Villa
Jovis.
Die gewaltige auf dem Felssporn des Monte Tiberio
in aussichtsreicher, vorherrschender Lage befindliche
Villa Jovis wird füe den Hauptsitz von Kaiser
Tiberius auf der Insel gehalten: im Norden und im
Osten blikt sie, auf einer fast Steil gegen das Meer
hin abfallenden Felswand liegend, auf den Golf von
Neapel und die Punta Campanella, im Süden und
Westen auf Capri und Marina Grande. Was die Konstruktion
angeht, so liegt diese zwischen der einer Festung
und der einer "villa di otium ", die sich
durch den kompakten Bau mit quadratischen Grundriß
auszeichnet, von dem einige Räume und Strukturen
abzweigen, die die Strenge der Anlage auflockern.
Aufgrund des begrenzten verfügbaren Raums ist
die Villa,die sich über 7000 Quadratmeter zirka
ausdehnt, auf Terrassen angelegt ,wobei der natürliche
Felsen eingeebnet worden ist, sie erhebt sich über
mehrere Ebenen,vor allem auf der Westseite, wo der
Abhang am steilsten ist. Die verschiedenen Räume
sind um einen zentralen Kern herum angeordnet, der
aus vier großen Zisternen, mit einer Kapazität
von über 8000 Kubikmetern besteht: es handelt
sich um einen großerspeicher, der den Anforderungen
eines Kaiserpalastes auf einer Insel gerecht werden
mußte, die nicht reich an Wasser war. Deshalb
war auch die Anordnung der restlichen um dieses große
Sammelbeken herum vorgesehenen Räumlichkeiten
auf eine zweckmäßige Nutzung des Reservoirs
ausgerichtet,- ein Ergebnis, das mit einer nach dem
herkömmlichen Schema der Villen im Hügelland
aufgegliederten Anordnung der verschiedenen Villenkerne
nicht in gleicher Weise zu erreichen gewesen wäre.
Auf der Südseite liegen das atrium vier Cipollin-Säulen
und die Baderäume: eine kleinere Anlage im Obergeschoß
ersetzt worden ist, in dem noch die vorschriftsmäßige
Unterteilung in apodyterium Umkleideraum, tepidarium
(auf mittlere Temperatur geheizter Raum), calidarium
(geheitzter Raum) und praefurnium (Raum mit Heizhofen)
zu erkennen ist, obwohl von den Verkleidungen und
sogar von den suspensurae (die dazu dienten, den Fußboden
für den Durchfluß warmer Luft leicht zu
erhöhen ) nicht mehr übrig geblieben ist.Auf
der West seite liegen, über drei Ebenen verteilt,
die Räume der Bediensteten,- eine Reihe kleiner
kammartig angeordneter Räume längs einem
Korridor für den Durchgang und, separat vom Hauptflügel
gelegen, die Küche. Fast mit Sicherheit kann
gesagt werden kann gesagt werden, daß der Nordflügel
die Privatgamächer des Kaisers beherbergte ,
in denen noch wenige Reste eines Marmorfußbodens
zu erkennen sind; es wird angenommen, daß noch
ein zweites, um einen Säulengang verschöntes
Geschoß um das herum existiertet hat, das die
Zysternen abdeckte.Am Rande des Hügels schlängelt
sich in aussichtsreicher Lage das ambulatio mit Nischen,
Rühebänchen und einigen Räumlichkeiten,
die früher Kostbare Marmorfußöden
hatten: der aus dem triclinium wurde zur Zeit der
Bourbonen ausgebaut und uin der heutigen Santo Stefano
-Kirche verlegt.Weniger klar erscheint die Funktion
des mit einer Apsis versehen Raums auf der Ostseite.
Auch in diesem Fall wird von der Existenz eines Obergeschosses
mit Blik aufs Meer ausgegangen; von planimetrischen
Gesichtspunkt her läßt das Vorhandensein
einer Reihe von Scheidemauern annehmen, daß
man Aussichtspunkte in richtung der großen Fenster
schaffen wollte, die auf den externen Wandelgang blickten,
in dem weiter drei Nischen mit marmorsockeln vorgesehen
sind, die warscheinlich für Statuen bestimmt
waren. Hier wurden zwei marmorne Brunnenumrandungen
mit Pflanzenverzierungen und die "Cavalcata",
ein Basrelief, gefunden,-die einzigen Überreste
der prunkvollen Dekoration, die die Villa einst auszeichnete.
Die Verwendung von Kalksteizement, abwechselnd mit
Zigelsteinlagen, beim Bau der Villa hat praktische
und zweckentsprechende Gründe: der Kalkstein
ist der Rohstoff, der bei der Einebnung der schroffen
Felsen gewonnen wird, während die zur Anwendung
gekommene Technik die angemessenste für den Bau
dicker Mauern war, die das Gewicht der oberen Massen
tragen mußten. Nicht alle Forscher der Antike
der Insel Capri sind sich bei der Identifizierung
der Überreste des Monte Tiberio als der Residenz
des Kaisers einig, von der die Quellen berichten:
den wenigen Hinweisen der Lateinischen Gesichtsschreiber
wird entnommen, daß die Villa Jovis auf einem
steil gegen das Meer hin abfallenden unzugänglichen
Felsen lag,- eine kleine Festung mit Turm, der dazu
diente, Leuchtsignale zu empfangen und abzugeben,-Merkmale,
die alle einwandfrei mit den Charakteristiken einer
Villa übereinstimmen, die gewöhnlich mit
der "Villa Jovis " identifiziert wird, auf
einem Felsen gelegen, der auf zwei Seiten steil gegen
das Meer hin abfällt, ausgezeichnet durch eine
solide, starke Konstriktion, die mehr der einer Festung
als der einer Villa ähnelt,ausgerüstet mit
einemTurm, der - das kann fast mit Sicherheit gesagt
werden - für optische Signalisierung diente