein und übersät mit indischen Feigenbäumen, die resistent gegen die ständigen stürmischen Windböen sind. Es scheint, dass die Inseln eben diesem Phänomen ihren Namen zu verdanken hat. Bei Punta Eolo sieht man noch die imposanten Ruinen der kaiserlichen römischen Villa (Villa Giulia, in Erinnerung an die unbefangene Tochter des Kaiser Augustus, die hier einige Zeit im Exil verbrachte), die zu antiker Zeit die gesamte Insel in Anspruch nahm, und die Überreste eines Schiffes, das ihre Ausstattung transportierte. Die Insel ist auch berühmt für ihr Zuchthaus, das Ferdinand IV von Bourbon 1795 erbauen ließ und das während des Faschismus für politische Gefangene genutzt wurde. Es war bis 1964 in Betrieb und beherbergte namhafte Personen, wie den Patrioten Luigi Settembrini, den Anarchisten Gaetano Bresci, Mörder von Umberto I. von Savoyen, und Sando Pertini und andere Antifaschisten. Weitere wichtige bourbonische Monumente von Ventotene sind das antike Fischerdorf, die Kirche Santa Candida und das Fort Torre. Auf der nordwestlichen Seite gelangt man, entlang der Via della Parata Grande, auf einen Ausläufer, auf dem das Semaforo steht. Es handelt sich hierbei um einen alten Luftabwehrposten aus dem Zweiten Weltkrieg. Von hier aus kann man nicht nur die gesamte Insel von einer Küste zur anderen überblicken, sondern auch Möwen und Turmfalken beobachten und sich dem Birdwatching widmen.