Crotone.
Crotone und Umland: Religion und Kultur von Capo Colonna bis Papanice
Antike Kirchen, Klöster, Wallfahrtskirchen und andere, überall verstreute, religiöse Stätten zeugen für Jahrhunderte alten Reichtum der kalabresischen Bevölkerung. Auch die anspruchsvollsten Touristen finden hier faszinierende kulturelle Besonderheiten und reizende Orte.
Geschichtliche Eckpunkte
Crotone entwickelte sich aus Crotón. Crotón war eine bedeutende Stadt der Magna Graecia, eine um 710 v.Chr. gegründete achäische Kolonie. Während des Mittelalters wird die Stadt erst von den Byzantinern, dann von den Normannen beherrscht. In der Zeit der angioinischen Herrschaft, wird die Stadt Königsstadt und unterliegt verschieden Feudalherren. Die für die Münzprägung bekannte Stadt, war auch Sitz der Schule des Pythagoras. Unbedingt zu besichtigen sind der Dom, die Kirche „Santa Chiara“, das Schloss von Karl V. und das archäologische Nationalmuseum.
Faszinierende Umgebung
Die lebhafte Stadt am Meer ist in einer schönen Position am Fuße eines Schlosses, auf einem Vorgebirge, gelegen. Crotone bildet das wichtigste Industriezentrum Kalabriens und hat den einzigen Hafen an der ionischen Küste. Nördlich von Crotone, in der Gegend von Punta Alice, wo man Überreste des dorischen Tempels von Apollo Aleo (5. Jh. v.Chr.) besichtigen kann, liegt Ciró Marina, ein bäuerliches Fischerdörfchen mit kleinem Touristenhafen. Sehenswert sind hier das Schloss und das Archäologiemuseum.
Der hochwertige Ciró-Wein wird in dieser Zone angebaut. An der südlichsten Stelle der Halbinsel liegt Capo Colonna. Hier stand einst ein Wallfahrtsort, der Tempel von Hera Lacinia. Heute sind von dieser Tempelanlage und der dazugehörenden Festung, nur mehr einige Überreste zu sehen sind. In dieser Ausgrabungszone wird gerade ein archäologischer Park mit dazugehörendem Museum eingerichtet.
Hier findet man auch einen Leuchtturm, einen Turm aus dem 16. Jh. und die kleine moderne Kirche „Madonna di Capo Colonna“, deren Mariendarstellung eine exakte Nachbildung des Originals im Dom von Crotone ist.
Capo Rizzuto, Le Castella, Cutro, Papanice
Vom Meer aus betrachtet erscheint die Insel Capo Rizzato ruhig und idyllisch. Sehenswert sind hier die Kirche „Arcipretale“, die Kirchen von San Marco und San Domenica sowie eines der ersten Naturreservate Italiens, „Marina Protetta“.
Ein Feriendorf und ausgezeichnete Strukturen findet man in Le Castella. Eine zum Teil baufällige, aragonesische Festung liegt in spektakulärer Position auf einer kleinen Insel.
In Cutro, einer mittelalterlichen, bäuerlich geprägten Ortschaft, steht der Wallfahrtsort „SS Crocifisso“ aus dem Jahre 1586. Hier kann man das beeindruckende, viel verehrte, hölzerne Kreuz bewundern.
Papanice ist ein kleiner aber reizender Ort byzantinischen Ursprungs, der wahrscheinlich auf Ruinen aus dem römisch-griechischen Zeitalter gebaut ist.
Feste und Traditionen
Ende Mai findet in Crotone, begleitet von verschiedensten Festaktivitäten, Wettläufen und Musik, die Wallfahrt zu Ehren der Madonna von Capo Colonna statt.
Im Juli und August wird das Festival der Magna Graecia abgehalten: Kunst- und Kulturausstellungen und Sportveranstaltungen verleihen dem Festival seinen Rahmen.
Erwähnenswert sind auch das Festival der kalabresischen Küche Ende Mai und das, der Barock-Musik gewidmeten, „Aurora“-Festival.