Zum Bad gehen, d.h. ans Meer gehen, ist in Triest
eine Familienangewohnheit. Es ist gar nicht notwendig,
weit weg zu gehen, weil die Adria, die an windigen
Tagen himmelsblau ist, immer um die Ecke liegt.
Am Ende einer eleganten Allee, bei der Biegung einer
alten Gasse, bei der Öffnung eines Platzes:
überall dringt das Meer in Triest ein und bringt
die Stadt zum Leben.
Il Palazzo ComunaleNach einer Tour
durch die Antiquitätenläden des Ghettos
oder von Cavana – die in Biedermeierstil und
militärischen Zimelien spezialisiert sind –
oder nach einem Besuch des Museums Revoltella –
einer wunderschönen bürgerlichen Residenz
aus dem 19. Jh., die mitsamt ihren Einrichtungsgegenständen
aufbewahrt worden ist – ist ein Licht- und
Luftbad das Natürlichste überhaupt. Vom
Pinienwald in Barcola hin zum Schloss Miramare ist
Triest eine lange Promenade. Die Saison fängt
mit den ersten sonnigen Tagen im März an und
endet Anfang November, aber eigentlich kommt sie
nie zum Ende.
September bringt die Stadt mit
der größten Segelregatta des Mittelmeers,
der Barcolana, zum Leben. Im Winter bietet die Entdeckung
der kleinen Dörfer an der Küste und im
Hinterland immer neue Freude an. Machen Sie im kleinen
Hafen von Muggia Halt, am östlichsten Ende
Italiens, und kosten Sie in den hiesigen Gaststätten
frische Fischgerichte.
Gehen Sie mal – die Entfernungen
sind auch hier ganz kurz – in die bezaubernde
Bucht von Sistiana oder gehen sie hinauf bis Monrupino,
Dorf des Karstes, wo sie den Blick über das
Meer schweifen lassen können, so weit das Auge
reicht. Gehen Sie bis Bagnoli, um hier mitten in
der rauen Karstlandschaft die harmonischen Bögen
des Aquäduktes zu beobachten, der zur römischen
Zeit Triest versorgte. Hier werden Sie auch eine
gemütliche Gaststätte und viele andere
Geschmäcke vorfinden, die der slowenischen
Küche entspringen, begleitet vom Teràn,
dem dunklen und vollen, leicht salzigen Wein, der
den Geist dieses rauen und wunderschönen Hinterlandes
zum Ausdruck bringt. Die Gastfreundlichkeit umfasst
alle Möglichkeiten: vier und fünf Sterne-Hotels,
charmante Bed & Breakfats, Ferienbauernhöfe,
die den Gästen immer eine gemütliche und
warme Stimmung anbieten.
Die große Leidenschaft, die
Triest zu ihrem Meer verbindet, kommt auch in der
natürlichen Seeoase von Miramare zum Ausdruck:
121 Hektar geschützte und vom WWF verwaltete
Küste und Meerestiefen. Um diese unvergleichbare
Küstenstrecke wirklich unvergesslich zu machen,
muss man deren Schlösser besuchen, Denkmäler,
die dem Meer und dem Wind ihre luftige Schönheit
verdanken. Man startet bei "Miramar",
wie die Triestiner dieses Schloss vertraulich nennen,
wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt: ein
wahrhaftes Märchenschloss, das die Besucher
zurück in die Zeit von Maximilian von Habsburg
versetzt. Zu jeder Jahreszeit können Sie auf
dem Rilkeweg eine Landschaft durchqueren, die aus
Meer, Stein und Himmel besteht, und somit das Duineser
Schloss erreichen, in den Fußstapfen des berühmten
österreichischen Dichters, der hier Gast war.
Schließlich das Schloss San Giusto, Herz der
Erinnerungen der Stadt: von hier kann man Triest
aus der Höhe betrachten und durch die Beobachtung
der Gestaltung deren Stadtviertel und Straßen
ihre einzigartige Geschichte erfahren.