Wenn wir den Worten der Schriftstellerin Virginia Wolf
Glauben schenken, nach deren Auffassung "ein Mensch
nicht Gut denken und gut lieben kann, wenn er nicht gut
gegessen hat", so können wir über das bloße
Paradoxon hinaus, die Bedeutung der Nahrung innerhalb unserer
Kultur und im Leben jedes einzelnen verstehen. Im Verlauf
der letzen fünfzig Jahre hat sich eine Philosophie
durchgesetzt, die im Essen eine Quelle des Genusses sieht:
eine Haltung, die im Gegensatz zur einfachen Nahrungsaufnahme
der Qualität, dem Außergehwohnlichen, der Gestaltung
des Tisches, der Auswahl der Weine und auch der Tischgenossen
den Vorzug gibt. Daher bieten sich allen Gasten, die ihren
Urlaub am "Garda Trentino", also am nördlichen
Teil des Gardasees verbringen mochten, die Gelegenheit,
die Besonderheiten der lokalen Gastronomie kennenzulernen,
die eng mit den hiesigen typischen Produkten verbunden ist,
wozu sich die Einfluss aus den benachbarten Regionen und
die historischen Gegebenheiten gesellen. Die italienische
Bezeichnung "Garda Trentino" deutet mit ihrer
Verbindung von See- und Gebirgsregion auf eine Kochkunst
hin, bei der sich Speisen abwechseln, die sowohl für
die Nahe des Sees wie auch für alpine Küche typisch
sind. Neben Rezepten aus dem Gardaseegebiet und der Poebene
darf in der Tat der historisch bedingte Tiroler Einfluss
nicht vergessen werden, der sich aus der bis 1918 dauernden
Herrschaft der Donaumonarchie über diesen Teil des
Sees ergibt, sowie die eine oder andere Spur aus der böhmisch
maurischen Küche, was sich aus dem unfreiwilligen Exodus
vieler Trentiner in diese Regionen wahrend des Ersten Weltkrieges
ergibt. Die Komponenten haben zusammen mit der Leidenschaft
der Koche und Gastwirte zu einer Kuchentradition mit einer
besonderen Eigenart geführt, die sich ihren Ursprüngen
verpflichtet fühlt, gleichzeitig aber modern und vielfältig
ist und auch anspruchvolle Gaumen zufrieden stellt: Dabei
ist sie gesund, aufgrund der Qualität der Rohstoffe
und diätetisch wegen der Bekömmlichkeit der zahllosen
natürlichen Köstlichkeiten. Ingesamt also die
Kunst des guten Geschmacks, der sowohl in der Pflege eines
gastlichen Ambientes als auch in traditionsreichen gastlichen
Ambientes als auch in traditionsreichen und innovativen
Rezepten Ausdruck findet.
Das nördliche Gardaseegebiet bietet viele gute Grunde,
um einen angenehmen Aufenthalt aufgrund der Vielfalt des
kulinarischen Angebots zu gewährleisten. Hier seien
einige Weine vorgestellt, für deren Qualität das
Konsortium "Trentino DOC " garantiert: vom Chardonnay
zum Pinot Bianco, vom Merlot zum Nosiola, vom Schiava zum
Muller Thurgau. Diese Rot- und Weißweine sind die
Frucht einer langen und aufgefeilten Weinbautradition und
der intelligenten Pflege der Anbauflachen. Das hochwertige
kaltgepresste Olivenöl, das in begrenzter Menge von
den Olivenbauern in Riva, Arco, Nago, Torbole und Tenno gewonnen wird, können Sie jedem Restaurant und jeder
Trattoria verlangen oder direkt beim Hersteller kaufen.
In der Küche fehlt es keineswegs an Fisch aus dem See:
Forelle oder Aal, Sardine oder Blaufellchen, Hecht oder
Karpfen werden entsprechend der alten und einfachen Tradition
der populären Küche zubereitet. Verdientermassen
bekannt und beliebt ist carne salada ("Salzfleisch"),
ein altes Rezept aus einer Zeit, als man sich zur Konservierung
weder des Kuhl- noch des Gefrierschranks bedienen konnte.
Carne salada trentina ist eine immer aktuelle Spezialität,
die als kalte Vorspeise, wie auch gegrillt genossen werden
kann, nachdem das Fleisch vorher in gutem Olivenöl
gewendet wurde. Erwähnenswert sind außerdem orzét
(Gerstensuppe), Gnocchi aus Kartoffelmehl, Gnocchi aus Brot,
strangolapreti (Gnocchi aus trockenem Brot und Spinat),
Polenta in verschiedenen Zubereitungsformen, Tagliatelle
mit Kastanien, smacafam, eine außergehwohnliche Pizza
bzw. ein Teigfladen aus verschiedenen Mehlsorten mit luganega
(einer deftigen frischen Mettwurst) und zerlassenem Speck,
oder pam de molche (Brot mit den Ruckstranden aus der Olivenpressung).
Auch wenn diese nicht im engeren Sinn zur lokalen Gastronomie
zu zahlend sind, so werden auch die sogenannten canederli
angeboten, die sie im Geschmack aber von dem Knödel,
wie man sie aus der deutschsprachigen und Südtiroler Küche
kennt, im Geschmack zu unterschieden wissen. Im Garda Trentino,
wo man den Fremdenverkehr immer als ein therapeutisches
und regenerierendes Angebot verstanden hat, werden im August
Zwetschgen und Pflaumen angeboten, die wegen ihrer hervorragenden
energischen Eigenschaften besonders geschatzt werden. Im
September gibt es ein reiches Angebot an Äpfeln und
Tafeltrauben, wahrend man im Oktober ausgezeichnete marroni
(Esskastanien) kaufen kann. Im Unterholz der Wälder
findet man wilde Erd- und Himbeeren sowie exzellente Steinpilze.
Von Bergweiden rund um den Oberen Gardasee kommen traditionsreiche
Käsesorten und der Trentino Parmesan frisch auf den
Tisch. Nicht zu vergessen der Grappa: ein Destillat mit
einer langen Tradition, das vom heutigen Konsumenten wegen
des vollen Aromas und seiner Bekömmlichkeit geschatzt
wird.