Arco ist eine hübsche kleine Stadt 5 km nördlich
vom Gardasee, in der noch zahlreiche Spuren der bewegten
und weit zuruckreichenden Vergangenheit zu sehen sind.
Seine Parks und Garten und das besonders milde Klima
machten Arco im 19° Jahrhundert zu einem beliebten
Winterurlaubsort des mitteleuropäischen Adels.
Historische Quellen belegen, dass diese Gegend bereits
vor Urzeiten besiedelt war. Archäologische Funde
sind Zeugnisse für prähistorische Besiedlungen
in der Mittel- und Jungsteinzeit. Eine auf der Burg
gefundene Gedenktafel bezeugt die Genehmigung des
Brescianer Bauunternehmerverbandes an Sesto Nigido
Primo, einen Altar zu errichten, der dem von den Cenomanen
verehrten Gott Bergimo gewidmet war. Der Name „Arco“
wird schließlich in einem Tauschvertrag mit
dem Datum 23 September 771 erwähnt. Zu jener
Zeit regierten König Desiderius und sein Sohn
Adelchi. Im Mittelalter entsteht Arco auf der rechten
Seite des Flusses Sarca; es wird eine Stadtmauer errichtet
und der Ort entwickelt sich in einem Halbkreis um
den Burgfelsen herum. Als Teil des Heiligen Römischen
Reiches wurde Arco zum Herzogtum und später zur
Grafschaft des Bischofsfürstentums Trient. Nachdem
es sich zur freien Gemeinde erklärt hatte, wurde
es von den Grafen von Arco usurpiert, die sich im
12° Jahrhundert die Burg von Arco angeeignet hatten,
welche 1186 offiziell zum Lehen wurde. Aber durch
die Kampfe zwischen den Grafen von Arco wurde deren
Macht geschwächt und die Stadt kam zwischen 1348
und 1405 unter Veroneser Herrschaft. Aufgrund der
anhaltenden Auseinandersetzungen innerhalb der Grafenfamilie
schritten 1579 die Grafen von Tirol ein und Entmachteten
die Grafen von Arco; 1614 schließlich wurde
der Ort wieder zum kaiserlichen Lehen. Am Anfang des
18° Jahrhundert, zur Zeit des spanischen Erbfolgekriegs,
wurde Arco von den Truppen des Generals Vendome besetzt
und geplündert.
Im darauffolgenden Jahrhundert begann die wahre Blütezeit
des Ortes: in den Siebziger Jahren entstand der Winterkurort,
vor allem dank der Anwesenheit des Erzherzogs Albert
von Osterreich, Cousin von Kaiser Franz Josef, der
hier seinen Winterwohnsitz errichtete, umgeben von
einem Üppigen Park mit zahlreichen sudlandischen
und exotischen Pflanzenarten. Zu jener Zeit entstanden
Hotels, Villen, Garten und Sanatorien als auch reine
Vergnugungsorte. Zahlreiche Adelige und Burgerliche
verbrachten in Arno den Winter wegen des milden Klimas
und machten den Ort zu einem kosmopolitischen Treffpunkt.
Einer des Stammgaste dieses Kurortes war Francesco
II, ehemaliger Burbonenkonig beider Sizilien, der
im Exil labte und die Winter in Arco verbrachte, wo
er 1894 starb. Er wurde in der Stiftskirche beerdigt
und sein Leichnam dann in die Kirche Santa Chiara
nach Neapel überfuhrt. Mit dem Tod von Erzherzog
Albert, der 1895 in Arco starb, begann dann der Niedergang
von Arco felix und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs
setzte dem bei der mitteleuropäischen Gesellschaft
der „Belle Epoque“ so beliebten Kurort
Arco ein Ende.
Noch Heute bewahrt Arco jene Merkmale, von denen
die ersten Reisenden so fasziniert waren, zum Beispiel
das Flair jener Orte, in denen die strenge Atmosphäre
der Festungen mit einer bezaubernden Landschaft
aus sanften Hügeln mit Olbaumen, Parks und
Garten vermischt wird und wo auch der moderne Tourist
noch von der besonderen Stimmung angesteckt wird,
die er in seinem Herzen aufbewahren und weitererzahlen
kann.