Lazise. Lazise ist mit Recht stolz auf ihre Vergangenheit.
Sie ist zum Beispiel stolz darauf, eine der ersten
freien Gemeinden Italiens gewesen zu sein, als sie
ihre Freiheit vom Kaiser Otto II. vor mehr als tausend
Jahren im Jahr 983 erlangte. Und vom mittelalterlichen
Glanz sind viele grandiose Spuren zurückgeblieben:
das Schloß ist prachtvoll und die Mauern der
Scaligeri umschließen den Altstadtkern, der
reich an Geschäften, Restaurants und Bars ist.
Am kleinen Hafen liegt dann das Zollgebäude,
von dem aus Venedig jahrhundertelang den Handel am
Gardasee kontrolliert hat. Hier in der Nähe lag
auch die Flotte Venedigs vor Anker: um zu vermeiden,
daß sie in die Hände des Feindes fiel,
ließ der Kommandant die Schiffe versenken, die
noch immer auf dem Grund des Sees ruhen. In geringer
Tiefe vergraben, liegen auch Überreste aus der
prähistorischen Zeit: in Pacengo, einem ruhigen
Küstendorf des Gebiets von Lazise, befinden sich
zum Beispiel unter Wasser die Überreste eines
großen Dorfes auf Pfahlbauten. Bereits in der
Prähistorie, vor tausenden von Jahren, war dies
ein Handelsgebiet und ein Knotenpunkt für die
Reisenden: eben hier verlief die sagenumwobene Bernsteinstraße.
Seit Jahr-hunderten ist dies auch ein Urlaubsgebiet,
wie es die wundervollen herrschaftlichen Villen in
Lazise, Colà und Pacengo beweisen. Es war also
ein beinahe natürlicher Prozeß, der Lazise zu modernen Zeiten zu einem bekannten Touristenort
machte. Für ihre Gäste stellt Lazise zirka
vierzig komfortable Hotels und ein Dutzend großer,
wohlaus-gerüsteter Campingplätze zur Verfügung.
Und dies mit einem Touristenangebot, das Strukturen
für Sport und Freizeitvergügungen, Wasserspielanlagen,
musikalische Treffpunkte und viel gute Küche
mit den hervorragenden örtlichen Erzeugnissen
umfaßt.
An den geschichtlichen Schauplätzen, wie im
venetianischen Zollgebäude und im Schloß
der Scaligeri, werden eindrucksvolle Konzerte abgehalten.
An jedem Sommer findet die Veranstaltung "Die
klassische Nacht von Lazise" statt, eine bedeutende
Veranstaltung der Opernmusik und der klassischen
Musik. Zwei-jährlich ist Lazise hingegen Gastgeber
bei der internationalen Imkerei- Marktausstellung.
Neben dem kleinen Hafen, hinter dem venetianischen
Zollgebäude, steht das romanische Kirchlein des
San Nicolò, mit Freskomalereien aus dem vierzehnten
Jahrhundert: auf der Außenseite, in einer Nische,
können Sie hingegen ein Madonnenbild von 1200
bewundern. Zahlreich vertreten sind auch die herrschaftlichen,
prachtvollen Villen in Lazise, Colà und Pacengo.
Fisch frisch vom See, natives Olivenöl extra
und Wein (hier wird der Bardolino erzeugt, und nicht
weit von hier auch der Bianco di Custoza und der
Lugana) sind die Grundlage der typischen Seeküstenküche,
die in Lazise von zahlreichen Restaurants angeboten
wird: berühmt ist vor allem der Risotto mit
Schleie und ausgezeichnet sind auch die Fischgrillteller.
Es ist sehr angenehm in den mittelalterlichen Gassen,
in denen Boutiquen, Hand-werksläden und Weinhandlungen
stehen, zu bummeln. Wein und Öl können
direkt bei den Erzeugern und Ölmühlen,
bei denen man normalerweise auch Kostproben erhält,
erstanden werden.