Vibo Valentia. Seit Jahrhunderten zieht das Gebiet um Lamezia zahlreiche Reisende an. Früher wie heute beeindruckt vor allem die bezaubernde Landschaft.
Lamezia
Lamezia ist in der fruchtbaren Ebene S. Eufemia eingebettet und erweist sich archäologisch gesehen immer mehr als eine der interessantesten Gegenden, auch was die Zeit vor der griechischen Kolonialisierung betrifft.
Hauptstadt von Lamezia ist Nicastro, ehemalige byzantinische Stadt Neocastrum (neues Schloss), in herrlicher Lage im nördlichen Teil der Ebene gelegen. Auf einem Hügel stehen die Reste eines Normannen-Schlosses.
Vibo Valentia und Umgebung
Südlich von Lamezia liegt das freundliche Fischerdörfchen Pizzo, eine der lebhaftesten Ortschaften auf der tyrrhenischen Seite Kalabriens. Es erstreckt sich um ein von Ferdinand I. von Aragon errichtetes Schloss. Das Dorf liegt auf einem senkrecht abfallenden Felsen im Golf von S. Eufemia und bietet ein atemberaubendes Küstenpanorama. Außerdem ist es ein bescheidener Badeort mit Campingplätzen, Sportanlagen, kleinem Hafen und schönen Stränden.
Seit 1992 ist Vibo Valentia Provinzhauptstadt.
Reich an antiken Monumenten und archäologischen Kunstwerken ist Tropea; das Städtchen ist wunderschön auf einer Hochebene der gleichnamigen Halbinsel gelegen. Tropea stammt aus vor-romanischer Zeit und ist heute eine viel besuchtes Küstenzentrum mit langen Stränden.
1916 entdeckte der Archäologe Paolo Orsi, dass das heutige Tropea auf die griechische Stadt Hipponion aus dem 7. Jh. v.Chr. zurückgeht. Die Stadt war auch bedeutendes byzantinisches Zentrum. Die Fundstücke des antiken Hipponion kann man im staatlichen Archäologiemuseum in Vito Capialbi bewundern. Sehenswert sind außerdem der Dom aus dem 17. Jh., der auf den Resten einer byzantinischen Basilika aufgebaut ist, die Kirchen „Il Rosario“ und „S. Michele“ und das Schloss. Die Stelle, an der einst wahrscheinlich die Akropolis von Hipponion stand, ist heute Sitz eines interessanten Museums. Die Ruinen von Hipponion kann man, nicht weit von Tropea entfernt, besichtigen.
Feste und Traditionen
Das Festival des Meeres, mit Kultur- und Sportveranstaltungen, findet im Juli in Pizzo statt. Im August wird der Malwettbewerb „Cittá di Pizzo“ durchgeführt.
Im Sommer ist Vibo Valentia Sitz einer internationalen Ärztetagung; am 26. Juli gedenkt man der Heiligen Anna und im März findet das Fest zu Ehren des Schutzpatrons, S. Leoluca, statt. Folklore-Gruppen treten am 21. und 22. August, anlässlich des Festes der „Madonna a mare“, auf.
Handwerk und Gastronomie
Soriano Calabro ist seit jeher für die Weiden- und Strohverarbeitung bekannt. Es werden geflochtene Stühle, Körbe und landwirtschaftliche Werkzeuge hergestellt, ebenso wie dekorative Gegenstände: wunderschöne Fächer zum Feuer schüren oder die typischen „ferlazze“, Hilfsmittel um Tomaten, Feigen oder Auberginen nach der Sonne auszurichten.
Auch die kleinen, nach heidnischen oder christlichen Motiven geformten Kekse aus Mehl, Honig und Mandeln, kommen aus Soriano. In der Volkssprache werden sie auch „nzuddo“ genannt.
In der ganzen Region kennt man die „ndugghia“, der, vom Französischen Wort „anguille“ (Wurst) abgeleitete, Ausdruck für eine Schweinswurst aus Fleisch, Leber, Speck und Lunge; oftmals werden auch Kutteln und Zungen beigemischt. Gewürzt wird die Wurst mit schwarzem Pfeffer, Peperoncino und Fenchelsamen.