Nationalpark Sila.
Mit einer Fläche von 75 000 Hektar erstreckt sich der Park in der Region Kalabrien und umfasst die Bergmassive der Sila. In seinem Gebiet liegen die Provinzen Catanzaro, Cosenza und Crotone.
Es war einmal...
Der griechische Name ist „hyle“, der lateinische „silva“. Damit wäre die Wurzel des Wortes Sila erklärt, das soviel wie Wald bedeutet, denn als die Griechen an den Gestaden des Ionischen Meeres landeten, war Kalabrien nichts anderes als ein undurchdringliches Gehölz, das vom Monte Pollino bis zur Straße von Messina reichte. Oft zitiert wurde die Sila von klassischen Autoren wie Sallust, Strabon oder Plinius dem Älteren. Selbst Vergil beschreibt in seiner Aeneis grausame Stierkämpfe vor der beeindruckenden Kulisse der Sila.
Deshalb lohnt sich ein Besuch
Ein Meer in den Farben des Himmels, eine unendliche azurblaue Weite, die sanft unter der Sonne Kalabriens wogt, macht das Gebiet zu einer überaus attraktiven Urlaubsdestination. Doch auch weiße Winterzauberlandschaften tragen dazu bei, dass das Hochplateau der Sila als ausgezeichnetes Skigebiet weithin bekannt ist.
Beschreibung
Der 1997 gegründete Park umfasst die Gebirgszüge Sila Greca, Sila Grande und Sila Piccola, deren höchste Erhebungen der Monte Botte Donato (1928 Meter) und der Monte Gariglione (1764 Meter) sind.
Die Vielfalt an Pflanzen, Bäumen, Gräsern und Büschen ist der Wildheit der Natur und der Hand des Menschen zu verdanken. In höheren Lagen prägen Kastanienhaine das Landschaftsbild, doch typisch für die Gegend sind Nadelwälder, hier vor allem durch die Schwarzkieferart Pinus laricio vertreten. Daneben bestimmen Tannen und Buchen den Baumbestand.
Charakteristische Beispiele für die hiesige Fauna sind Wolf, Otter und die vom Aussterben bedrohte Wildkatze. Bemerkenswert ist zudem der große Bestand an Eichhörnchen und Wildschweinen, während die Vogelwelt von Aasgeier, Rotmilan, Schlangenadler, Habicht und Uhu vertreten wird.
Von den Stauseen in der Gegend sei der Lago Ampollino (angelegt 1926) erwähnt, der vom gleichnamigen Fluss gespeist wird.
Was alle Städtchen der Sila gemein haben, ist die wunderschöne Landschaft, die jeden Ort wie verzaubert scheinen lässt, schwebend zwischen Vergangenheit und Jetztzeit, Tradition und Moderne.
Besonderheiten
Im 14. und 15. Jahrhundert siedelten sich viele Emigranten aus Albanien an der ionischen Küste der griechischen Sila an; einige ihrer Gemeinschaften bestehen bis heute: In den befestigten Bergdörfern San Giorgio Albanese, San Cosmo Albanese und Vaccarizzo Albanese, Bova, Condofuri, Roccaforte del Greco und Roghudi wird nach wie vor ein neugriechischer Dialekt gesprochen, der für Außenstehende unverständlich ist.
Das 1987 eingerichtete biogenetische Naturreservat „I Giganti di Fallistro“ hat sich dem Schutz eines außergewöhnlichen, über 100 Jahre alten Pinienhains verschrieben.
Nützliche Infomationen
Der Park kann ganzjährig besucht werden. Im Winter wird die Sila zum Sport-Eldorado für Langläufer und Alpinskifahrer, im Frühling und Herbst locken die Wälder mit Beeren und Pilzen, was Profisammler und Naturliebhaber mit Hang zum Gourmet gleichermaßen zu schätzen wissen.
Diese Jahreszeiten bieten sich außerdem dazu an, auf zahlreichen Wegen zu Fuß, per Mountainbike oder hoch zu Ross Täler, Bäche und Märchenwälder zu erkunden.
Wahre Angelsportparadiese sind hingegen die Orte in der Nähe von fließenden Gewässern, die mit reichen Forellen- und Karpfenbeständen aufwarten.