Riva del Garda.
Zahlreiche archeologische Funde zeugen von der Besiedelung
in Riva und Umgebung schon seit der Jungsteinzeit
(Bronze- und Eisenzeit). Dem Fabia-Geschlecht zugehörig,
stand Riva nacheinander unter der Herrschaft der
Goten, der Langobarden, der Franken, und war später
ein zwischen den fürstlichen Bischöfen
von Trient, den Grafen von Arco, den Scaligern von
Verona (1262-1387), den Visconti von Mailand (1388-1402)
und der Republik Venedig (1441-1509) umkämpfter
Ort. 1521 fiel Riva erneut an das Fürstentum
Trient: 1703 wurde es während des spanischen
Erbfolgekriegs durch die Franzosen unter General
Vendôme angegriffen. 1796 wurde es von den
Truppen Napoleons besetzt, 1806 Bayern angeschlossen
und sofort danach dem italienischen Reich.
Nach der erneuten Besetzung durch Österreich
blieb es bis 1918 österreichisch. Die traditionelle
vom Handel geprägte Wirtschaft begünstigte
die Öffnung der Gesellschaft Rivas hin zu fortschrittlichen
Modellen: die Statuten aus dem Jahre 1274 bilden
die älteste Gesetzessammlung des Trentino.
Riva wurde zum Umschlagplatz zwischen Italien und
Deutschland, war ein geschäftiger Hafen mit
Werften und Werkstätten für die Verarbeitung
der zu See transportierenden Rohmaterialien und
ein Handelszentrum von großer Bedeutung während
und nach der Renaissance. Riva war fast eine planmäßige
Etappe für die höflichen Gesellschaften
beim Urlaub am Gardasee (nennen wir hier den Maler
Andrea Mantegna). Diese Ausflüge entwickelten
sich immer mehr.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts erwirbt die Stadt
ein touristisches Interesse, als sie von der mitteleuropäischen
Elite, dank ihrer klimatischen und landschaftlichen
Schönheiten, wiederentdeckt wird. 1824 wird
in Desenzano der erste Dampfer (28 PS) vom Stapel
gelassen. Die Schiffahrt auf dem Gardasee mit Anlegehafen
in Riva wird eröffnet. Die großen Straßen
werden gebaut, 1891 auch die Eisenbahnlinie, welche
Riva-Arco mit der Südbahn in Mori verbindet.
Diese wird später 1936 mit einer Buslinie ersetzt.
Um die Jahrhundertwende ist Riva bereits dem Adel
und dem Bürgertum Mitteleuropas bekannt und
wird von den bedeutendsten Männern des kulturellen
Lebens besucht: Franz Kafka, Max Brod, Friedrich
Nietzsche, Thomas Mann. Das kulturelle Zentrum ist
von der Anwesenheit eines berühmten Sanatoriums
angetrieben, das von den Von Hartungen, einer Familie
von Ärzten, geleitet war.